Null Positiv – Amok

Im Oktober ist das zweite Album der deutschen Band Null Positiv an den Start gegangen. Wem die Band nichts sagt, dem ist vielleicht der Produzent bekannt: Oliver Pinelli, der schon für Unheilig und Wollfsheim gearbeitet hat und entsprechend einige Erfahrung in der „düsteren“ Musik gesammelt hat. Bei Null Positiv geht es hingegen noch ein bisschen härter zu.

Das Null Positiv mit ihrer Frontsängerin Elli Berlin ihr erstes Album veröffentlicht haben, ist noch gar nicht lange her, seitdem hat die Band so viele Fans hinzugewonnen, dass ein weiteres Album wohl die logische Schlussfolgerung war.

Ein bisschen mehr Gesang bitte!

Null Positiv zeigen sich nun auf „Amok“ von unterschiedlichen Seiten. Düster und hart ist es immer, doch zeigt Elli, dass sie nicht nur growlen, sondern auch singen kann. Mit ruhigeren Nummern wie „Rabenhaar“ oder „Turm der Angst“ stellt sie das ziemlich gut unter Beweis. Schade nur, dass wir nicht öfter in den Genuss ihrer rauen Gesangsstimme kommen und sie sich doch mehr auf das growlen konzentriert – kann sie zwar genauso gut wie ein Mann, steht ihr aber nicht so recht.

Ja, Musik wie diese ist immer Geschmackssache. Entweder mag man Metal dieser Art oder man bekommt Kopfschmerzen. Bereits das Debütalbum „Koma“ hat in der Welt der Kritiker für viele verschiedene Meinungen gesorgt, wurde aber teilweise in den Himmel gelobt. Da sind die Erwartungen an „Amok“ natürlich hoch – und wem „Koma“ gefallen hat, wird auch diese Scheibe lieben.

Die Texte sind erneut gut durchdacht und tiefgängig, die musikalische Leistung der Band ist auf hohem Niveau. Und dennoch will das Album bei uns nicht richtig zünden. Einige Titel wie die genannten sind dabei, die man sich gerne des Öfteren anhört, doch leider übertreibt es Elli mit dem Growlen und könnte mit mehr Gesang bestimmt noch mehr überzeugen!

„Amok“ ist also kein schlechtes Album, die Geschmäcker gehen nur bei Musik dieser Art extrem auseinander und wir in der Redaktion sind uns einig, dass keiner sich die Scheibe zu Hause weiter anhören würde – dennoch für Fans der Band sicherlich ein gelungenes Album!

Null Positiv - Amok

Null Positiv - Amok
7.2

Songauswahl

7.0 /10

Gesang

6.2 /10

Texte

8.5 /10

Pros

  • Gut durchdachte Texte
  • Sehr gute Gesangsstimme mit Wiedererkennungswert

Cons

  • Zu viel Growling, zu wenig Gesang

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