Österreichische Mehlspeisen

Allein der Titel „Österreichische Mehlspeisen“ lässt so manch einem sicher das Wasser im Mund zusammen laufen. Auch wenn man das als Österreicherin vielleicht nicht ganz objektiv betrachten kann, ist die österreichische Küche doch einfach eine ganz besondere. Und das gilt nicht nur für die herzhaften, gutbürgerlichen Speisen wie Wiener Schnitzel (vom Kalb!) und Co., sondern natürlich auch für die Leckereien zum Kaffee, als Vorspeise, Nachtisch, Zwischendurch …

Eine große Wirtin ist von uns gegangen

Eine Dame, die die österreichische Küche so beherrscht hat wie kaum eine andere war Ingrid Pernkopf. Ihr lest leider richtig, wir sprechen in der Vergangenheitsform. Ingrid Pernkopf, die bekannte Wirtin des Landhotels Grünberg am See und Autorin vieler Koch- und Backbücher, hat die Veröffentlichung ihres letzten Werkes „Österreichische Mehlspeise“ nicht mehr erleben dürfen. Nicht nur die Region, in der sie so fleißig gekocht und Kochkurse gegeben hat, trauert um die sympathische Wirtin, die nur 57 Jahre alt geworden ist, auch ihre Fans, die dank ihr zahlreiche leckere Speisen selbst zu Hause zubereiten können, werden sie vermissen. Umso mehr hält man wohl ein Buch wie „Österreichische Mehlspeisen“ in Ehren.

Ein schönes Erbe

Ingrid Pernkopf hat uns mit diesem Werk allerdings ein wirklich schönes Erbe hinterlassen. 250 Rezepte sind in diesem Backbuch zu finden, darunter natürlich auch die Klassiker der österreichischen Küche wie der Kaiserschmarrn, der Palatschinken, die Salzburger Nockerln und der Strudel in verschiedenen Varianten. Unterteilt sind die Rezepte in warme und kalte Speisen, aber auch Cremes, Eis und Säfte haben einen Platz gefunden. Neben den Klassikern finden wir zudem einige modernere Rezepte vor, die dennoch nach typischer Hausmannskost schmecken.

Vor allem unter den kalten Speisen kommen viele regionale Zutaten zum Einsatz, wie die Marillen, die Ribisel (zum Beispiel die Schokoladentörtchen mit Ribisel sind richtig lecker!) und die Kürbiskerne. Wer bei Kuchen nur an eine handvoll Möglichkeiten denkt, wird hier eines Besseren belehrt. Die Vielfalt zeigt auf, wie unterschiedlich selbst Schokolade verarbeitet werden kann und wie viele leckere Möglichkeiten es doch gibt.

Besonders erwähnenswert sind jedoch auch die Basics, die am Ende des Buches zu finden sind. Hier bekommen wir Grundrezepte geliefert, aus denen dann jeder selbst sein eigenes Rezept kreieren kann. Vom Backteig bis zur Vanillesauce ist alles in diesem Kapitel zu finden. Zum Schluss finden wir ein alphabetisch geordnetes Register, das bei der Auffindung einzelner Rezepte besonders hilfreich ist.

Gut nachzubacken – und unheimlich lecker!

Apropos Rezepte: Diese sind Anhand von Symbolen in drei Schwierigkeitsgrade unterteilt: „einfach“, „etwas schwieriger“ und „erfordert einiges Geschick und/oder Zeitaufwand“. Aber Anfänger sind dennoch gut bedient mit diesem Buch, denn mit der Zeit wird man beim Nachbacken immer routinierter und kann sich an schwieriger Leckereien heran wagen. Der Aufbau der Rezepte ist zumindest nicht Schuld daran, wenn man etwas nicht klappt. Zunächst erhalten wir eine detaillierte Zutatenliste und dann ist der Arbeitsvorgang in kurzen, aber gut verständlichen Sätzen gegliedert. Oftmals gibt es zudem noch Tipps, Variationen oder sonstige Vorschläge.

Das einzige, was man an „Österreichische Mehlspeisen“ auszusetzen haben könnte, ist die Tatsache, dass nicht jedes Rezept bebildert ist. Dafür aber bekommen wir ganz 250 Rezepte geliefert. Da verzichtet man doch auch gerne mal auf ein Beispielbild von einem Maroniknödel, wenn der Topfenknödel schon abgebildet ist. Posthum ein Danke an Ingrid Pernkopf für ihre zahlreichen Anregungen und diese wunderbaren Einblicke in die österreichische Küche auf die sie mit „Österreichische Mehlspeisen“ einen süßen Gipfel als letztes Werk gesetzt hat.

Österreichische Mehlspeisen

Österreichische Mehlspeisen
9.2

Umfang

9.4/10

Rezeptaufbau

9.5/10

Bebilderung

8.7/10

Anregungen

9.1/10

Pros

  • Sowohl klassische als auch moderne Rezepte vereint
  • Viele Anregungen zu Variationen
  • Vielfältige Zutatenauswahl
  • Gut nachbackbare Rezepte

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