Hitbox (PC)

Bei manchen Titeln ist der Name Programm, und so ist es auch bei Hitbox. In dem Third-Person-Shooter geht es nämlich darum, auf Blockmännchen zu schießen. Clevere Namensgebung beiseite sieht Hitbox nach einem farbenfrohen Schießspektakel aus, das wohl besonders auf Spieler gegen Spieler-Matches setzt.

Setting

Mit einer Auswahl von vier verschiedenen Spielmodi stürzt ihr euch in schnelle Teamschlachten oder kämpft alleine gegen den Rest der Welt. Am auffälligsten ist bei Hitbox vermutlich das Design, denn statt dunkel und düster zu sein wie die meisten Shooter, ist Hitbox absolut bunt und knallig. Statt also auf taktische und ernste Konfrontationen zu setzen, lässt man sich hier die meiste Zeit von Trampolinen, Schleudern und sonstigen Gimmicks quer über die halbe Karte werfen, während man versucht, so genau zu zielen, wie es der Umstand halt irgendwie zulässt. Damit kommen wir auch schon zur Anwendung dieses Konzepts.

Gameplay

Kaum habt ihr eine der vier Klassen zu Spielbeginn ausgewählt und einen Fuß auf den Boden gesetzt, geht es auch schon los. Kugeln fliegen aus allen Ecken, Leute springen und fliegen durch die Gegend und irgendwie wisst ihr garnicht so genau, wohin. Ist aber auch nicht so wichtig, denn eigentlich zählt nur eins: immer auf die Gegnerfarbe zielen! Was man Hitbox zugute halten kann, ist, dass es ein paar interessante Teamdynamiken mitbringt. So müsst ihr zum Beispiel im Heldenmodus, einem der vier Spielmodi, euren Teamhelden beschützen, denn wenn dieser stirbt, kann das eigene Team nicht mehr respawnen und ist der Niederlage ausgeliefert. Die anderen 3 Spielmodi sind Free-for-All, Team-Deathmatch und Team Deathmatch mit einem Geschwindigkeitsbuff, nichts weltbewegendes also. Beziehungsweise, wenn schon die Modusmechanik nichts bahnbrechendes ist, muss zumindest das Grundgerüst des Shooters stimmen, damit Spielspaß aufkommt.
Das schafft Hitbox aber irgendwie so garnicht. Das fängt damit an, dass es 4 Klassen zur Auswahl gibt, die jeweils eine spezielle Waffe benutzen können. Mehr nicht. Das heißt, wenn ihr euch die Sniperklasse auswählt, solltet ihr auch mit einem Snipergewehr umgehen können, denn was anderes werdet ihr nicht benutzen. Keine Items, keine Klasseneffekte (abgesehen von unterschiedlichen Charakterstats), nichtmal eine Sekundärwaffe. Ihr könnt auch keine Waffe aufnehmen, wenn ihr jemanden mit einer anderen Klasse getötet habt. Auch die Waffen selbst lassen zu wünschen übrig. Vor allem leidet so ziemlich jede Waffe unter einer nervig langen Ladezeit, die besonders auffällt, wenn der ganze Rest des Spiels unglaublich schnell und hektisch ist. Das Schießen selber wirkt wenig effektiv, es fehlt Trefferfeedback und ein wirkliches Gefühl für die Waffe, alles was ihr hört sind die unheimlich lauten Soundeffekte (Diese lassen sich aber runterregeln).
Die Auswahl an Karten ist dafür sehr großzügig, zum Größten Teil sind diese auch sehr geschickt designed. Ihr könnt auf Flughäfen spielen, auf Türmen und sogar in Fabriken, die mit Stacheln und anderen Fallen begeistern können. Allerdings machen viele der Sprungpads, Schleudern usw. das Spiel noch schneller als es eh schon ist, was zu einem farbigen Durcheinander führt, das auf der Nicht-Lustigen Seite von chaotisch ist.

Grafik und Sound

Nun ist es ja so, dass Hitbox bewusst auf einen eher simplen Grafikstil setzt. Dieser funktioniert auch, und wäre in einem anderen Kontext eine tolle Basis für einen Shooter, in dem es wirklich nur auf Skill ankommt, nicht auf irgendwelche Geheimtricks oder Kartengimmicks. Allerdings überladen die vielen, grellen Farben und desorientierenden Umgebungen das Spiel ziemlich schnell. Da hilft der Soundtrack auch nicht viel. Neben den furchtbar lauten Waffensounds die den Soundtrack an sich eigentlich übertönen, wird einem auf den Karten eine feine Auswahl an nervtötendem Dubstep und Techno-Überresten geliefert, sodass Hitbox schnell nicht mehr wie ein Skillshooter wirkt, sondern eher wie ein Produkt überregelter Teenie-Pop-Kultur, die fast allen Shooterfans über 14 eher nervenzerreissend als „cool“ aufstößt.

Fazit

Ein unterdurchschnittlicher Third-Person-Shooter, der so ziemlich alle Sinne gnadenlos überlädt.

Hitbox (PC)

Hitbox (PC)
4.3

Setting

5.5 /10

Gameplay

4.0 /10

Grafik und Sound

3.5 /10

Pros

  • Viele spielbare Karten

Cons

  • Zu schnelles und chaotisches Gameplay
  • Furchtbarer Soundtrack
  • Geringe Spielerbasis
  • Keine Waffenauswahl
  • Viel zu hoher Preis

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