Gunmetal Arcadia Zero (PC)

Irgendwie hat ein ultragroßes LCD-Display nicht den selben Charme wie ein alter Röhrenfernseher. Das mag daran liegen, dass die meisten, die mit Videospielen aufgewachsen sind, Fernseher als klobige, große Kästen kennen gelernt haben. Aber so klobig sie auch waren, es hatte was magisches. Spiele für den Super Nintendo oder das NES wurden halt nicht für Flachbildschirme entwickelt. Wer jetzt aber kein Geld oder Platz für so ein altes Teil hat, dem bietet Entwickler Minor Key Games eine interessante Alternative: Einige Spiele des amerikanischen Entwicklerduos setzen bewusst auf 80’er Retrografik mit eigener Röhrenfernseher-Simulation. So auch in Gunmetal Arcadia Zero.

Setting

Gunmetal Arcadia Zero fungiert quasi als Prequel zum kommenden Spiel „Gunmetal Arcadia“, darum fängt auch hier alles mit dem jungen Maschinenelf Vireo an. Allzuviel Story gibt es zu Anfang nicht, aber sicher ist, dass etwas Böses auf euch zukommt und es eure Aufgabe ist, die Stadt zu beschützen! Also nix wie ran, Schwert geschnappt und los geht’s. Auf dem Weg werdet ihr eine Seite wählen müssen. Entweder schließt ihr euch den Seekern an, eine weise Gruppe, die glauben man müsse den Gegner erst verstehen um ihn zu besiegen, oder der Vanguard, eine Reihe von militanten Brutalos, die Feindesreihen mit purer Kraft zunichte machen. Also springt ihr durch Wälder, Wiesen und Höhlen und tut euer Bestes daran, die kommenden Gegnerhorden aufzuhalten. Euch erwarten ein Haufen an Gegnern, Bossen und Fallen, Freunde und Feinde. Eines scheint klar: Eure Aufgabe zu erfüllen wird nicht einfach.

Gameplay

Nun ist es ja so, dass Spiele, die sich an der 8-Bit-Ära orientieren, meistens auch im Gameplay einem bestimmten Vorbild ähneln. Das ist auch in Gunmetal Arcadia Zero nicht anders, die Einflüsse sind hier aber recht unterschiedlich. Im Grunde ist das Spiel ein Action-Plattformer, dass sich sehr ähnlich wie Zelda II: The Adventure of Link oder Castlevania spielt. Auch Gegnerdesigns und Umgebungen wirken, als wären sie von den beiden Spielen inspiriert, was ja aber an sich erst mal nichts schlechtes ist. Allerdings sind sowohl Castlevania als auch Zelda II für eine Sache bekannt: Sie sind verdammt schwer. So unmöglich ist Gunmetal Arcadia Zero zwar nicht, die Schwierigkeit wird aber recht schnell merklich angezogen. Kapitel für Kapitel bewegt ihr euch durch Städte, Wälder und Höhlen und begegnet ständig neuen Gegnern und Bossen. Kurz nach dem ersten Kapitel werden die Gegner deutlich zäher, später kommen dann noch Projektile dazu, endlose Fallgruben etc. Immerhin habt ihr pro Kapitel etwa einen Speicherpunkt, sodass ihr relativ stetig vorankommen könnt. Trotzdem sollte man vielleicht bereits etwas Erfahrung in einfacheren Spielen gesammelt haben, bevor man sich an Gunmetal Arcadia Zero ranwagt.

Im Bezug auf’s Gameplay wird, wie bereits gesagt, etwas gemischt. Ihr lauft und springt recht gradlinig durch die Level, schlagt Gegner mit eurem Schwert und besiegt pro Kapitel einen fiesen Boss. Eine Oberwelt oder Kapitelauswahl gibt es hier nicht. Auf dem Weg könnt ihr Münzen finden, mit denen ihr neue Upgrades kauft, die euch zum Beispiel höher springen lassen, oder stärkere Waffen. Die Auswahl an Waffentypen ist dabei größer als vielleicht erwartet und bietet einige Optionen, vom Dolch über Kriegsäxte bis hin zur einem Scorpion-artigen Speer an einer Kette. Aber nicht nur im Nahkampf könnt ihr euch wehren. Ihr habt fast immer eine Sekundärwaffe, die Projektile verschießen kann, dafür aber Munition benötigt. Wem das nicht reicht, der kann noch eine Anzahl von Bomben werfen. Ihr könnt auch abseits der Pfade wandern, indem ihr Schlüssel sammelt und damit verschlossene Türen öffnet, die euch in einen Bonusraum führen können, der Gegenstände für euch bereit hält.

