Der schwarze Kanal – DDR-Politpropaganda zu Zeiten des Kalten Krieges (DVD)

Wenn man heute einen Blick in die Vergangenheit wirft, fragt man sich immer wieder, wie es damals so weit kommen konnte, dass so viele Menschen Adolf Hitler verehrt haben und all dem, was er sagte, Glauben geschenkt haben. Doch nicht nur die Nazis sind ein Beispiel für geschichtliche Propaganda, die funktioniert hat, obwohl sie – nüchtern betrachtet – schon damals als gefährlich eingestuft hätte werden können.

Hetze gegen den Westen – wie es damals eben war

Auch in der DDR gab es Propaganda, der viele Menschen gefolgt sind, was ebenfalls heutzutage nur schwer nachzuvollziehen ist. Meist bekommen wir – als Generation, die all dies selbst gar nicht mitbekommen hat oder nicht wahrnehmen konnte, weil noch zu jung – nur Auszüge aus Filmmaterial der damaligen Zeit zu sehen. Kurze Schnipsel, die zwar eine Aussage enthalten, die oftmals jedoch aus dem Zusammenhang gerissen worden sind. Selten hingegen bekommt man noch die Gelegenheit, ein Dokument vergangener Zeit in Gänze zu sehen, um sich ein umfassendes Bild machen zu können.

Dies hat sich nun mit der Veröffentlichung der sechs DVDs umfassenden Box „Der schwarze Kanal – DDR-Politpropaganda zu Zeiten des Kalten Krieges“ geändert. Über 12 Stunden lang können wir verfolgen, wie DDR-Propaganda funktioniert hat, was die Menschen damals, in der Zeit von 1960 bis 1989 zu sehen bekommen haben.

Die Sendung „Der schwarze Kanal“ wurde in eben dieser Zeit im DDR-Fernsehen ausgestrahlt. In über 1500 Ausgaben führte Karl-Eduard Richard Arthur von Schnitzler durch das Programm und zeigte Ausschnitte aus dem Westfernsehen, um diese in einer Form zu kommentieren, die abfälliger über Westdeutschland nicht sein könnte. „Der schwarze Kanal“, das war wirklich Propaganda und Meinungsmache pur.

Ein sehenswertes historisches Dokument für Geschichtsinteressierte

Und gerade weil diese Sendung ein solches Beispiel dafür ist, wie Menschen beeinflusst werden können, ist sie ein historisches Dokument, das noch heute sehenswert ist. Nicht, weil die Sendung so großartig oder informativ gewesen wäre – sicher nicht. Sondern vielmehr, weil man manchmal schockiert darüber ist, was im DDR-Fernsehen von sich gegeben worden ist. Weil man manchmal fast schon amüsiert ist, was für ein Schwachsinn Karl-Eduard von Schnitzler da von sich gegeben hat. Und weil man manchmal sogar heute noch wütend über das Gesagte wird – denn fest steht, dass die Sendung bei vielen DDR-Bürgern eben doch Anklang fand und die Zuschauer all dem Glauben schenkten. Betrachtet man diese Sendung also mit der nötigen Distanz aus der heutigen Sicht, ist es ein sehr interessantes Zeitdokument, dass sich für historisch Interessierte allemal lohnt.

In Sachen Bild und Ton darf man nicht allzu viel erwarten. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn hier handelt es sich nun mal um Fernsehaufnahmen, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Sicherlich hätte man ein bisschen restaurieren können, aber andererseits wären dann eventuell etwas von der Nostalgie verloren gegangen. Letztendlich haben wir so ein historisches Dokument doch lieber mit Bildfehlern als gar nicht!

Der schwarze Kanal - DDR-Politpropaganda zu Zeiten des Kalten Krieges

Der schwarze Kanal - DDR-Politpropaganda zu Zeiten des Kalten Krieges
9.025

Umfang

10/10

    Ton- und Bildqualität

    8/10

      Preis-Leistungs-Verhältnis

      9/10

        Episodenauswahl

        10/10

          Pros

          • Sehr gute Folgenauswahl
          • Mit über 12 Stunden äußerst umfangreich

          Cons

          • Bild und Ton nicht optimal

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