President Pig (PC)

Rollenspiele im Retrolook gibt es wie Sand am Meer. Wie soll man da bloß die Diamanten rausfischen? Aber dafür gibt es ja Seiten wie die unsere, die sich auch die kleinen Indie-Games anschauen und euch verraten, wofür es sich lohnt, Zeit und Geld zu investieren. Und lasst es uns gleich vorweg sagen: Für „President Pig“ lohnt es sich allemal!

Wir schlüpfen in die Rolle von „The Hero“, einem Kerl, der irgendwo am amerikanischen Arsch der Welt in einem Zelt wohnt und eigentlich nur in Frieden gelassen werden. Doch dann spricht Gott zu ihm. Der schwarze, weibliche Gott übrigens. Und los geht das Abenteuer!

Der Präsident muss gestürzt werden!

The Hero ist in diese missliche Wohn- und Lebenssituation, weil schon seit mehr als einem Jahrzehnt ein gewisser Präsident Drumph an der Macht ist. Ein rassistischer Idiot, der die Bevölkerung unterdrückt und nur die Reichen unterstützt. Parallelen zu existierenden Persönlichkeiten sind natürlich rein zufällig, die Charaktere sind alle frei erfunden – muss ja mal erwähnt werden.

Nun gut, es ist also an uns in der Rolle von The Hero und schon nach kurzer Zeit auch gemeinsam mit Homeless Betty, den dämlichen Präsidenten zu stürzen. Auf in den Kampf! Dabei sind es nicht nur Gegner des anderen politischen Lagers, die uns das Schwert zucken lassen, sondern wie in Rollenspielen eben so üblichen auch Getier und Fantasiewesen.

Vorsicht, Suchtfaktor

Und das macht dieses Spiel trotz seinen Gemeinsamkeiten zu anderen seiner Art so einzigartig. Es spielt irgendwie in der heutigen Zeit, aber auch irgendwie in einer fremden Welt. Hier werden einfach mal die Szenarien zusammengewürfelt und heraus kommt ein RPG, das sich zu spielen lohnt. Ganz besonders aufgrund des Humors, den wir serviert bekommen. Da wird es auch schonmal vulgär, aber immer auf den Punkt. So ist man sich sicher, dass der Erschaffer dieses Spiels ein wirklich lustiger und schlagfertiger Geselle sein muss.

Das Gameplay ist im Grunde nichts Besonderes. Rundenbasierte Kämpfe, ein bisschen Magie hier, Gegenstandsnutzung da. So richtig schön Old School. Einzig störend ist, dass die Gegner in Dungeons aus dem Nichts auftauchen. Das findet man ebenfalls in anderen Spielen vor, ist aber Geschmackssache. Ebenfalls nicht ganz so schön gelungen sind einige Grafiken. Im Grunde erinnert die Welt wunderbar an „Zelda“, auch die Charaktere sind in diesem Design. Doch zwischendurch bekommt der eine oder andere NPC plötzlich während eines Dialogs ein ganz modern gestaltetes Gesicht, das so gar nicht zu seiner Spielfigur passt. Aber um ehrlich zu sein ist das Meckern auf ganz hohem Niveau, denn generell ist „President Pig“ ein großartiges Spiel voller Humor, Spielspaß und Retro-Feeling. Da mag man kaum glauben, dass dies das erste Spiel des Entwicklers sein soll, denn – abgesehen von den angesprochenen Kleinigkeiten – ist hier alles stimmig, von der süßen Grafik bis hin zum Soundtrack!

President Pig

President Pig
9.1

Gameplay

9.3 /10

Grafik

8.7 /10

Sound

9.0 /10

Unterhatungsfaktor

9.5 /10

Pros

  • Mit viel Humor und Kritik verpackt
  • Ein Spiel, das süchtig macht
  • Sehr schöne Retro-Grafik
  • Guter Soundtrack

Cons

  • Geschmackssache: Plötzlich angreifende Gegner

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