Eigentlich mag ich keine Kinder

Als Außenstehender kann man Schulen auf zwei unterschiedliche Weisen sehen: Comedy pur oder erschreckende Wirklichkeit. Tatsache ist, dass beides vereint ist. Mal geht es an Schulen schrecklich komisch zu und Lehrer erleben die schrägsten Dinge, mal spielen sich aber wirklich schlimme und traurige Dramen ab. Als Lehrer wird es einem also niemals langweilig, kein Tag gleicht dem anderen.

Wissen aus erster Hand

Wenn man nun das im Riva Verlag erschienene Buch „Eigentlich mag ich keine Kinder – Lehrer verraten, was sie wirklich denken“ von Heike Haupt nur äußerlich betrachtet, so könnte man denken, man hat es hier mit einem von mittlerweile vielen Büchern zu tun, in dem Anekdoten aus dem Schulalltag zum Besten gegeben werden. Das stimmt aber nur bedingt, denn so unterschiedlich wie der Schulalltag ist, so unterschiedlich sind auch die Geschichten, die Lehrer hier erzählen.

Dabei gibt es so einige Lacher, doch im Grunde ist dies ein recht ernstes Buch, dass viele Problematiken an Schulen deutlich macht. Da geht es um Respektlosigkeit männlicher Schüler den Mädchen gegenüber, um fehlerhafte ADHS-Diagnosen und fehlende Zuwendung der Eltern, um Eltern, die selbst zu Mobbern werden, um Lehrer bloßzustellen – um nur einige Beispiele zu nennen.

Aufklärend, erschreckend und amüsant zugleich

Tatsächlich könnte man viele der Berichte in „Eigentlich mag ich keine Kinder“ in seriösen Nachrichtenreportagen wiederfinden und wäre sicherlich hie und da schockiert. Aber in geschriebener Form hinterlässt das Ganze sogar noch ein bisschen mehr Eindruck – nie jedoch in reißerischer Form, sondern immer als Erzählung aus dem wahren Leben. Umso schöner, dass die ernsten Themen zwischendurch mit lustigen, absurden und kuriosen Berichten aufgelockert werden.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass dieses Buch einen wunderbaren Eindruck in die Welt der Schulen gibt. Vielleicht hilft es Eltern sogar, die Lehrer etwas besser zu verstehen. Die sind nämlich auch nur Menschen und haben es oft nicht leicht mit der pubertierenden Schülerschar!

Eigentlich mag ich keine Kinder

Eigentlich mag ich keine Kinder
9.2

Informationsgehalt

9.2 /10

Schreibstil

9.2 /10

Pros

  • Viele verschiedene Erzählungen
  • Ein Wechselbad der Gefühle
  • Spannend und informativ

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