Fashion Victim

Denkt man an Thriller – und vor allem an eine ganze Reihe Thriller-Bücher – so denkt man zunächst natürlich an Polizisten, Detektive oder vielleicht auch Ärzte. Journalisten kommen eher weniger vor, oder nur als Randfigur. Dies ist in der neuen Sophie-Kent-Reihe der Autorin Corrie Jackson.

Die Autorin selbst war lange Zeit Journalistin und viel im Bereich Mode und Fashion unterwegs. Dass sie also ausgerechnet diese Thematik für ihre Reihe ausgewählt hat, ist daher gar nicht verwunderlich. Wie der Namen des ersten Bandes „Fashion Victim“ also schon verrät, geht es um Models und um Opfer… Schauen wir uns zunächst den Inhalt etwas genauer an:

Mord in der Modewelt

Sophie Kent ist eine junge, hübsche und vor allem karriereorientierte Frau, die auf die Story hofft, die sie richtig groß ins Business bringt. Allerdings ist sie emotional zur Zeit ziemlich angeschlagen, denn vor gerade mal drei Monaten ist ihr jüngerer Bruder verstorben. Entsprechend bestehen Zweifel, ob sie wirklich die Richtige ist, um über Mordfälle zu berichten. Doch dann kommt es während der Londoner Fashion Week zu einem Vorfall, der die ganz große Geschichte und ihr Durchbruch sein könnte: ein Model wird brutal ermordet und im Hotelzimmer aufgefunden. Doch es handelt sich dabei nicht um irgendein Model… Aufgrund eines Hinweises kann Sophie die erste am Tatort sein und schonmal die Ermittlungen aufnehmen… Dass sie sich dabei selbst in Gefahr bringen könnte, ist ihr erstmal gar nicht so bewusst…

Das Grundgerüst von „Fashion Victim“ ist gar nicht mal übel. Wenn man denn das Szenario mag: Mode und eine Journalistin anstelle einer polizeilichen Ermittlerin. Und man startet auch gleich voller Spannung in die Geschichte, sodass man beim Lesen gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Das hat die Autorin auf alle Fälle geschafft: den Leser direkt zu packen und in ihre fiktive Welt zu ziehen.

Spannender Thriller mit kleinen Störfaktoren

Der Thriller ist in der ich-Form geschrieben, sodass wir sozusagen ständige Begleiter der Hauptfigur sind und nie mehr wissen als sie selbst. Dementsprechend gibt es auch keine Spoiler auf den Mörder oder dessen Beweggründe – bis Sophie Kent eben selbst zu dem Punkt kommt. Allerdings bedeutet dies auch, dass uns die anderen Charaktere etwas fremd bleiben und wir nie richtige Details über sie erfahren. Das ist gerade bei einem Thriller doch etwas enttäuschend. Stattdessen bekommen wir die volle Ladung emotionaler Probleme der Hauptfigur. Das ist tatsächlich manchmal etwas too much, denn – wie das heute nunmal gerne in Thrillern und Krimis gemacht wird – muss auch Sophie ihre tiefgehenden Probleme haben, von der Familie bis zur Sucht. Dabei hätte das hier gar nicht sein müssen!

Im Großen und Ganzen ist „Fashion Victim“ ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe, bei der man auf weitere spannende Fälle hoffen kann. Und vielleicht verzichtet die Autorin dann ja auch auf zu viel Sophie-Drama und konzentriert sich mehr auf die Opfer und andere Charaktere.

Fashion Victim

Fashion Victim
8.2333333333333

Story

9/10

    Schreibstil

    8/10

      Spannung

      8/10

        Pros

        • Spannend von Anfang an
        • Guter Schreibstil
        • Interessante Geschichte

        Cons

        • Die Hauptfigur wird etwas zu sehr fokussiert
        • Andere Charaktere kommen zu wenig zur Geltung

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