Ein dunkles Geschenk

Nora Roberts ist eine dieser Schriftstellerinnen, die man einfach kennen muss, wenn man spannende Liebesromane mag. Wobei natürlich erwähnt werden muss, dass die Autorin nicht ins kitschige Liebesgesäusel abrutscht, sondern tatsächlich spannende Storys mit Happy End liefert. So ist man nach dem Lesen zufrieden, hatte eine aufregende Zeit mit den Hauptfiguren und freut sich auf den nächsten Roman der Bestseller-Autorin. So ist es natürlich kein Wunder, dass viele Fans bei „Ein dunkles Geschenk“ sofort zugegriffen haben. Erwartet man doch gewohnt hohe Qualität. Doch bekommt man diese auch dieses Mal wieder?

Ein Mord, ein Selbstmord und dennoch nicht das Ende

House-Sitter – ein spannender Beruf. Zumindest für Lila Emerson, die in diesem Job vollkommen aufgeht. Doch eines Tages ändert sich ihr Leben: sie beobachtet einen Mord an einer Frau! Der Täter begeht danach zwar Selbstmord, doch der Fall ist längst nicht gelöst. Der Bruder des Mörders, Ashton Archer, bittet Lila um Hilfe. Sie fühlt sich von dem attraktiven Künstler angezogen und schon bald finden sich beide in einem gefährlichen Fall wieder…

Klingt soweit spannend und interessant. Im Grunde ist die Story auch genau das. In typischer Nora Roberts Manier geht es um Abenteuer, Spannung, Nervenkitzel und natürlich Liebe und Romantik. Normalerweise schafft es die Autorin all diese Elemente von vorne bis hinten wunderbar zu verbinden, sodass ihre Bücher am liebsten in einem weg gelesen werden möchten. Doch leider ist diesmal alles etwas anders.

Nicht schlecht, aber nicht typisch Roberts

„Ein dunkles Geschenk“ ist im Grundgerüst gelungen. Die Story ist gut, der Schreibstil ist wie gewohnt unterhaltsam und leicht zu lesen. Doch es fehlt leider am gewohnten Tiefgang. Der aufmerksame Leser findet den einen oder anderen Logikfehler vor und fragt sich, wie dies einer erfahrenen Autorin wie Nora Roberts passieren konnte? Während außerdem die weiblichen Hauptfiguren ihrer Bücher meist starke und sympathische Frauen sind, fällt es hier recht schwer eine Verbindung zu Lila aufzubauen. Etwas zu naiv und treudoof verhält sich die Gute.

Gerne befasst sich Nora Roberts in ihren Bücher des Weiteren mit einem bestimmten Thema. Dieses Mal ist es die Kunstszene. Vorkenntnisse sind dabei für den Leser keine vonnöten, ein gewisses Interesse sollte allerdings vorhanden sein. Dann aber gefällt der gesamte Roman doch gleich ein bisschen besser.

„Ein dunkles Geschenk“ ist nun aber nicht – wie man nach der Kritik vielleicht vermuten könnte – ein Reinfall und nicht lesenswert. Es ist halt einfach unter dem gewohnten Nora Roberts Niveau. Wer auf leichte Unterhaltung für den Sommerurlaub aus ist und dabei nicht allzu viel nachdenken möchte, der wird hieran weiterhin seine Freude haben. Wer aber einen typischen Nora Roberts lesen möchte, der wird seine Enttäuschung wohl nur schwer verbergen können. Um es zusammen zu fassen: Nette Unterhaltung ohne allzu viel Tiefgang in der Geschichte.

Ein dunkles Geschenk

Ein dunkles Geschenk
7.4

Story

6.5/10

Schreibstil

8.4/10

Unterhaltungsfaktor

7.4/10

Pros

  • Gute Grundstory
  • Interessanter Einblick in die Kunstszene
  • Netter Strandlektüre

Cons

  • Einige Logikfehler
  • Keine typische Roberts-Hauptfigur

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