Der Mann der Adolf Eichmann jagte (DVD)

Jeder, der sich auch nur ein wenig mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt hat, kennt diesen Namen: Adolf Eichmann. Ein österreichischer SS-Obersturmbannführer, der maßgeblich an der Vertreibung und Deportation von Juden beteiligt und dadurch des millionenfachen Mordes mitschuldig war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelang es Eichmann unterzutauchen und schließlich nach Argentinien zu fliehen. Dass ein Kriegsverbrecher wie dieser aber nicht ungeschoren davonkommen durfte, war klar. Von dieser Zeit vor der Verhaftung handelt nun dieser 90er Jahre Film „Der Mann, der Adolf Eichmann jagte“.

Einblicke in eine schweres Unterfangen

„Der israelische Geheimdienst Mossad hat im Mai 1960 den nationalsozialistischen Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Argentinien aufgespürt. Die beiden jüdischen Spezialisten Peter Zvi Malkin und Isser Harel entwerfen nun einen Plan, um Eichmann zu fangen, außer Landes zu schaffen und ihn in Israel für seine Verbrechen im Holocaust vor Gericht zu stellen. Am 11. Mai 1960 gelingt dem Mossad der Coup – Eichmann kann festgenommen werden. Im Versteck, wenige Tage vor der Entführung nach Israel, offenbart sich Eichmann den Ermittlern.“

Wenn das Wort „jagte“ in einem Filmtitel vorkommt, hofft so manch Zuschauer eventuell auf viel Action. Von diesem Gedanken sollte man sich bei diesem Film aber schnell verabschieden, denn die wahre Stärke dieses Films liegt nicht in den wenigen ereignisreichen Szenen, sondern in den Dialogen. Diese mögen sich nun nicht genauso in der Realität zugetragen haben, doch geben sie dem interessierten Zuschauer sehr interessante Einblicke und Erkenntnisse.

Hochwertige 90er Jahre Produktion

Diejenigen, die auf viel Realitätstreue wert legen, wird außerdem die Tatsache überzeugen, dass der Film teilweise an Originalschauplätzen gedreht worden ist, darunter zum Beispiel auch das Originalversteck.

Der US-amerikanische Schauspieler Robert Duvall traut sich an die verhasste Figur Eichmann heran und verkörpert diese großartig. Ebenso kann man an den Leistungen von Arliss Howard und Jeffrey Tambor, die Peter Zvi Malkin und Isser Harel spielen, nichts aussetzen. Natürlich ist die Bildqualität eine andere als wir es heute gewohnt sind (der Film ist nunmal auch schon 20 Jahre alt), dennoch handelt es sich um eine hochwertige Indie-Produktion, die zu Recht für zwei Emmys nominiert war.

Wer Nachkriegsfilme mag, sich nicht an fehlender Action stört und sein Wissen über die Weltgeschichte erweitern möchte, liegt mit diesem Film genau richtig.

Der Mann der Adolf Eichmann jagte

Der Mann der Adolf Eichmann jagte
8.7

Storyumsetzung

8.7 /10

Darsteller

9.0 /10

Bild- und Tonqualität

8.5 /10

Pros

  • Dialoge, die den Zuschauer gespannt zuschauen lassen
  • Hervorragende Darstellerwahl
  • Hochwertige Produktion

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