Beyond Enemy Lines (PC)

Beyond Enemy Lines ist seit dem 21sten Februar auf dem Markt und wurde von Polygon Art entwickelt. Auf den ersten Blick sieht der Indie-Shooter erstmal aus wie einer von vielen, ein weiteres Militärabenteuer mit viel Geballer auf namenlose Gegnerhorden. Tatsächlich ist das aber in Beyond Enemy Lines nur eine eurer Optionen. Viel mehr geht es darum, durch Taktik und Geschick seine eigene Spielweise zu finden.

Setting

Ihr seid der einzige Agent einer Spezialeinheit, die eine Gruppe von russischen Seperatisten aufhalten soll. Diese haben ein paar Nuklearraketen in die Hände gekriegt… Das kann natürlich nicht so bleiben. Also begebt ihr euch hinter die feindlichen Linien und tut alles, um eure Mission zu erfüllen. Schleicht euch in feindliche Anlagen, schaltet Wachkameras aus, kundschaftet die Gegend aus und klaut Daten. Einfach wird es nicht, ihr müsst vorsichtig sein und dürft euch keine Fehler erlauben.

Gameplay

Abgesehen von den normalen Shootermechaniken -Laufen, Ducken, Schießen, Rennen- stehen euch bei euren Aufgaben auch noch eine Reihe von nützlichen Gadgets zur Verfügung. Zum Beispiel könnt ihr Nachtsicht einsetzen, um dunkle Gegenden auszukundschaften oder überblickt das ganze Einsatzgebiet mit einem taktischen Computer. Das gibt einen ersten Hinweis auf die eigentliche Natur des Spiels:

Am erfolgreichsten seid ihr in den Missionen, wenn ihr euch heimlich anschleicht und sehr, sehr genau auf eure Umgebung achtet. Denn unzerstörbar seid ihr in Beyond Enemy Lines keinesfalls. Um die Gelände erfolgreich zu infiltrieren, müsst ihr auf die Bewegungen der Wachen und Positionen der Kameras achten. Wenn die euch entdecken geht nämlich schnell der Alarm los und alles, was Waffen tragen kann, sprintet in eure Richtung. Das bringt auch einen gewissen Schwierigkeitsgrad mit sich, wenn man nicht ausschließlich taktisch vorgeht. Auf den Geländen selber könnt ihr aber zum Beispiel Sicherheitskameras deaktiveren, um euren Fortschritt etwas zu erleichtern. Auch die Auswahl an nutzbaren Waffen ist recht vernünftig, von Pistolen über Gewehre bis hin zum Scharfschützengewehr habt ihr viele Möglichkeiten und bestimmt so auch einen eigenen Spielstil. Einen Multiplayer hat Beyond Enemy Lines zwar nicht, dafür aber einen Kampagnenmodus, der einer Geschichte folgt, ihr könnt aber auch einzelne Trainingsmissionen spielen.

Soviel zum Grundgerüst. Beyond Enemy Lines ist ein schwerer Taktikshooter mit Stealthelementen, in dem ihr mithilfe von technischen Geräten euer Missionsziel erfüllt. Auch wenn das kein bahnbrechendes Konzept ist, bietet es eine vernünftige Basis für Leute, die aus stumpfer und sinnloser Action ausbrechen wollen. Leider fällt Beyond Enemy Lines aber nicht nur positiv auf. Da wäre zum einen die Gegnerintelligenz, die es Feindsoldaten ermöglicht, auf etwa 200 Meter Entfernung im hohen Gras zu erkennen oder euch völlig ignorieren, wenn ihr direkt hinter ihnen steht. Das Gunplay lässt ebenfalls zu wünschen übrig, fast keine der Waffen wirkt beim Schießen authentisch. Die Animationen der Waffen wirken langsam und die Waffen selber haben eigenartige Rückstöße, was für einen Shooter leider ziemlich schwerwiegend ist. Beim Anschleichen hat man zwar die Option Sicherheitssysteme für eine gewisse Zeit zu deaktivieren, einen seperaten Timer kriegt man jedoch nicht geliefert. Das Design des Spiels wirkt an allen Ecken klobig und unfertig. Sowohl das Klettern von Leitern, Zäunen als auch das Abseilen über einen Draht sind langsam und steif. Obendrauf gibt es noch eine ganze Menge an Glitches und Fehlerchen, von drehenden Leichen über Texturfehler usw.

Grafik und Sound

Das Sounddesign und der Soundtrack sind gut gelungen. Die Waffen klingen zumindest realistisch, die Tracks im Hintergrund sind episch und gleichen sich der Gefahr im Spiel an. Auch das Voiceacting ist vernünftig, von den Murmeleien der russischen Soldaten bis hin zur Briefingdame.

Dagegen ist die Grafik eine schwere Enttäuschung. Besonders, weil man die meisten Missionen ausserhalb der Gegnerlager beginnt, wo grade die Sonne untergeht und durch eine tolle Belichtung der ganzen Szene Stimmung verleiht. Dem folgen dann schnell die steifen Animationen der Waffen und Gegner, grobschlächtige Texturen und unlogische Mapdesigns. Viele der Container, Häuser und Wachen wirken, als hätte man das selbe Modell immer und immer wieder kopiert und eingefügt. Geht man dann in das Innere der Gebäude verschwindet die schöne Belichtung und hinterlässt triste, seltsam eingerichtete Räume. Die Menüs, die euch durch das Spiel leiten, wirken auch nicht besser: Grau, schlicht und lieblos.

Fazit

Beyond Enemy Lines bringt eine tolle Idee mit, scheitert aber in der Ausführung.

Beyond Enemy Lines (PC)

18,99
Beyond Enemy Lines (PC)
6.1666666666667

Setting

7/10

    Gameplay

    7/10

      Grafik und Sound

      5/10

        Pros

        • Interessantes Konzept
        • Mehrere Spielstile möglich

        Cons

        • Sehr unregelmäßige Grafikqualität
        • Langweilige Kartendesigns
        • Eigenartige Gegnerintelligenz

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