Dirty Dancing ’17 (DVD)

Oh je, mit Remakes ist das immer so eine Sache… Irgendwie wünscht man sich bei manch Filmen eine neuere, modernere Version, aber meistens geht es dann doch nach hinten los. In seltenen Ausnahmen schlägt das Remake allerdings ein wie eine Bombe – in der Regel dann, wenn das Original eher unbekannt ist.

Wenn man sich aber an einen Blockbuster wie „Dirty Dancing“ wagt, der heute noch mehrfach im Fernsehen zu sehen ist und selbst bei einem jüngeren Publikum beliebt ist und bei vielen auf Platz eins der Lieblingsfilme steht, dann begibt man sich auf ganz dünnes Eis und muss mit einem tiefen Fall rechnen.

Nee, so läuft das nicht!

Diese Gefahr hat die Macher von „Dirty Dancing ’17“ aber nicht abgehalten, den gewagten Schritt zu gehen – und sie sind kläglich gescheitert. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen lebt das Original unter anderem vom Soundtrack. Wird dieser dann neu eingesungen, ist es schonmal nicht mehr das Wahre. Hält man sich bei einem Remake dann auch noch viel zu nah an der Originalfassung und behält einen Großteil der Dialoge bei, dann macht es doch schon gar keinen Sinn mehr. Vielmehr wird man also beim Zusehen an eine Schulaufführung erinnert, die sich eines bekannten Stückes widmet: ganz niedlich, aber nur, wenn das eigene Kind auf der Bühne steht.

Bei diesem Remake wurde so viel falsch gemacht, wie es nur geht. Zwar mögen die Schauspieler durchaus talentiert sein, doch sind sie nur ein trauriger Ersatz für die Originaldarsteller. Abigail Breslin als „Baby“? Nein, das funktioniert einfach nicht, auch wenn sie sich noch so viel Mühe gibt. Man hat das Gefühl, sie wäre in einem Film wie „High School Musical“ besser aufgehoben gewesen. Aber ganz schlimm schaut es mit dem neuen „Johnny“ aus. Colt Prattes, wirklich? Auch er ist kein schlechter Schauspieler, aber er hat bei Weitem nicht die Ausstrahlung und das Sex-Appeal, das ein Patrick Swayze hatte. Zumindest nicht in diesem Film.

Was zurück bleibt, ist pure Enttäuschung

Positiv zu bewerten ist hingegen die Darstellung von Babys Vater und ihrer Schwester. Diese kommen deutlich besser weg als im Original. Zum Beispiel bei der Talentshow. Tatsächlich sind es eben diese Änderungen, die ein Remake ausmachen: sich zwar generell an die Storyline halten, aber frischen Wind hinein bringen. Dies geschieht bei „Dirty Dancing ’17“ aber leider viel zu selten.

Was den ganzen Film aber wirklich als völlige Enttäuschung darstellt, ist das neue Ende. Nein, wir wollen nicht spoilern. Aber man hat sich hier gedacht, hängt man doch einfach mal ein nichtmal fünfminütiges „Jahre später“ ran – und hat damit die gesamte Magie der Story zerstört. Danke dafür.

Wer also das Original liebt, sollte von diesem Remake besser die Finger lassen. Die wenigen guten Szenen ist die Zeit wirklich nicht wert!

Dirty Dancing '17

Dirty Dancing '17
2.5

Storyumsetzung

2.0 /10

Darsteller

4.0 /10

Atmosphäre

1.5 /10

Pros

  • Einige (sehr wenige) gut abgeänderte Szenen

Cons

  • Veränderter Soundtrack
  • Zum größten Teil einfach nur nachgespielt
  • Fehlerhafte Besetzung
  • Schreckliche Neuinszenierung des Endes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.