Alteil: Horizons (PC)

Meine Yu-Gi-Oh!-Zeiten sind zwar schon etwas länger passé, aber ein schickes Sammelkartenspiel hat dennoch seinen eigenen Charme. Manchmal sind es die schicken Illustrationen auf der Karte, manchmal spielt sich das Spiel einfach unheimlich gut und manchmal hat man einfach nur Lust 20 Euro in ein vorgepacktes Kartendeck zu pumpen, das zwei Tage später in Einzelteilen durch das Zimmer fliegt. Zumindest das Rumfliegen ist bei einem digitalen Kartenspiel kein Problem. Alteil: Horizons ist eines davon und kostenlos spielbar. Wie es sich geschlagen hat, erfahrt ihr hier.

Gameplay

Wie viele, neue Kartenspiele ist auch Alteil: Horizons scheinbar eine Mischung aus bereits bestehenden Komponenten. In diesem Fall spielt es sich wie eine Art Hearthstone, Yu-Gi-Oh! Und Magic, mit Elementen aus rundenbasierten Rollenspielen. Und wie auch andere digitale Kartenspiele könnt ihr Alteil völlig kostenlos spielen, während die Option besteht, sich für Echtgeld neue Karten zu kaufen. Die angeprisenen Inhalte sprechen auf jeden Fall für Alteil: Viele Einzelspielermissionen, die ständig aufgestockt werden, eine wachsende Anzahl an Karten, Onlinekämpfe, sogar ranked Matches sind möglich. Wen das interessiert, der sollte sich das Spiel einfach kostenlos runterladen und es ausprobieren. Ihr müsst nichtmal zwingend einen eigenen Account erstellen, da ihr über euren Steamaccount spielen könnt!

Zum Start gibt es einen Tutoriallevel, den ihr euch auf jeden Fall anschauen solltet. Die gesamte Vorgeschichte zum Spiel wird euch prompt mit einem ellenlangen, scrollenden Textbildschirm ins Gesicht geklatscht. Danach geht es direkt auf’s Schlachtfeld. Auch wenn das Spiel in moderatem Tempo an euch herangeführt wird, merkt man doch sehr schnell, dass Alteil ziemlich kampflastig ist. Eure Einheiten platziert ihr wie in einem taktischen RPG, so könnt ihr beispielsweise Bogenschützen nach Hinten stellen, da diese eine höhere Angriffsreichweite habem. Danach greift ihr Runde für Runde abwechselnd an, um die gegnerischen Einheiten zu zerstören. Wird ein Monster zerstört, verliert der Spieler Lebenspunkte, kann allerdings sogenannte Seelenkarten aktivieren, die spezielle Effekte freisetzen. Nachschub beschwört ihr aus eurem Deck. Jedoch habt ihr keine Spielhand, sondern könnt Karten frei aus eurem Deck beschwören, sofern ihr die benötigten Elementpunkte für die entsprechenden Karten habt.

Mich persönlich konnte das nicht wirklich fesseln, denn auch wenn das Konzept interessant ist, fühlt es sich an, als müsste man bloß Reihe für Reihe der Gegnerkarten weggrinden. Besonders nervig ist es, dass Monster stetig wiederbelebt werden können, sofern denn dasselbe Monster noch im Deck vorhanden ist. Wer jedoch an Actionlastigen Kartenspielen Interesse hat, sollte einen Blick riskieren.

Grafik und Sound

Die Illustrationen der Karten sind wirklich schick. Vor allem sind sie nicht einheitlich, sondern von verschiedenenen Zeichnern mit eigenen Stilen beigesteuert, ähnlich wie im Sammelkartenspiel Force of Will. Ginge es auch nur nach den Bildchen auf den Karten, wäre ich an dieser Stelle vollkommen zufrieden. Leider hapert es dafür in anderen Bereichen gewaltig. So lief das Spiel beispielsweise zwischenzeitlich auf etwa 10 FPS, Selbst nach mehrfachem Starten. Auf dem Feld selber überlagern sich zeitweise die Menüs und während die Kartenillustrationen wunderschön sind, sieht das Spielfeld selber eher langweilig und uninteressant aus. Richtig unangenehm ist allerdings die Spielmusik. Hier hat man sich für einen ziemlich gewagten Mix aus viel zu dominaten Electrobeats und künstlichen Snythesizerklängen entschieden. Spätestens wenn dann die übersteuerten, kreischenden Geigenmelodien einsetzen, schaltet man das Ganze lieber Stumm. Erst dann bemerkt man, dass sich die Musik des Hauptspiels auch noch mit der des Hauptmenüs überlagert.

Fazit

Mich konnte Alteil: Horizons aus verschiedenen Gründen nicht begeistern. Hauptsächlich ist es der technisch recht erschreckende Zustand des Spiels, von langweiliger Story und Dialogen über schwer zu ertragende Musik bis hin zur teilweise grottigen Performance, die jedoch in der Web-Version des Kartenspiels besser sein soll. Hauptsächlich werde ich Alteilt nicht spielen, weil mich die Kampfmechaniken nicht fesseln konnten. Das sollte jeder jedoch für sich selbst entscheiden und dem Spiel eine Chance geben, wenn es doch schon nichts kostet.

Alteil: Horizons

Alteil: Horizons
3.8

Gameplay

4.5 /10

Grafik und Sound

3.0 /10

Pros

  • Schnell zu lernen
  • Große Auswahl an Karten
  • Schöne Kartenillustrationen

Cons

  • Miese Performance
  • Schlechte Musik
  • Repetitives Gameplay

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