Preisgekrönte Kriegsfilme (DVD)

Mal sind sie ein Segen, mal sind sie ein Fluch: Filmboxen. Zu einem meist günstigen Preis bekommen wir mehrere Filme im Pack geliefert. Sind es dann beispielsweise drei Filme für den Preis von einem, mag manch einer zweifeln: Sind dies Filme, die keiner sehen möchte? Leidet nicht die Qualität darunter, wenn die Filme alle auf eine DVD gepresst sind? Zumindest letztere Sorge können wir bei der Box „Preisgekrönte Kriegsfilme“ gleich vorweg nehmen, denn hier bekommen wir tatsächlich drei Filme auf drei DVDs geliefert.

Doch wie schaut es mit den drei Filmen selbst aus? Machen die etwas her? Fakt ist, dass wir hier eine kleine Zeitreise unternehmen. Zwei der Filme sind aus der heutigen Zeit, einer hat jedoch schon einige Jahre auf dem Buckel. Das muss natürlich nichts schlechtes bedeuten.

Verdammt zum Überleben

Der aus dem Jahr 2014 stammende Film spielt im Januar 1945. Die USA ist gerade erst dem Krieg beigetreten und Captain Dixon, Funker Gene Aldrich und Schütze Tony Pastula sind mit ihrem Torpedo-Bomber auf der Suche nach U-Booten, als ihnen aufgrund eines Navigationsfehlers der Treibstoff ausgeht und sie auf dem südlichen Pazifik eine Notwasserung vornehmen müssen.

Bei dieser Verfilmung handelt es sich um einen Film nach einer wahren Begebenheit. Dementsprechend kennen Geschichtsbegeisterte vielleicht den Ausgang schon, das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: die Dramatik wird aufgrund der Tatsache, dass dies wirklich passiert ist, nochmal unterstrichen. Zwar handelt es sich bei „Verdammt zum Überleben“ um keinen Blockbuster Titel mit hohem Budget, jedoch hat man es geschafft die Atmosphäre gut zu vermitteln. Die eher unbekannten Darsteller hat man gut ausgewählt und wenngleich es dem Film ein wenig an Action fehlt, ist er doch eine gelungene Abwechslung zu den sonst üblichen Kriegsfilmen aus den USA.

Das Bataillon der Verdammten

Wenngleich der Titel des aus dem Jahr 2001 stammenden Films etwas nach Zombie-Apokalypse klingt, handelt es sich auch hierbei um einen Kriegsfilm nach einer wahren Begebenheit. Manch einem mag der Film eventuell auch unter dem Titel „The Lost Bataillon – zwischen allen Linien“ bekannt sein.

Der Erste Weltkrieg neigt sich dem Ende als die US-Amerikanische Einheit von Major Charles Whittlesey den Auftrag bekommt, eine strategisch wichtige Stellung in einem Wald von Argonne einzunehmen und zu halten. Allerdings wird die ohnehin schon angeschlagene Einheit von deutschen Truppen umzingelt – aufgeben oder sterben? Oder gibt es noch eine dritte Option?

Gegen die Geschichte kann man natürlich nichts einwenden – gegen die Umsetzung leider umso mehr. Realitätsnah ist nur das Grundgerüst, wer aber ein wenig Ahnung von Geschichte hat, der wird schnell feststellen, dass es hier sehr viele Ungereimtheiten gibt. Außerdem haben wir es hier mit einem typischen klischeehaften US-Kriegsfilm zu tun, der die deutschen Soldaten als dumm und planlos darstellt und die Amerikaner dafür natürlich mit enorm viel Patriotismus und Heldentum gesegnet worden sind. Obendrauf sind viele Dialoge vollkommen platt, die Kampfszenen unrealistisch und die Charaktere nur oberflächlich und wenig sympathisch. Kurzum: mit Abstand der schlechteste Film dieser Box.

Die Teufelsbrigade

Nun machen wir einen gewaltigen Zeitsprung und begeben uns zurück ins Jahr 1968. Das Jahr, in dem dieser Film gedreht worden ist. Ein Klassiker sozusagen. Und als solchen darf man „Die Teufelsbrigade“ tatsächlich gerne bezeichnen, ist dieser Film doch trotz seines Alters der beste dieser Box.

Im Zweiten Weltkrieg erhält Oberst Frederick den Auftrag, zwei Einheiten – die eine ist eine erfahrene und hochdekorierte kanadische Einheit, die andere eine unerfahrene und noch junge US-amerikanische Einheit – zu einer Elite-Einheit zusammenzufügen. Dabei kommt es zu Interessenkonflikten und es ist nicht alles heiter Sonnenschein. Dennoch wird die Truppe auf eine gefährliche Mission nach Italien geschickt, wo sie sich nun beweisen soll.

Dieser Klassiker hat es auch über ein halbes Jahrhundert später verdient gesehen zu werden. Dialoge gibt es zwar nicht allzu viele, aber das ist gar nicht nötig – die Atmosphäre ist so gelungen, dass man ohnehin lieber einfach nur schaut als zuhört. Für das Alter des Films sind sowohl Ton als auch Bild erstaunlich gut, sodass einem Filmvergnügen wirklich nichts im Wege steht.

Gesamteindruck

Zwei von drei Filmen sind aus dieser Box wirklich sehenswert. Beachtet man dabei den Preis, so ist es durchaus verzeihlich, dass sich mit „Das Bataillon der Verdammten“ auch eine Niete dabei befinden. Wenngleich alle drei Filme aus den USA stammen, so ist doch nur bei der Niete der typische Patriotismus zu bemängeln, die anderen beiden Streifen hingegen sind auch für den europäischen Zuschauer durchaus sehenswert. Gelungen ist zudem die Mischung zwischen Filmen aus der heutigen Zeit und einem Klassiker aus den 60er Jahren. Vor allem da letztgenannter der beste Film dieser Box ist und auch ein etwas jüngeres Kriegsfilmpublikum interessieren könnte.

Alles in allem darf man mit „Preisgekrönte Kriegsfilme“ durchaus zufrieden sein. Auf drei DVDs bekommen wir gute Qualität in Sound und Bild, wodurch das Preis-Leistungs-Verhältnis nochmal besonders hervorgehoben werden sollte. Kriegsfilm-Fans können hier also getrost zugreifen!

Preisgekrönte Kriegsfilme

Preisgekrönte Kriegsfilme
8.3

Filmauswahl

7.6/10

Preis-Leistungs-Verhältnis

9.0/10

Pros

  • Zwei gute Filme, darunter ein Klassiker
  • Nicht der gewöhnliche amerikanische Patriotismus
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Bild- und Tonqualität

Cons

  • Eine Niete dabei, die man wirklich nicht sehen muss

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