Collect or Die (Android)

Rennen, Springen, Rennen, Springen, Sammeln… Eine Formel, so alt wie Videospiele selbst, und, da sie so einfach zu spielen sind, perfekt auf Smartphonespiele übertragbar. So ist es zum Beispiel auch in Collect or Die. Hier müsst ihr durch eine Reihe völlig ungefährlicher Testkammern rennen und Münzen sammeln… Sonst geht ihr drauf. Na dann geben wir mal unser Bestes!

Setting

Ihr spielt als ein namenloses, schwarzes Strichmännchen, dass an einem Forschungsprojekt teilnimmt und jetzt dazu verdammt ist, unentwegt Münzen zu sammeln, um sich durch eine Reihe von Testkammern zu teleportieren. Die zahllosen und bedauernswerten Tode der Strichmännchensubjekte werden dabei auf VHS-Kassetten festgehalten. Um ans Ziel zu gelangen, welches nicht exsistiert, müsst ihr euch also durch Laser, Sägen, Stacheln und anderes schmerzhaftes Zeugs kämpfen. Landet ihr dann doch in einer Falle, wird das Strichmännchen durch ultrarealistische Hochleistungs-Ragdoll-Zukunftstechnik zerstückelt und blutet ein bisschen. Krass, Mann!

Gameplay

Um das Strichmännchen rennen zu lassen, neigt ihr euer Smartphone nach links oder rechts, um zu springen tippt ihr auf den Bildschirm. Sammelt die Münzen ein, kommt ins nächste Level und versucht nicht zu sterben. Falls ihr dann nicht so oft gestorben seid, kriegt ihr Sterne, die eurer Leistung entsprechen. Natürlich wäre es aber zu einfach, wenn ihr nur nach links und rechts laufen müsstet, um zu gewinnen. Je weiter ihr spielt, desto schneller wird euch klar, dass die Wissenschaftler hinter den absolut tödlichen Testkammern vermutlich völlig wahnsinnig sind, denn auf eurem Hürdenlauf warten so viele Stacheln, offene Kreissägen, Lasergeschütze, Kugeln mit Stacheln und so viele abstruse Sicherheitsrisiken, dass selbst GlaDOS sich aus purer Abscheu wegdrehen würde. Da durchzukommen ist ganz schön schwer, aber so war es bei Collect or Die auch vorgesehen, denn die App tituliert sich selber als schneller Hardcore Retroplattformer.

Was an Collect or Die Retro sein soll, weiß ich nicht so genau. Vielleicht, dass beim Pausieren ein VHS-Menü gezeigt wird? Vielleicht aber auch, weil man in dem Spiel rennt und springt. Genauso wie damals! Aber die Schwierigkeit trifft es ziemlich gut auf den Punkt, wenn auch nicht nur durch das Leveldesign. Ein Großteil der Schwierigkeit kommt eher durch die Entscheidung, einen Hardcoreplattformer mit einer Bewegungssteuerung auszustatten. Vermutlich bin ich auch nicht der geübteste darin, mein Handy zu kippen um nicht zu sterben, aber neben der Schnelligkeit und dem Momentum, dass eine Bewegungssteuerung attraktiv machen würde, wird das gesamte Gameplay ziemlich ungenau und hektisch. Vor allem verträgt sich die Steuerung nicht mit den eher quadratischen Testkammern, in denen man oft noch irgendwie durch die Luft wackeln muss, um die letzte Münze zu erwischen. Auch das Springen durch Antippen wirkt im Eifer des Gefechtes eher störend als alles andere.

Bis jetzt sind vier Kapitel des Spiels spielbar, während der Rest vermutlich durch kommende Updates nachgereicht wird, der Kampf gegen die Bewegungssteuerung ist für mich aber schon in den „einfacheren“, ersten Leveln ziemlich zäh.

Grafik und Sound

Auch wenn die Grafik fast nichts mit „Retro“ gemein hat, ist die düstere Atmosphäre doch recht schick. Die Menüs, besonders das VHS-Menü während des Spiels sind wirklich schick, auch die Umgebungen und Testkammern wirken dunkel und bedrohlich. Das Strichmännchen dagegen wirkt eher wie aus einem kostenlosen Flashspiel, aber mit flüssigeren Animationen. Die „brutalen“ Strichmännchentode sind eher brutal langweilig und enden meistens damit, dass euer Strichkörper mit etwas Blut in zwei oder drei Stückchen über den Bildschirm wabbelt. Die Musik im Hintergrund ist immerhin nicht schlecht und ziemlich düster.

Fazit

Ein ziemlich düsterer, ziemlich durchschnittlicher Plattformer, der dem Genre nichts Neues hinzufügen kann. Empfehlenswert für Freunde von Neigungssteuerung und Strichmännchenmissbrauch.

Collect or Die

Collect or Die
5.1

Setting

7.0/10

Gameplay

4.5/10

Steuerung

3.0/10

Grafik und Sound

6.0/10

Pros

  • Düstere Atmosphäre
  • Sehr herausfordend

Cons

  • Schwammige Steuerung
  • Strichmännchen mit Ragdollphysik sind immernoch Strichmännchen

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