Die Tore der Geister

Nachdem Iny Klocke und Elmar Wohlrath unter dem Pseudonym Iny Lorentz mit ihrer „Wanderhure“-Reihe nicht nur Leser, sondern später auch Filmzuschauer begeistert haben, haben sie natürlich noch so einige weitere Werke veröffentlicht. Einige davon unter weiteren Namen, wie in diesem Fall Mara Volkers.

„Die Tore der Geister“ ist jedoch eher eines der schwachen Werke des Schriftsteller-Paars. Das liegt nicht nur daran, dass die Genre Science-Fiction und Fantasy hier auf eine eher weniger passende Weise zusammengemixt werden, auch die Story schwächelt stark.

Aber worum geht es überhaupt?

Nach einem misslungenen Experiment kommt es zu einem Sonnensturm, der mehrere Katastrophen mit sich bringt: Erdbeben und Tsunamis bringen Tod und Verderben mit sich. Nicht viele überleben dies. Doch diejenigen, die doch noch am Leben sind, müssen sich an ganz neue Gegebenheiten anpassen: Der Verzicht auf Strom und die westliche Welt wie man sie vorher gekannt hat, ist nur einer der Punkte. Viel schlimmer mögen hingegen die Visionen sein, die die Überlebenden ereilen. Geister haben sich einen Weg aus dem Jenseits gebahnt und sinnen nach Rache. Das Tor zur Geisterwelt muss wieder verschlossen werden, um den Frieden und die menschliche Zivilisation zu schützen und bewahren.

Gute Idee – langweilige Umsetzung

Der Ansatz der Story ist sicherlich nicht schlecht, wenngleich die Mischung aus Weltuntergangsszenario und mysteriöser Geisterwelt nicht jedermanns Sache sein mag. Bei der Umsetzung der Idee hapert es jedoch gewaltig. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe, allen voran die Charaktere zu denen man als Leser einfach keine Bindung und nur wenig Sympathien aufbauen kann. Vor allem die Hauptfigur Manuela geht einem schon bald ordentlich auf die Nerven. Sie ist hochbegabt – soweit, so gut. Allerdings scheint es wirklich nichts zu geben, was sie nicht kann. Es scheint fast so, als wären den Autoren hie und da mal eine Möglichkeit ausgegangen, aus einer Situation wieder hinauszukommen und – schwupps: Manuela wird es schon richten! Dass dabei schnell die Spannung auf der Strecke bleibt, ist wohl kaum verwunderlich.

Während aber zu Beginn das Interesse des Lesers doch noch stark geweckt wird und die apokalyptischen Szenarien sehr gut durchdacht und geschildert worden sind, wird es ab dem Zeitpunkt, zu dem die Geister auftreten – die ja nicht nur aufgrund des Titels des Buches eine zentrale Rolle spielen – zu undurchdacht. Die Geschichte wirkt an den Haaren herbeigezogen (klar, das kann man über Geistergeschichten natürlich immer sagen, aber hier ist das Geschehen einfach zu sehr konstruiert).

Alles in allem freut man sich also auf eine außergewöhnliche Story, die leider in der Umsetzung ziemlich nach hinten losgegangen ist, sodass die Enttäuschung über das Buch umso größer ist. Aber immerhin sollte man positiv anmerken, dass der Schreibstil wie gewohnt gut gelungen ist.

Die Tore der Geister

Die Tore der Geister
6.3

Story

5.2 /10

Charaktere und Atmosphäre

5.5 /10

Schreibstil

8.2 /10

Pros

  • Gute Grundidee...
  • Gut zu lesender Schreibstil

Cons

  • ... die leider schlecht umgesetzt worden ist
  • Blasse und wenig sympathische Charaktere
  • Liest sich sehr konstruiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.