Das Herz der Nacht

Der Traum – ein so kleines Wort, das Großes bedeuten kann. Der Traum ist sowohl positiv als auch negativ besetzt, wenngleich bei der Aussprache „Träume verwirklichen“ natürlich immer nur die guten Aspekte bedacht werden. Und die Träume in der Nacht? Die können erleichternd, verarbeitend oder auch beängstigend wirken. Träumen kennt jeder, Alpträume leider auch. Doch was wäre, wenn man in einem solchen Traum gefangen bleiben würde?

Wenn die Sonne nicht mehr untergeht…

Matéo hat sich seinen schönen Traum zum Teil verwirklichen können. Er arbeitet als Zauberer gemeinsam mit der Liebe seines Lebens Anisa. Nur der große Durchbruch, der steht noch aus. Doch das ist nun nicht mehr seine größte Sorge, viel schlimmer ist das, was in Venedig passiert: Sieben Tage lang herrschte völlige Dunkelheit in der Stadt, die Sonne ist einfach nicht mehr aufgegangen. Als es dann endlich wieder Tag wurde, war Anisa verschwunden. Gestern ging das Paar noch gemeinsam schlafen, heute liegt sie nicht mehr neben ihm und ist nirgendwo zu finden. Dafür ist aber die Sonne wieder da, die auch am Abend keine Anstalten macht, wieder unter zu gehen. Es scheint, dass auf die ewige Nacht nun der ewige Tag folgt. Ist dies ein Zufall oder hat das mit Anisas Verschwinden zu tun?

Natürlich macht sich Matéo auf die Suche nach seiner Freundin – und wird sogar fündig! Doch Anisa ist plötzlich eine andere. Sie kennt Matéo nicht mehr, ist aber vollauf begeistert von dem Zirkus, in dem sie nun voller Begeisterung ein Mitglied zu sein scheint. Ein Traum? Oder eher ein Alptraum? Matéo will dem Geheimnis auf den Grund gehen…

Märchenhafte Fantasie

Bei dem Buch „Das Herz der Nacht“ von Fabienne Sigmund, das im Acacus Verlag erschienen ist, handelt es sich um ein Fantasyroman, das mit märchenhaften Zügen daher kommt. Die Story ist schon recht weit hergeholt und einige Dinge werden schlicht als gegeben dargestellt, obwohl sie in der Realität so natürlich nie möglich wären. Das ist nicht weiter schlimm, wenn man nicht einer der Leser ist, die Surreales bis ins letzte Detail erklärt haben möchten. Wer jedoch seiner Fantasie freien Lauf lassen kann und möchte, der ist mit der hier erschaffenen Version von Venedig sehr gut bedient.

Während die Story kaum Wünsche übrig lässt, gibt es hie und da einige Störungen im Lesefluss, wenn die Autorin etwas zu weit ausholt und die Geschichte in die Länge zieht. Ein paar weniger Seiten, dafür auch weniger Ausschweifungen hätten es auch getan. Stattdessen wäre es schön gewesen, wenn die Charaktere – mit Ausnahme von Matéo – etwas mehr Raum bekommen hätten, sodass der Leser eine größere Bindung zu den Figuren hätte aufbauen können.

Am Schreibstil lässt sich aber abgesehen davon nichts bemängeln: Man kann es sich durchaus an einem Sonntagmittag mit „Das Herz der Nacht“ und einer heißen Schokolade, eingewickelt in der Kuscheldecke, auf dem Sofa bequem machen und das Buch in einem Rutsch lesen. Die Geschichte lädt zum Abdriften in eine andere Welt ein und ist somit lesenswert für alle Fantasy-Fans, die es gerne märchenhaft mögen.

Das Herz der Nacht

Das Herz der Nacht
7.7

Story

8.4/10

Schreibstil

7.6/10

Lesefluss

7.0/10

Pros

  • Gelungene Story, die zu fesseln weiß
  • Gut lesbar, auch an einem Nachmittag

Cons

  • Hie und da etwas zu sehr in die Länge gezogen

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