Bohemian Killing (PC)

Seien wir mal ehrlich, manchmal möchte man einfach den Bösewicht spielen. Und im Fall von „Bohemian Killing“ sind wir tatsächlich sehr, sehr böse. Wir schlüpfen in die Rolle eines Mörders, der brutal eine junge Frau in einem Hotelzimmer erstochen hat. Wir wissen das und auch der Richter scheint es zu wissen, denn die Beweise sprechen ganz klar gegen unsere Figur. Und dennoch versuchen wir, irgendwie aus der Sache herauszukommen…

Klar bin ich unschuldig!

In der Rolle eines erfolgreichen und nicht gerade mittellosen Mannes befinden wir uns nun also vor Gericht und sollen unsere Unschuld beweisen. Gar nicht so einfach, wenn man denn weiß, dass man eben nicht unschuldig ist. Wir haben dabei mehrere Möglichkeiten, schieben wir es zum Beispiel einfach jemand anderen in die Schuhe? Machen wir einen auf geistesgestört? Oder sind wir tatsächlich so überzeugend, dass man an unsere Unschuld glaubt?

Das Spielprinzip ist einfach wie interessant. Während wir nun also eigentlich im Gericht sitzen, sollen wir die Geschehnisse der Mordnacht detailliert beschreiben. Dazu begeben wir uns mit unserer Spielfigur in die Vergangenheit zurück und bauen einen fiktiven Tathergang auf. So könnten unsere Verletzungen zum Beispiel von einer Barschlägerei kommen. Oder wir haben die Tote noch nie zuvor getroffen. Viele Möglichkeiten gibt es, sodass man zu neun unterschiedlichen Enden kommen könnte.

Generell weiß dieses Spielprinzip zu gefallen, doch leider gibt es bei „Bohemian Killing“ einige kleine Mängel, die den Spielspaß in der Summe dann doch trüben. Das beginnt bei den in die Länge gezogenen Dialogen – oder meist doch eher Monologen und geht über ständige Wiederholungen einiger Handlungen, um einen anderen Ausgang zu finden. Drei bis vier lassen sich recht einfach finden, dann wird es aber schon kniffliger.

Gute Idee, mangelhafte Umsetzung

Gut, das ist sicherlich Geschmackssache und fällt noch nicht allzu sehr ins Gewicht. Was das Vergnügen aber deutlich trübt, ist die Spielsteuerung. Die Maus reagiert bei diesem Spiel sehr sensibel und über die Tastatur kommt es öfter mal zu Aussetzern – da kann man drücken so oft man möchte, ein Dialog wird aber einfach nicht übersprungen. Ebenfalls sehr stören: Sobald man auf den Boden schaut, wird das Bild völlig verschwommen. Warum? Das ergibt keinen Sinn und stört die Atmosphäre enorm.

Überhaupt ist die Grafik sehr gewöhnungsbedürftig. Die Umgebungen gehen zwar in Ordnung, aber wehe man trifft auf sich bewegende Personen. Da hätte entweder eine andere, steifere Lösung hergemusst oder nochmal ein bisschen mehr Zeit und Geld investiert werden müssen. Alles in Allem ist die Idee also eigentlich eine gute, bei der Umsetzung gibt es aber noch Verbesserungsbedarf.

Bohemian Killing

Bohemian Killing
6.7

Idee

8.5 /10

Grafik

5.8 /10

Steuerung

5.4 /10

Sound

7.0 /10

Pros

  • Interessante Spielidee
  • Mit neun verschiedenen Enden

Cons

  • Grafisch nicht sehr überzeugend
  • Fehlerhafte Steuerung
  • Nach zwei, drei Durchgängen recht langweilig

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