Marooners (PC)

Freunde sind lästig. Ständig brauchen sie irgendwas, wenn man dann Zeit hat sind alle im Urlaub, schreiben einen mitten in einer entscheidenden Onlineschlacht an… Furchtbar. Ganz furchtbar. Deswegen ist es doch umso schöner, dass es auf Steam eine Vielzahl an Titeln gibt, mit denen ihr euch diese störenden Freundschaften ordentlich zerschießen könnt. Klaut Items, schlagt euch windelweich und fallt euch in den Rücken.
So geht es auch in Marooners zur Sache. Das Coop-Partyspiel wurde von M2H entwickelt und scheint in die Fußstapfen von Mario Party usw. hüpfen zu wollen. Wie das quietschbunte Spektakel dabei abschneidet, erfahrt ihr jetzt.

Worum geht’s?

Bis zu scchs Fremde und Freunde können in Marooners gegeneinander antreten, ob nun Online oder Offline. Damit sollte klar sein: Alleine lässt sich Marooners nicht spielen, denn hier steht vor allem der Wettbewerb untereinander an vorderster Stelle. Beginnt ihr ein Spiel, werdet ihr in eine Lobby geworfen. Dort wählt ihr euren Charakter, dessen Waffe und die Teamfarbe aus. Sind alle bereit, geht es dann auch direkt los!

Too Fast, too furious

Spielt ihr den Partymodus, werden eure Charaktere unverzüglich in eines von etwa 6 Minispielen geworfen. Ein kurzer Splashscreen sagt euch, wie ihr gewinnt ( z.B. Sammelt alle Münzen!) und wie ihr das Spiel verliert ( z.B. Nicht die Strahlen kreuzen!). Aber sobald der Bildschirm verschwunden ist, sind die Regeln meist eh vergessen. Schon rennen die süßen Figuren aufeinander und ihr hämmert auf die Knöpfe, um euch gegenseitig durch die kleine Arena zu boxen. Trifft euch ein Schlag, werdet ihr etwas zurückgeschleudert und gebt ein niedliches Quietschgeräusch ab, bevor ihr im schlimmsten Fall von der Kartenkante fallt und schneller in brodelnder Lava versinkt als Gollum mit dem Einen Ring. In den Minispielen selber grabt ihr euch zum Beispiel durch das Zerschlagen von Blöcken nach unten, rennt vor einem riesigen, rollenden Felsen weg oder reicht ein goldenes Totem herum, bevor es explodiert. Ein Minispiel ist in der Regel geschafft, wenn nur noch ein Spieler übrig ist, und die Runde endet, wenn alle Minispiele geschafft sind. Neben dem Minispielziel könnt ihr Münzen einsammeln, die euch am Ende der Runde auf dem Siegertreppchen Punkte bescheren. Wer am Ende die meisten Münzen hat, gewinnt. So weit, so gut.
Leider ist die Art des Minispiels fest an die spezielle Arena gebunden, von denen es etwa 6-8 Stück gibt. Das macht etwa 6-8 Minispiele für den größeren der beiden Spielmodi des Spiels. Und die Minispiele sind teilweise recht ähnlich. Und dauern in der Regel 30 Sekunden.
Dauert ein Minispiel länger, stoppt das Minispiel die Zeit und wechselt zu einer anderen Arena, damit auch einem anderen Minispiel. Der Gedanke dahinter lässt sich nachvollziehen, denn Langeweile kommt so sicher nicht auf, doch wenn man dann zum ursprünglichen Spiel zurückkehrt, wird nicht etwa neu gestartet; Es geht genau da weiter, wo man aufgehört hat. Obwohl das auf dem Papier eine schöne Idee ist, wirkt es im Spiel selber doch recht abrupt und sorgt eher für Verwirrung als wirklichen Spaß.

Wo sind die Items?

Im Arenamodus ist das Prinzip im Grunde das Gleiche, diesmal wechselt ihr aber nicht durch Minispiele, sondern Arenen. Vorbei ist das Spiel, wenn alle Arenen geschafft wurden. Auch hier gibt es nur etwa 6 Arenen, die sich recht Ähnlich spielen. Um euch im Kampf zu unterstützen, könnt ihr Fragezeichenboxen einsammeln.Wer jetzt an eine riesige Auswahl an verrückten Items denkt: In den Boxen findet ihr entweder eine Bombe oder einen Boxhandschuh. Der Boxhandschuh schleudert euren Gegner über die halbe Karte, während die Bombe mit einem recht beachtlichen Radius hochgeht und, wegen der kurzen Lunte, euch meistens direkt mit hochjagt. Welches der beiden Items ihr kriegt, ist zufällig. Selbst, wenn das Item auf der Karte so gut wie keinen Sinn macht. Eine Karte trennt die Spieler beispielsweise durch einen Spalt, was den Nahkampfhandschuh überflüssig macht. Ebenso gibt es Karten, von denen man garnicht runtergeschubst werden kann, was dem Handschuh ebenfalls den Sinn raubt.

Es dauert nicht lange, bis ihr alles gesehen habt, was Marooners zu bieten hat- Was eigentlich schade ist. Durch eine größere Auswahl an Waffen oder Karten und Einstellungsmöglichkeiten für Partien könnte die Klopperei sicher deutlich mehr Spaß machen und vor Allem auch auf Dauer begeistern. So ziemlich das Einzige, was ihr wählen könnt, ist euer Charakter und eure eigene Waffe. Hier zum Beispiel hätte man kinderleicht Spieltiefe einbringen können, durch Eigenheiten verschiedener Waffen zum Beispiel. Doch egal ob Dreizack, Keule oder Regenschirm: Die Angriffe sind immer die selben.

Schöner Schein

Was Marooners wirklich auszeichnet, ist die Optik. Denn das was da ist sieht toll aus! Die Charaktere sind niedlich und bunt, die Animationen sind flüssig. Karten haben zerstörbare Blöcke und schöne Details. Ironischerweise ist die Abwechslung, die mir beim Gameplay fehlt, bei den Charakteren im Übermaß enthalten. Ob nun grummeliger Höhlenmensch oder murmelnder Tiefseetaucher, die Auswahl an Charakteren und Waffen ist zu Beginn des Spiels ausreichend und wächst, je länger man spielt. Auch die Musik und Soundeffekte klingen klasse und machen Lust auf das Spiel.

Meine Meinung

Marooners baut mit dem Grafikstil und der Möglichkeit von bis zu 6 gleichzeitigen Spielern eine solide Basis für ein chaotisch-gutes Multiplayerspiel auf. Beim Spielen merkt man aber schnell, dass für wirkliche Langzeitbegeisterung einiges an Inhalt fehlt. Ausser bei den Charaktermodellen fehlt es bei Items, Karten, Spielmodi und Spielrundeneinstellungen deutlich an Auswahlmöglichkeiten. Dadurch bleibt der Titel trotz reichlich Potenzial als Party/Coop-Spiel nicht allzu knapp hinter der Konkurrenz zurück. Schade.

Marooners (PC)

Marooners (PC)
5.6

Gamplay

3.8/10

Grafik

8.7/10

Sound

6.0/10

Wiederspielwert

4.0/10

Pros

  • Schöner Grafikstil
  • Bis zu 6 Spieler gleichzeitig

Cons

  • Zu wenig Inhalt
  • Kaum Abwechslung
  • Geringe Itemauswahl

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