Denen man nicht vergibt (Blu-Ray)

Gehören Western eigentlich zur seichten Unterhaltung oder steckt da immer Tiefgang hinter? Das kann man so pauschal natürlich nicht beantworten, denn manche Western berieseln uns einfach mit stumpfen Dialogen und wilden Schießereien. Andere hingegen machen auf Missstände der damaligen Zeit aufmerksam und möchten eine wichtige Botschaft vermitteln. Zu letzteren sollte eigentlich auch „Denen man nicht vergibt“ zählen.

Herkunft ungewiss?

Mathilda Zachary ist Witwe und bewirtschaftet gemeinsam mit ihren Kindern eine Farm in Texas. Doch der Familienzusammenhalt wird bald gestört, als ein finsteres Geheimnis ans Licht kommt. Die Tochter der Familie – Rachel (gespielt von Audrey Hepburn) – ist gar keine Zachary! Tatsächlich wurde sie als Baby von der Familie adoptiert und stammt eigentlich von Indianern ab – ausgerechnet von den Kiowas, auf die die Bevölkerung der Gegend überhaupt nicht gut zu sprechen ist. Zunächst wird versucht, das Geheimnis weiterhin zu vertuschen, doch dann kommt es zum Eklat…

Verantwortlich für diesen Film aus dem Jahr 1960 zeichnet sich John Huston, dem wir viele Klassiker wie „Die Spur des Falken“ oder „African Queen“ verdanken. Viele seiner Filme sind mit Filmlegenden besetzt, sodass es nicht verwunderlich ist, dass er auch für diese Produktion namenhafte Künstler wie Burt Lancaster und Audrey Hepburn verpflichten konnte. Auch kommen seine Filme häufig mit einer guten Botschaft daher – was er auch mit „Denen man nicht vergibt“ versucht hat. Allerdings ist dies nicht so gut gelungen.

Leider ziemlich vergaloppiert

Vorweg sei gesagt, dass John Huston keinesfalls ein Rassist war, im Gegenteil. Das wollte er auch mit diesem Film unter Beweis stellen. Als Fazit sollte der Zuschauer wohl daraus ziehen, dass die Abstammung völlig egal ist und nur der Mensch und sein Charakter wirklich zählt. Egal, ob Rachel als Indianerin oder Weiße zur Welt gekommen ist, sie wird am Ende von der Familie nach wie vor geliebt. Das Problem ist nur die Zeit dazwischen.

Das Indianervolk wird hier als wild und brutal dargestellt, der Zuschauer hat keine Chance, Sympathien für diese zu entwickeln. Und Rachel? Die ist auch nur liebenswert, weil sie eben als Weiße erzogen worden ist. Solange sie sich als solche gibt, ist sie vollkommen gleichberechtigt… Die Botschaft, dass es egal ist, welcher ethischen Gruppe man angehört, ist klar und sicherlich gut gemeint. Die Umsetzung hingegen ist völlig nach hinten losgegangen.

Aufgrund dieser wirklich verhauenen Umsetzung ist der gesamte Film leider nicht so zu genießen, wie es Filme von John Huston normalerweise sind. Technisch und schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, aber das reicht nunmal nicht immer.

Denen man nicht vergibt

Denen man nicht vergibt
6.8

Story

4.1 /10

Darsteller

8.2 /10

Bild- und Tonqualität

8.0 /10

Pros

  • Gute Auswahl an talentierten Darstellern
  • Gut ausgewählte Kulissen
  • Bild- und Tonqualität sehr gut, bedenkt man das Alter des Films

Cons

  • Die Botschaft war lieb gemeint, ging aber völlig nach hinten los
  • Story kann nicht fesseln, weil die Umsetzung schwächelt

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