Fallen – Engelsnacht (DVD)

Mit Buchverfilmungen ist das immer so eine Sache. Hat man den Roman vorher gelesen und hat man Gefallen an diesem gefunden, dann sind die Erwartungen häufig entsprechend hoch, oftmals sogar kaum zu erfüllen. Kennt man den Roman nicht, kann man sich besser auf das Neue einstellen – was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass der Film dann besser ist.

Ob das wohl gut geht?

Die Fallen-Reihe von Lauren Kate ist bei den Lesern sehr beliebt, hat die Autorin doch eine besondere Gabe dazu, ihre Leser in den Bann zu ziehen und die Geschichte der gefallenen Engel real wirken zu lassen. Mit den richtigen Drehbuchautoren und Produzenten hätte man aus dieser Story auch einen cineastischen Epos machen können, vielleicht mit einem ähnlichen Erfolg wie bei der Twilight-Saga. Hätte. Denn das, was der Zuschauer mit „Fallen – Engelsnacht“ zu sehen bekommt, ist großer Mist.

Zunächst kommt der Film sehr, sehr langsam in Fahrt. Außerdem weiß man lange Zeit gar nicht, worum es überhaupt gehen soll. Klar sollen nicht alle Geheimnisse auf einmal verraten werden, aber hier hat man einfach versucht zu viel Spannung durch Unwissenheit aufzubauen und das ist mächtig nach hinten los gegangen. So sehr, dass man spätestens nach einer halben Stunde das Bedürfnis hat, sich für einen anderen Film zu entscheiden.

Falsche Entscheidung?

Im Grunde geht es um die gefallenen Engel, die sich auf der Erde befinden, weil einer unter ihnen sich für keine Seite entscheiden könnte. Denn er hatte sich in einen Menschen verliebt. Und so lange er diese Liebe nicht loslässt, kann es keinen Frieden zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und Luzifer geben. Welche Rolle Daniel (gespielt von Jeremy Irvine) und Lucinda (gespielt von Addison Timlin) dabei spielen, erklärt sich im Laufe des Films.

Völlig gegen die Wand gefahren

Nun, die wirklich lange Einleitung ist ein Grund, warum der Film nicht so erfolgreich geworden ist wie erhofft. Auch die viel zu düstere Atmosphäre, die unsympathische Umgebung und die kaum vorhandenen, dann aber wenig tiefgründigen Dialoge helfen nicht, dem Film etwas Gutes abgewinnen zu können. Schafft man es tatsächlich zum Ende und war bis dahin noch nicht völlig enttäuscht, wird es spätestens dann der Fall sein. Ohne spoilern zu wollen, wäre es fast nicht schlimmer gegangen.

Dennoch gibt es einige wenige positive Aspekte zu nennen. Zum einen wären da die Darsteller. Alle drei Hauptrollen (auch Harrison Gilbertson als Cameron Briel) sind gut gewählt, sowohl optisch als auch aufgrund ihrer schauspielerischen Talente. Dem Charakter Cameron wird nur leider eine viel zu kleine Rolle im Film gewidmet. 400 Seiten kann man nur schwer auf 90 Minuten pressen, andererseits scheint es bei diesem Film viel mehr so, als würde das Buch nur aus knapp 100 Seiten bestehen – es passiert einfach ewig lang nichts Wesentliches.

Schade: so gut wie die Buch-Reihe ist, so mies ist die Filmumsetzung. Eine echte Enttäuschung, die großartiges Potential vollkommen in den Sand gesetzt hat.

Fallen - Engelsnacht

Fallen - Engelsnacht
4.7

Storyumsetzung

3.0 /10

Darsteller

6.8 /10

Atmosphäre

4.2 /10

Pros

  • Gute schauspielerische Leistungen

Cons

  • Ganz schlechte Umsetzung der Story
  • Langweilig zu Beginn, viel zu abruptes Ende
  • Fehlende Spannung und schlechte Atmosphäre

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