Lucky Luke Hommage 1: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Happy Birthday, Lucky Luke! Es sind tatsächlich schon 70 Jahre vergangen, seitdem der Mann, der schneller schießt als sein Schatten, das Licht der Welt erblickt hat. Oder besser gesagt, zum ersten Mal auf Papier gebannt worden ist. Ein 70. Geburtstag ist natürlich eine Hausnummer, bei der man zwar fröhlich sein, aber auch auf ernstere Art und Weise geehrt werden darf. Eine solche Ehre hat nun Matthieu Bonhomme mit der ersten von zwei Hommagen dem Western-Comic-Helden zukommen lassen.

Da schaut aber einer ernst!

„Der Mann, der Lucky Luke erschoss“, so nennt sich der Comicband aus der Comic Collection des Egmont Verlags, welcher den sympathischen Cowboy mal von einer anderen Seite zeigt. Sowohl der Titel als auch das düstere Cover lassen dies bereits erahnen. Doch nicht nur, dass Lucky Luke mit ernster Miene durch die Prärie zieht, auch sein treuer Wegbegleiter Jolly Jumper ist plötzlich sprachlos. Man merkt schon: bei dieser Hommage ist alles anders.

Anders ist auch der Zeichenstil, war doch nicht Achdé am Werk, sondern Matthieu Bonhomme, der sich außerdem für die Texte verantwortlich zeigt. Eigentlich ist das nichts schlechtes, denn eine Hommage soll natürlich nicht einfach ein weiteres Lucky Luke Band sein. Dennoch ist vor allem der Zeichenstil gewöhnungsbedürftig, vor allem das Gesicht von Lucky Luke, den man zwar deutlich wiedererkennt, der aber nunmal einfach anders ausschaut. Der Zeichenstil ist gut, keine Frage. Doch wie das gesamte Band etwas düster.

Welch ein Zwiespalt

Die Story hingegen weiß zu überzeugen. Nicht nur, dass wir endlich erfahren, warum Lucky Luke die Zigarette gegen einen Grashalm eingetauscht hat, auch strotzt das Band nur so vor Spannung. „Der Mann, der Lucky Luke erschoss“, ist nicht so ganz einfach zu beurteilen. Sieht man das Comic einfach als Western-Comic, dann begeistert es ungemein, wenngleich es etwas für die älteren Leser ist. Erwartet man jedoch ein Comic, das nah an die üblichen Lucky Luke Comics angelegt ist, wird man nicht unbedingt enttäuscht, aber zumindest verwundert zurückbleiben. So können alle negativen Aspekte genauso gut positive Aspekte sein: die Ernsthaftigkeit, der Zeichenstil, die düstere Story.

Hier kommt es wirklich sehr auf den eigenen Geschmack an, wer etwas zum Lachen haben möchte, wartet lieber auf den nächsten regulären Lucky Luke Band, wer aber lesen möchte, wie ein anderer Zeichner und Texter dem Cowboy auf ernste Art und Weise die Ehre erweist, der sollte ruhig einen Blick wagen.

Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Der Mann, der Lucky Luke erschoss
7.9

Story

7.9 /10

Zeichnungen

7.8 /10

Pros

  • Erste, aber spannende Story
  • Gute Zeichnungen, nur eben nicht "original"

Cons

  • Doch ein bisschen zu ernst

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