Die falsche Prinzessin (DVD)

Vor einigen Tagen sind wir bereits in regelrechte Begeisterung ausgebrochen, weil es „Prinzessin Fantaghirò“ endlich in überarbeiteter Qualität auf DVD und Blu-Ray geschafft hat, da dürfen wir uns gleich über die nächste Neuveröffentlichung eines Märchenklassikers der 90er erfreuen. Zwar ist „Die falsche Prinzessin“ vielleicht nicht ganz so bekannt wie „Prinzessin Fantaghirò“, aber das könnte sich ja nun ändern!

Wenn der Wunsch unerträglich wird

Bei „Die falsche Prinzessin“ handelt es sich um eine Miniserie bestehend aus zwei Filmen. Der Titel lässt bereits erahnen, worauf es hinausläuft. Die Frau des Königs war bisher nicht in der Lage, einen Thronfolger zu gebären. König Hamil bereitet dies natürlich Sorge – eine so große Sorge, sodass er einen Magier aufsucht, der ihm bei dem Wunsch nah einem leiblichen Sohn behilflich sein soll. Doch die Ereignisse überschlagen sich. Der Wunsch wird zwar erfüllt, doch kommt es kurz nach der Geburt ganz anders als erhofft, das Baby wird entführt! In seiner Verzweiflung gibt der König kurzerhand die uneheliche Tochter einer Diener als seine Tochter aus. Mirabella wird daraufhin zur Thronerbin erklärt. So weit, so gut. Doch Jahre später kommt es zu einem Aufeinandertreffen, das keiner erahnt hätte …

Man ist nun geneigt, „Die falsche Prinzessin“ ständig mit „Prinzessin Fantaghirò“ zu vergleichen. Kein Wunder, stammt die Miniserie doch vom selben Produzententeam und war sozusagen die Antwort auf die Wünsche der Fans nach einer Fortsetzung. Eine Fortsetzung ist es zwar nicht geworden, doch sind die Produzenten den Märchen um Prinzessinnen, Prinzen und Königen treu geblieben. Aber wie das nunmal so ist … Wer einmal einen so großen Hit wie „Prinzessin Fantaghirò“ gelandet hat, hat es schwer im selben Genre nochmal so erfolgreich zu sein. Und tatsächlich: an die beliebte Märchenserie kommt „Die falsche Prinzessin“ längst nicht heran.

Immer diese Vergleiche…

Das hat unterschiedliche Gründe, obwohl die Story durchaus das Potenzial hat, Märchenfreunde an den Bildschirm zu fesseln. Und auch ist weder an der Kulisse noch an den Kostümen irgendwas einzuwenden. Die Bildqualität ist in der Neuveröffentlichung von Studio 100 wirklich sehr gut – auch da gibt es also nichts zu meckern. Um ehrlich zu sein… Wenn es den Vergleich zu „Prinzessin Fantaghirò“ nicht geben würde, könnte „Die falsche Prinzessin“ sogar zu einem der neumodischen Lieblingsmärchen werden. Lediglich zwei Charaktere verhindern richtige Begeisterungsstürme.

Zum einen wirkt Mathieu Carrière (ja, genau der aus dem Dschungelcamp…) in der Rolle des guten Königs Hamil einfach fehl am Platz. Das mag allerdings persönliche Geschmackssache sein, mir hat er jedenfalls in dieser Rolle gar nicht gefallen. Zum anderen liegt das an der Figur der Prinzessin Mirabella. Die finnische Schauspielerin Anna Falchi (die bereits in der ebenfalls von diesem Produzententeam veröffentlichten Miniserie „Der Ring des Drachen“ mitgespielt hat) liefert eine großartige Darstellung ab, keine Frage. Die Rolle selbst ist allerdings nicht das, was man sich von einer Prinzessin – auch wenn es eine falsche ist – erwartet. Sicherlich sollen Märchen nicht immer nach einem bestimmten Schema ablaufen, aber die Prinzessin sollte uns doch wenigstens sympathisch sein! Leider ist sie das nicht, wodurch der Spaß beim Zuschauen etwas gedämpft ist.

Ab in die Sammlung damit!

Trotz der Kritik an diesen beiden Figuren ist „Die falsche Prinzessin“ absolut zu empfehlen. Denn die Story, die Darstellung und Umsetzung und die Bild- und Tonqualität überzeugen auf ganzer Linie. Märchenfreunde – vor allem die, die bereits „Prinzessin Fantaghirò“ und „Der Ring des Drachen“ in ihr Herz geschlossen haben – werden diese Miniserie ebenfalls vollkommen genießen und für ein paar Stunden erneut in eine Welt voller Magie, Macht und Liebe eintauchen.

Die falsche Prinzessin

Die falsche Prinzessin
8.9

Story

9.0 /10

Schauspieler

8.9 /10

Umsetzung

8.5 /10

Qualität

9.1 /10

Pros

  • Ein zauberhaftes Märchen in zwei Akten
  • Hervorragende Schauspieler
  • Liebevoll in Szene gesetzt

Cons

  • Etwas unsympathisch Hauptfigur

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