Computer Tycoon (PC, Preview)

Der Computer: Eine der großen, technischen Revolutionen der Neuzeit, die uns seit ihrem Erscheinen mit einer Fülle an Fortschritten erfreut. Neue Technologien, kleine Alltagswunder und sehr. sehr. SEHR viele Katzenvideos entsprangen dem Schoße des Motherboards und entwickeln sich rasch. Die Anfänge für diesen Fortschritt liegen noch garnicht so weit zurück, der Erfolg war explosionsartig und die Pioniere des Personal Computers zählen heute zu den reichsten Menschen der Welt. Bewundernswert, wie aus kleinen Garagenfirmen riesige Technikimperien errichten wurden und im Kampf um den technologischen Vorsprung immer wieder neue Wände einreissen, fast schon ernüchternd… Quatsch, das könnt ihr um Längen besser! Und damit willkommen zu Computer Tycoon, der Wirtschaftssimulation, in der ihr genau das unter Beweis stellt.

Das Setting

Aktuell befindet sich der Tycoon zwar noch in einer regen Entwicklungsphase, aber schon jetzt lässt sich absehen, wohin die Reise denn gehen soll. Aktuell dürft ihr in einem fiktiven Szenario als junger Emporkömmling der Technikbranche am Anfang des Computerzeitalters eure eigene Computerfirma gründen. Dabei seid ihr nicht alleine, denn überall auf der Welt schießen Hardwareanbieter aus dem Boden und tun ihr Bestes, auf dem heiß umkämpften Computermarkt einen Fuß in die Tür zu bekommen. Interessant wäre da sicher auch, ein paar historische Szenarien durchzuspielen, beispielsweise sich in die Lage eines bestimmten Hardwareherstellers zu einem historischen Zeitpunkt zu versetzen, glücklicherweise ist das von dem Entwickler hinter Computer Tycoon geplant. Um in Computer Tycoon voranzukommen, müsst ihr ein Hardwareunternehmen (erfolgreich) führen… Eines der Spielziele (dazu später mehr) ist der finanzielle Gewinn, mit dem ihr die Konkurrenz vom Markt drängt und eure Rechner in die Pole Position der Branche setzt. Das will geplant sein: Von Marketingkampagnen, Vertriebsstellen, wohlgesuchten Märkten und nicht zuletzt den sorgfältig von euch aufgebauten Computersetups hängt ab, ob ihr die harten Konkurrenzkämpfe übersteht oder ausscheidet. Eine spannende Zeit, ein spannendes Konzept… los geht’s!

Aller Anfang ist schwer

Nach dieser schmackhaften Einleitung habt ihr euch sicher bereits selber das Spiel zugelegt und könnt es nun kaum erwarten, mit Vollgas in euer eigenes Imperium durchzustarten. Ihr erstellt euren Charakter, euren Firmennamen, startet in das Spiel und… Text. Computer Tycoon ist eine interessante und detaillierte Simulation, mit einigen coolen Grundmechaniken. Die gilt es allerdings zu lernen, und das geschieht hier durch eine Reihe sehr langer, sehr kleinzeiliger Einführungstexte. Sicher nicht das einladendste Tutorial, aber da muss man durch, denn wie gesagt, das Büffeln lohnt sich.. Zu Anfang seid ihr noch ein unbekannter Unternehmer, der nichts als Geld in der Hand hat… Keine Produktionsstätten und keine verkaufbaren PCs. Das gilt es zu ändern. Mit ein paar Hinweisen aus dem Tutorial platziert ihr eure erste Fabrik, Firmenzentrale und sucht euch den Markt für euren ersten PC. Dieser will wohl ausgesucht sein. Verkauft werden kann in jedem Land der Welt, und jeder Markt ist unterschiedlich. Wohlhabendere User werden auf Performance und hochwertige Teile in euren PCs setzen, ärmere Länder gucken beim Setup vor allem auf Preis/Leistung. Nachdem ihr die ersten Schritte abgeschlossen habt, ist der weitere Weg durch Computer Tycoon eher Learning by Doing. Das kann funktionieren, wenn man die Grundmechaniken raus hat, das Zusammenstellen des ersten eigenen Systems ist trotzdem nicht ganz simpel, erst recht, wenn man sich mit ein paar Fachvokabeln aus dem Bereich Hardware nicht auskennt. Danach nimmt das Spiel aber langsam an Fahrt auf.

Viele Wege zum Ziel

Durch die vielen unterschiedlichen Märkte, Kundenschichten und Konkurrenten wollen die Schritte eures Unternehmens gut überlegt sein. Euer Geschick beim Ausbauen eurer Fertigungswerke, dem Aufsetzen von Marketingkampagnen, der Erforschung neuer (alter) Technologien und dem Anbieten der richtigen PC-Systeme entscheidet über Sieg oder Niederlage. Und es gibt mehrere Arten, das zu erreichen. Ihr gewinnt natürlich klassischerweise, sobald ihr alle anderen Konkurrenten vom Markt gedrängt und euch ein Hardwaremonopol gesichert habt. Wenn ihr ambitioniert seid, könnt ihr auch alles was ihr habt in die Forschung stecken. Erreicht ihr den Punkt, an dem Maschinen übermächtig werden und Menschen digital werden können, werdet ihr zu einer Art digitalem Gott und gewinnt. Aber auch der einfache Versuch, nicht vor Ablauf der Jahre bankrott zu gehen, kann zum Ziel führen, auch wenn ihr dann noch etwas Konkurrenz am Markt duldet. Schafft ihr das nicht, und geht pleite, seid ihr raus aus dem Spiel. Ihr müsst aber nicht nur auf euer Kapital Acht geben, sondern auch auf euch! Das Leben eines Unternehensführers ist stressig und oft alles andere als gesund… Nicht jede Marketingstrapaze macht euer Körper auf Dauer mit, so steigt mit dem Alter und dem Belastungsgrad auch die Wahrscheinlichkeit, dass euer Charakter das Zeitliche segnet- Game Over.

Der Charaktertod mag ungewöhnlich für das Genre sein, ist aber auf jeden Fall eine interessante Mechanik, die sich mit dem Voranschreiten des Spiels auch hoffentlich weiterentwickeln wird. Für Hardwarebegeisterte ist auch der geschichtliche Aspekt und die Möglichkeit, die Entwicklungen der Computerindustrie mitzuerleben, nicht zu verachten. Kleine Schwierigkeiten gibt es noch bei der klaren Strukturierung des Spielablaufs und der Übersichtlichkeit des Interfaces. Der Kern von Computer Tycoon steht jedoch, und er steht solide.

Grafik und Sound

Abgesehen von den manchmal etwas unübersichtlichen Menüfenstern ist Computer Tycoon nicht unansehlich. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hat man die meisten Geschehnisse im Griff, auf den 3D-animierten Fabrikgeländen zeigt das Spiel sogar ein wenig unerwartete grafische Tiefe. Die Musik untermalt das Ganze relativ entspannt, stört nicht, und lässt euch in Ruhe eurer eigenes Hardwareimperium aufbauen.

 

 

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