Da ist aber noch ein kleiner, feiner Nachteil. Wenn man sich nämlich zu stark an Retrospielen orientiert, dann übernimmt man neben Gameplay und Designs auch die Steuerung. Die ist in den Originalspielen oft noch sehr steif und kann sehr schnell frustrieren. Für Gunmetal Arcadia Zero lässt sich darum sagen, dass die Steuerung ungefähr so präzise ist, wie es die Umstände halt zulassen. Eure tatsächlichen Eingaben per Keyboard oder Controller (Voller Controllersupport, Yippie!) werden ziemlich genau umgesetzt und sind für’s Plattformen völlig ausreichend, geht es aber ans Kämpfen wird es etwas schwieriger. Wie in seinen spielerischen Vorbildern könnt ihr auch hier nur in 4 Richtungen angreifen, Oben/Unten und Links/Rechts. Das Problem damit ist, dass einige Gegner recht irreguläre Bewegungsmuster haben, fliegen in Wellen, sind sehr schnell oder so klein, dass ihr euch Ducken müsst, um sie zu treffen. Ein Großteil der Schwierigkeit des Spiels besteht einfach darin, dass ihr viele Gegner nicht wirklich direkt angreifen könnt. Mit dazu kommen eine Menge Gegner, die aus der Entfernung angreifen, während eure eigene Munition recht schnell verbraucht ist. Und dann bleibt oft nichts anderes, als in den Nahkampf zu gehen. Natürlich könnt ihr eure Sekundärwaffe auch wechseln, indem ihr einfach über eine neue Waffe lauft. Da ist es aber etwas ungünstig, dass die alte, nichtgewollte Waffe VOR euch abgeworfen wird. Über diese zu springen ist oft nicht einfach, sodass ihr zwangsweise die alte Waffe wiederaufnehmt oder wartet, bis sie verschwindet.

Diese Kleinigkeiten stören zwar, halten Gunmetal Arcadia Zero aber nicht davon ab, ein tolles Action-Adventure zu sein. Minor Key Games hat sich von den Vorbildern gut inspirieren lassen und liefert eine Retro-Erfahrung, die so authentisch ist, dass ich mich frage ob es eine Spielmodulversion für den NES davon gibt (Wenn ja, sagt mir Bescheid!). Das zeigt sich aber nirgendwo besser als bei:

Grafik und Sound

Während der Sound toll ist, viele Chiptune-Tracks liefert und das Geschehen perfekt ergänzt, auch wenn die Tracks recht kurz sind und sich schnell wiederholen, trifft die Grafik den absoluten Punkt.

Gunmetal Arcadia Zero ist bei Weitem nicht das erste Spiel, dass sich für einen 8-Bit-Look entscheidet, aber die wenigsten ziehen ihn so selbstsicher ab wie hier. Die Sprites sind schick, die Bosse abwechselungsreich, die Umgebungen, die Farbpaletten, alles passt absolut perfekt. Das Alleine würde schon reichen, dazu kommt dann aber noch die CRT-Simulation. Diese wölbt das Bild nicht nur, sondern lässt die Farben strahlen und fügt allen Bewegungen ein leichtes Ghosting hinzu. Das Endergebnis hätte auch auf einem NES und Röhrenfernseher nicht besser aussehen können. 10 von 10.

Fazit

Gunmetal Arcadia Zero ist eine Hommage an die 8-Bit-Ära, wie sie charmanter nicht sein könnte. Tolle Optik, toller Sound und schnelles Hardcore-Gameplay. Klasse.

 

Gunmetal Arcadia Zero (PC)

Gunmetal Arcadia Zero (PC)
9

Setting

9.5 /10

Gameplay

9.5 /10

Steuerung

7.5 /10

Grafik und Sound

9.5 /10

Pros

  • Retro-Grafik vom Feinsten
  • Spaßiges und forderndes Gameplay
  • Voller Controllersupport
  • Viele Gegner und Bosse

Cons

  • Für viele vermutlich etwas ZU schwer
  • Tracks wiederholen sich schnell
  • Steife Steuerung

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