Oberst Ljapkin

Romane und Biographien sind in der Regel auf den ersten Blick voneinander zu unterscheiden. Nicht nur das Cover macht das möglich, auch die Inhaltsangabe und der Titel. Bei dem „Oberst Ljapkin“ von M. Karagatsis ist das nicht ganz so einfach – ob das wohl einen Pluspunkt für einen fiktiven Roman darstellt?

Das im Verlag der Griechenland Zeitung erschienene Buch stammt bereits aus dem Jahre 1933 und ist das Erstwerk des Autor. Das Cover zeigt einen Mann, den Unwissende tatsächlich für Oberst Ljapkin halten könnten und somit das gesamte Werk für eine Biografie eines unbekannten russischen Flüchtlings in Griechenland.

Denn dies ist nicht nur der Untertitel des Buches, sondern zugleich der Schwerpunkt der Handlung. Diese spielt sich vom Beginn des ersten Weltkrieges bis ins Jahr 1922 ab, Hauptfigur ist der titelgebende Oberst Ljapkin. Der Leser bekommt einen sehr guten Eindruck in das Leben russischer Flüchtlinge der damaligen Zeit und erfährt dabei noch einiges über das historische Griechenland.

Wenngleich die Handlung auf einer fiktiven Person basiert, so finden sich doch viele Wahrheiten in diesem Roman – man könnte fast sagen, es handelt sich um einen ausgeschmückten Tatsachenbericht. Dementsprechend gibt es an der Handlung nicht viel auszusetzen, sie ist spannend, lehrreich und mitreißend zugleich.

Ein Kritikpunkt dieses Buches findet sich jedoch im Schreibstil wieder. Natürlich darf man nicht vergessen, dass dieses Werk schon viele Jahrzehnte auf den Buckel hat und sich entsprechend nicht ganz so einfach lesen lässt wie einige heutige Romane. Allerdings hat der Autor eine ordentlich Schippe Drama hinzugefügt, die manch ein Leser stellenweise als zu überzogen empfinden könnte. Selbiges gilt für Klischees, an deren Erwähnungen auch nicht gespart worden ist.

Drückt man an dieser Stelle aber ein Auge zu, kann sich mit der Schreibweise anfreunden und ist interessiert in einem Thema, das so eher selten behandelt worden ist, der wird in „Oberst Ljapkin“ eine sehr gute Lektüre finden.

Oberst Ljapkin

Oberst Ljapkin
8.3

Inhalt

9.0/10

Schreibstil

7.5/10

Pros

  • Ein Roman, der Geschichte näher bringt
  • Spannend und lehrreich zugleich

Cons

  • Etwas schwerfälliger und teilweise übertriebener Schreibstil

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