Mein schwarzer Hund – Wie ich meine Depression an die Leine legte

Wer kennt es nicht: schlechte Stimmung ohne Grund. Traurig, ohne Grund. Schnell sagt man dann „Ich bin deprimiert“ oder „Ich habe Depressionen“, um am nächsten Tag wieder glücklich durch das Leben zu gehen. Allerdings handelt es sich dabei eher um eine depressive Stimmung, nicht und die Krankheit Depression. Bei dieser dauert das unergründliche Gefühl des Traurigseins nämlich deutlich länger als ein, zwei Tage an.

Jeder, der unter dieser psychischen Erkrankung leidet, weiß, dass man sich fühlt, als wäre man gefangen. Oder als würde einen ein dunkler, böser Schatten ständig verfolgen. Oder ein schwarzer Hund. Matthew Johnstone, der bereits mehrere Bücher zum Thema „Depression“ verfasst hat, ist selbst ein Betroffener, der unter Depressionen gelitten hat.

Der Kampf und die Hilflosigkeit

Wenngleich er weder Psychologe oder Therapeut ist, kann er doch aus eigenen Erfahrungen sprechen und Erkrankten gut mitteilen, wie er seine Depression in den Griff bekommen hat. Doch dies hat er nicht einfach in Form des x-ten Erfahrungsberichts getan, sondern in einer Mischung aus Text und Zeichnungen.

In seinem Buch „Mein schwarzer Hund – Wie ich meine Depression an die Leine legte“ beschreibt er, wie schlimm es war, als ihn sein schwarzer Hund im Griff hatte. Wie dieser ein Leben extrem beeinträchtigt hat und wie er sich manchmal machtlos fühlte. Er beschreibt aber auch, wie er es geschafft hat, eben diesen Hund an die Leine zu legen, mit ihm zu leben und ihn in gewisser Weise zu akzeptieren. All dies untermalt mit sehr aussagekräftigen, gut gelungenen Zeichnungen.

Der Erfahrungsbericht der anderen Art

Insgesamt ist „Mein schwarzer Hund“ nicht als Ratgeber zu verstehen, sondern vielmehr als hilfreicher Erfahrungsbericht. Die Tatsache, dass er einen schwarzen Hund als Metapher für seine Depression gewählt hat, ist dabei nicht etwa zu albern, sondern trifft es ziemlich gut auf den Punkt. Zwar ist ein Hund normalerweise ein liebenswertes Wesen, aber eben auch ein treuer Begleiter fürs Leben. Und auch die Depression ist ein – wenn natürlich auch völlig unerwünschter – Begleiter, was der Autor anhand der Zeichnungen gut auf den Punkt bringt.

Wer einen Ratgeber oder eine Biografie sucht, die sachlich geschrieben und mehrere Stunden Lesezeit verspricht, der liegt hiermit falsch. Wer sich jedoch erfreut, wenn auch mal etwas aufgelockerter an das Thema herangegangen wird, der erwirbt mit „Mein schwarzer Hund“ ein hochwertiges Buch, das Betroffenen aus der Seele spricht und Angehörigen beim Verstehen hilft.

Mein schwarzer Hund

Mein schwarzer Hund
9.1

Inhalt

9.2/10

Zeichnungen

9.0/10

Pros

  • Auf den Punkt gebrachte Darstellung
  • Ein lockerer Einblick in das Leben eines Betroffenen
  • Gelungene und zum Thema passende Zeichnungen

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