Das dunkle Herz

Manchmal entscheidet auch bei Büchern der optische Eindruck. Ein originelles, ansprechendes Cover kann manchmal zu Spontankäufen führen, wenngleich die Handlung des Buches sonst gar nicht dem eigenen Geschmack trifft. Manchmal weiß man auch so gar nicht recht, was einen erwarten könnte.

Wie, was und warum überhaupt?

So geschehen bei „Das dunkle Herz“ von Lukas Hainer. Sowohl der Titel als auch das Buchcover selbst erscheinen düster, etwas geheimnisvoll und mysteriös. Liest man sich sodann die Kurzbeschreibung auf der Buchrückseite durch, ist man immer noch nicht schlauer. Fantasy? Science-Fiction? Ein seltsamer Traum? Man kann es einfach nicht einordnen – aber neugierig ist man geworden! Und so fängt man eben mit der Lektüre an…

Der Autor beginnt ohne lange Umschweife und wirft den Leser mitten ins Geschehen. Das ist einerseits ganz gut, denn es wird nicht unnötig eine vielleicht gar nicht benötigte Randstory aufgebaut, ist aber andererseits in diesem Fall dann doch etwas zu schnell. Zu Beginn weiß man also immer noch nicht richtig, auf was man sich hier eigentlich eingelassen hat. Und es fällt auch schwer eine Verbindung zum Hauptcharakter aufzubauen. Diesen Stil muss man also mögen, um von der ersten Seite in den Bann des Buches gezogen zu werden.

Hat man aber die ersten Stolpersteine überwunden und fühlt sich so langsam in die Story ein, dann bekommt man eine durchaus spannende Science-Fiction Geschichte geliefert. Viele Geheimnisse, viele Wendungen und während des Lesens keine Ahnung, wohin das Ganze führen soll. Wer genau solche Bücher mag, ist zumindest inhaltlich hier an der richtigen Stelle.

Spannende Story, nicht ganz so gut erzählt

Allerdings ist der Schreibstil des Autors etwas zu kritisieren. Wenngleich die Atmosphäre der Story düster ist, so muss die Erzählart nicht so kühl sein. Hainer bleibt immer distanziert und etwas kalt, sodass man sich als Leser ebenfalls nur als Beobachter fühlt und nie so richtig in die Geschichte eintauchen kann. Ein bisschen mehr Gefühle, ein paar mehr Details hätten sicherlich nicht geschadet.

Insgesamt bleiben wir als Leser also mit gemischten Gefühlen zurück: Einerseits überzeugt von der Story und der Idee, andererseits enttäuscht von der Umsetzung.

Das dunkle Herz

Das dunkle Herz
7.3

Story

8.4 /10

Schreibstil

6.2 /10

Pros

  • Interessante, neuartige Geschichte
  • Mit Potential nach oben
  • Schicke Aufmachung

Cons

  • Kalter und distanzierter Schreibstil
  • Schwieriger Einstieg in die Story
  • Beziehung zu den Charakteren aufzubauen ist fast nicht möglich

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