Die Chroniken des Geistertempels (DVD)

Meine Damen und Herren, heute gibt es drei zum Preis von einem! Nein, nicht drei Filme, aber drei Genres vermischt in einem Film. Zum einen hätten wir da die Rubrik Eastern (was im Grunde kein eigenständiges Genre ist, aber drücken wir für diese Einleitung doch mal ein Auge zu). Der Film „Die Chroniken des Geistertempels“ stammt nämlich aus China.

Wie man an dem Titel erahnen kann, sind wir hier außerdem im Abenteuergenre gelandet – erinnert doch irgendwie ein wenig an Indiana Jones, oder? Und – ebenfalls dem Titel entnehmbar – ist Fantasy ein großes Thema. Geister und so. So weit, so gut. Aber kann ein solcher Mix tatsächlich funktionieren und unterhalten?

Ein mysteriöser Tempel wartet auf uns…

In der Vergangenheit wurden in China immer wieder sagenhafte Entdeckungen gemacht, von Drachenknochen bist sehr gut erhaltenen Mumien. Im Jahr 1979 kommt es nun zu einer echten Sensation. In den Bergen in der Nähe zur Grenze zur Mongolei werden Fossilien entdeckt, die keinem Lebewesen zugeordnet werden können. Forscher werden unter Begleitung zu der Fundstelle geschickt, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Doch was sie entdecken ist noch viel mysteriöser als einer von ihnen geahnt hätte.

Klingt bis dahin schonmal ganz gut. Wir könnten das nun einfach so stehen lassen, den Genremix loben und uns anderen Themen widmen. Aber nein, so läuft das natürlich nicht. Denn leider gibt es doch einige Punkte, die an diesem Film auszusetzen sind. Das fängt tatsächlich bei der Story an. Das Grundgerüst ist gut, spannend und abenteuerlich. Nur hilft das nicht viel, wenn es zu einigen Wirrungen kommt, die nicht logisch nachvollziehbar sind.

Welches Bearbeitungsprogramm ist das denn?

Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen Eastern handelt und der Bereich auch mit Filmen wie „Godzilla“ punkten konnte, wenngleich einige Zuschauer der westlichen Welt diesen Monster-Filmen nicht wirklich viel abgewinnen können. „Monster“ gibt es auch bei „Die Chroniken des Geistertempels“, denn es ist ja schließlich unter anderem ein Fantasy-Film.

Sitzt man weit weg vom Bildschirm, dann kann man diese Kreaturen und sämtliche anderen Special Effects durchaus als gelungen bezeichnen. Sitz man jedoch in einem normalen Abstand, dann sieht man viel zu deutlich, wie hier mit dem Computer gearbeitet wurde. Das hat früher nicht gestört, aber bedenkt man die heutigen Möglichkeiten, so mindert das den Filmgenuss.

Was ebenfalls den Filmgenuss mindert, sind die Darsteller. Ja, da kommt der typische Eastern-B-Movie durch. Übertriebene Mimik zu sinnlosen Gekicher oder Geplärre. Sowas muss man wohl einfach mögen. Da sich jedoch „Die Chroniken des Geistertempels“ auf den ersten Blick als ernstzunehmenden Film sieht, der gerne mit den Blockbustern aus den USA mithalten würde, tut man sich mit den Darstellern schwer.

Hier wird die Propaganda-Keule geschwungen

Ein weiterer Punkt, mit dem sich sicher viele Zuschauer schwer tun werden, ist die ausgelebte Propaganda des Films. Ja, China eben. Da wird gesungen und ein Loblied nach dem anderen zelebriert. Die Soldaten machen brav wie aufgetragen und überhaupt ist China das tollste Land der Welt… Schwierig, wenn man einen solchen Streifen dann aber in die westliche Welt bringt. Manch einer mag drüber hinweg schauen können, manch einer aber eben nicht.

Fassen wir zusammen: teilweise wirre Story, schlechte Special Effects und deutlich erkennbare Computerbearbeitung, durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Darsteller und eine ordentliche Schippe China-Propaganda. Und die Vorteile? Na ja, die Idee ist gut. Also die Idee der Story. Und die Bild- und Tonqualität der DVD-Veröffentlichung auch. Aber leider war es das dann auch schon.

Die Chroniken des Geistertempels

Die Chroniken des Geistertempels
4.5

Story

5.3/10

Umsetzung

2.0/10

Special Effects

4.1/10

Darsteller

3.2/10

Ton- und Bildqualität

8.0/10

Pros

  • Die Storyidee wäre gut...
  • Gute Ton- und Bildqualität

Cons

  • ... wenn die Umsetzung nicht so schlecht und voller Wirrungen wäre
  • Schlechte Special Effects
  • Miese Darsteller
  • Viele China-Propaganda

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