Der Geschmack von Leben (Blu-Ray)

Machen wir uns nichts vor, Sexualität spielt im Leben eine zentrale Rolle. Für die einen mehr, für die anderen weniger, aber fast jeder ist doch gut am Thema interessiert. Dass da auch der Filmmarkt einiges hergibt, ist klar. Obwohl es immer ein sehr schmaler Grat zwischen Pornographie und ästhetischer Filmkunst ist. So ist es nicht verwunderlich, dass manche einen Film als Kunst, andere als Schrott empfinden. Mit „Der Geschmack von Leben“ könnte es sich da ähnlich verhalten.

Wie ticken die Deutschen?

Nikki (gespielt von Antje Nikola Mönning) ist eine Vloggerin. Sie betreibt einen Video-Blog, für den sie mit ihrem Auto durch das Land reist und sich auf die Suche nach Geschichten macht. Aber nicht irgendwelche Geschichten natürlich, sexuell müssen sie sein. Doch da sie etwas hinter die Kulissen schauen möchte, geht es dabei eben doch nur rund um das körperliche Thema, Beziehungen, Schuld und Religion spielen ebenso eine Rolle.

Bei „Der Geschmack von Leben“ handelt es sich um einen Film von Roland Reber. Ein deutscher Regisseur, der bereits in er Vergangenheit mit seinen Filmen die Meinungen der Zuschauer gespalten hat. Das Erotikdrama „Engel mit schmutzigen Flügeln“ wurden von einigen als Müll bezeichnet. Der Psychothriller „Die Wahrheit der Lüge“ hingegen häufig als Meisterwerk bezeichnet.

So unterschiedlich die Kritiken generell sein mögen, so hin und her gerissen kann man nun auch von „Der Geschmack von Leben“ sein. Tatsächlich ist die Idee erstmal nichts Besonderes. Reportagen zum Thema gibt es im Überfluss und laufen ständig im Nachtprogramm. Braucht man da wirklich einen Spielfilm, der als Video-Blog-Reportage aufgebaut ist? Nein, eigentlich nicht. Und dennoch darf man sich ruhig einen Ruck und dem Film eine Chance geben. Denn wenn man erstmal begonnen hat ihn zu sehen, stellt man fest, dass er auf seine Weise einzigartig ist.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Es gibt ein paar Punkte, für die es Abzüge gibt. Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass Nikki einfach viel zu häufig barbusig über den Bildschirm flitzt und es dadurch schon theaterhafte Züge bekommt. Und dann ist da der Humor… Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch hier kommt es viel zu häufig gezwungen und gekünstelt rüber, sodass nichtmal ein Schmunzeln über die Lippen kommen will. Leider aber generell ein häufiges Problem bei deutschen Komödien.

Aber es gibt auch Gutes zu vermelden. Denn hat man erstmal die ersten stolperhaften Minuten überstanden, in denen man sich fragt, ob man sich nun wirklich den gesamten Film geben kann, dann wird man doch irgendwie belohnt. Nicht durch die Freizügigkeit des Films, sondern aufgrund der künstlerischen Ader. Wenn man sich auf Filme wie diesen einlassen kann, dann sollte man sich für „Der Geschmack von Leben“ begeistern lassen können.

Zum Mainstream gehört dieser Titel sicherlich nicht – will er auch gar nicht. Wer aber „Engel mit schmutzigen Flügeln“ schon mochte, der kann hier ohne Bedenken zugreifen. Wer den schon schlecht fand, sollte auch an „Der Geschmack von Leben“ vorbeigehen.

Der Geschmack von Leben

Der Geschmack von Leben
7.1

Story

7.2 /10

Darsteller

6.8 /10

Humor

5.8 /10

Künstlerischer Wert

8.4 /10

Pros

  • Hebt sich von der Masse ab
  • Story gar nicht so schlecht
  • Für Fans solcher Filme sehr gelungen

Cons

  • Humor viel zu gezwungen
  • Die meisten Darsteller sind eher durchschnittlich

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