Lo Fat Orchestra – Neon Lights

Kommen wir doch gleich mal zu zwei Namen, die so manch einem völlig fremd sein könnten. Zum einen wäre da die Musikrichtung „Low Fidelity“, zum anderen der Bandname „Lo Fat Orchestra“. Manch einer wird nun rebellieren und aufschreiben „Kennt man doch!“, manch anderen wird weiterhin unwissend mit den Schultern zucken.

Weshalb wir nun diese beiden Namen gleichzeitig in den Raum schmeißen, sollte wohl klar sein: die Schweizer Combo Lo Fat Orchestra macht eben die genannte Musik, die als Low Fidelity bezeichnet wird (so sagt es zumindest dieses eine große Internetlexikon, ihr wisst schon… . Was uns natürlich nun noch kein Stück weiter gebracht hat. Einerseits kann man einfach in das neue, auf Vinyl erschienene Album „Neon Lights“ reinhören, andererseits könnte man weiterlesen. Im Übrigens empfehlen wir einfach beides zu tun…

Ein bisschen anders, aber mindestens noch genauso gut

Neu sind Lo Fat Orchestra nicht, aber mit einer neuen Besetzung kommen sie nun daher. Roman, der ehemals zu Deadverse gehörte, ist jetzt am Bass zu hören. Dringend an der Zeit also, den Fans eine Kostprobe von dem zu geben, wie die Band nun zusammen klingt und wie sich sich im Laufe der letzten vier Jahre seit der Veröffentlichung ihrer letzten EP entwickelt hat. Mit sieben Songs tun sie dies auch. Und tatsächlich: eine Weiterentwicklung ist durchaus zu erkennen.

Lo Fat Orchestra sind sich zwar vom Grundprinzip treu geblieben, klingen aber noch einen Tick professioneller in dem, was sie da tun. Mit „Neon Lights“ liefern sie sieben Titel ab, die allesamt tanzbar und stimmig sind. Bereits der Opener, der denselben Namen trägt wie das Album, stellt dies ordentlich unter Beweis. Man wird als Zuhörer direkt in den Bann gezogen, kann den Kopf nicht stillhalten und wippt erfreut im Takt mit.

LP mit Hitpotential!

Wo allerdings gute Opener oftmals bedeuten, dass die Scheibe danach zu schwächeln beginnt, ist das bei „Neon Lights“ anders. Mit „Imagine“, einer ganz individuellen Version des John Lennon Klassikers, wird es zwar ein wenig ruhiger und kühler, aber schon aufgrund der vertrauten Melodie und des Textes ist man weiterhin bei der Sache und stellt fest: so kann der Titel auch richtig gut klingen!

Besonders hervorzuheben ist außerdem der Titel „Bankrupt Democracy“, der ein bisschen an die Electropop-Songs der 80er Jahre klingt, aber deswegen keinesfalls schlechter als der Rest ist – im Gegenteil. Da steltl sich die Frage, ist Elektro-Wave nicht die bessere Genrebeschreibung als Low Fidelity? Denn der letzte Track der LP – „TE230“ – passt ebenfalls sehr gut in diese Beschreibung.

Fest steht: Lo Far Orchestra enttäuschen ihre Fans mit dieser LP keinesfalls, sondern zeigen vielmehr, wie viel Potenzial in ihnen steckt. Da gibt es unter den sieben Titel tatsächlich mehrere, die Hitpotenzial haben und in den Club garantiert gut ankommen können!

Lo Fat Orchestra - Neon Lights

Lo Fat Orchestra - Neon Lights
9.1

Abwechslung

9.3 /10

Qualität

9.5 /10

Umfang

8.5 /10

Pros

  • Zwar nur sieben Titel, aber alle in hoher Qualität und kein Lückenfüller dabei
  • Abwechslungsreiche Titel

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