Gladiator School (PC, Preview)

Armeen verwalten, Städte erbauen, Europa erobern? Hat man alles schon gehabt! Es gibt wohl nicht mehr allzuviele Szenarien, die noch nicht in eine Verwaltungssimulation oder ein Strategiespiel verwurstet wurden. Umso schöner, wenn einem dann doch etwas Originelles über den Bildschirm flimmert, zum Beispiel die Kontrolle über eine Gladiatorenschule. In Gladiator School macht ihr genau das, eure Aufgabe ist das Training von gekauften Sklaven, die zu Göttern der Arena werden sollen.

Setting

Ihr wurdet zum Soldat geboren. Dementsprechend erklettert ihr die Ränke der Armee in Windeseile, erkämpft Sieg um Sieg auf dem Schlachtfeld und werdet einer der mächtigsten Männer des Römischen Imperiums. Ihr werdet so mächtig, dass selbst der Kaiser eure Macht fürchtet und einen Komplott gegen euch in Bewegung setzt. Plötzlich steht ihr vor einer schweren Entscheidung: Das Militär verlassen oder sterben. Eure Geschichte ist aber noch lange nicht vorbei, deshalb verlasst ihr euren Posten und setzt euch als Leiter einer Gladiatorenschule zur Ruhe. Obwohl, als „gelassen“ lässt sich euer neuer Job auch nicht beschreiben…

Gameplay

Euer Ziel ist das Ausbilden erfolgreicher Gladiatoren. Allerdings fängt es Bescheiden (und historisch akkurat, entsprechend der Dokumentarserie Spartacus) an, nämlich, indem ihr einen Sklaven auf dem Markt kauft. Habt ihr das getan, findet ihr euch auch direkt in eurer Schule wieder, wo euer Gladiator nun mies gelaunt (in seiner Situation verständlich) über den Trainingsplatz stolpert. Nun habt ihr die Option, eure Gladiatorenschule mit Trainingsgeräten, Entspannungsbädern und Quartieren auszubauen. Das Training ist auch bitter nötig, wenn ihr euch für die Kämpfe in der Arena einschreiben und das Preisgeld abkassieren wollt. Wollt ihr neue Gladiatoren anheuern, könnt ihr verschiedene Plätze nach Talenten auskundschaften lassen, Ab und zu besuchen euch vielleicht auch interessierte aus der Umgebung und fragen nach, ob ihr sie denn anheuern wollt. Betretet ihr die Arena dann, fechtet ihr Rundenbasierte Kämpfe aus, in denen ihr versucht, die Lebensenergie des Gegners auf 0 zu bringen.

Um all das herauszufinden müsst ihr euch allerdings schon etwas einarbeiten, ein Tutorial gibt es zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht. Zum Glück sind die meisten Simulationsspiele nicht sonderlich komplex und schnell verständlich (hust). Auch der Inhalt des Spiels ist für den Preis noch ziemlich stark limitiert, unter anderem in den Bauoptionen und für den Gladiator möglichen Aktionen, selbst wenn das Grundgerüst des Spiels schon steht.

Neben einzelnen Spielfehlern, die in einer frühen Version eines Spiels zu erwarten sind, ist aber auch das Interface eher verwirrend. Viele wichtige Aspekte, zum Beispiel Bedürfnisse des Gladiators, sind nicht sofort offensichtlich und müssen gesucht werden. Auch hier darf man wieder nicht vergessen, dass es kein Tutorial gibt.
Das Grundprinzip ist aber vielversprechend und gewinnt viel durch das interessante (und kaum genutzte) Gladiatorensetting. Das Verwalten der Gladiatoren ist recht fordernd, wird die Arenakampfkomponente noch ausgebaut wäre sogar eine Actionkomponente im Spiel zu finden.

Grafik und Sound

Während die Musik überraschenderweise eher entspannt und fröhlich ist, aber zur Zwischendurchnatur einer Simulation passt, ist die Grafik eher fragwürdig. Für ein so erwachsenes und auch für seine Brutalität recht bekanntes Setting ist der cartoonige Look des Spiels etwas befremdend. Dabei ist das Problem nicht, dass ein erwachsenes Spiel nicht bunt sein darf, Castle Crashers oder Borderlands machen es ja vor, aber das allgemeine Design des Spiels wirkt eher kindlich. Teilweise, besonders bei der Optik der Menüs, driftet das simple Design etwas ab und wirkt eher billig, fast wie ein kostenloses Onlinespiel.

Fazit

Ich, beziehungsweise Gladiatorentrainer Testiversus, hatte an Gladiator School Freude, wenn auch durch den geringen Inhalt des Spiels nicht lange. Ein Großteil des Spaßes daran war aber, sich auszumalen, was aus dem Spiels werden könnte. Schafft man es, aus Gladiator School ein komplexes und großes, von mir aus auch buntes (wenn nur etwas hochwertiger aussehendes) Spiel zu machen, könnte das Simulationsgenre einen soliden Zuwachs gewinnen.

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