Raise your voice (DVD)

Teenie-Filme gemischt mit einer Handlung, die die Musik im Mittelpunkt hat. Damit kann man beim Zielpublikum kaum etwas falsch machen. Es sei denn natürlich, die Musik ist mies, die Darsteller schlecht und die Handlung insgesamt so seicht, dass sich die Zuschauer vollkommen unterfordert fühlen. Zum Glück ist das alles bei „Raise your voice – Lebe deinen Traum“ nicht der Fall.

Musik, Gefühle, Schicksalsschläge

Terri Fletcher (gespielt von Hillary Duff) singt für ihr Leben gerne. Im Chor, in ihrem Zimmer, im Bad. Ihr Traum ist es, bei dem anstehenden Workshop in Los Angeles mitzumachen, bei dem aber unter einer Vielzahl von Bewerbern nur sehr wenige überhaupt die Chance bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass den folgenden Wettbewerb nur einer gewinnen kann und demzufolge nur einer das heißersehnte Stipendium sein eigen nennen wird.

Terri ist ein braves Mädchen, das ihrem Vater zuliebe – der keinesfalls will, dass seine Kleine in eine gefährliche Stadt wie Los Angeles fährt – sogar ihren großen Traum zurückstellen würde. Wäre da nicht ihr Bruder Paul, der unbedingt möchte, dass Terri das tut, was ihr am Herzen liegt. Dann ereilt ein schreckliches Schicksal die Familie, Terri verliert ihre Lebensfreude und weiß gar nicht mehr genau, was sie kann und will. Ihre Vater anlügen und trotz seines Verbots nach L.A. fahren? Kann das gut gehen?

Teenie-Film mit Tiefgang

„Raise your voice“ ist in gewisser Weise natürlich einer dieser typischen Teenie-Filme, bei denen es um Probleme, Liebe und Schule geht. Jedoch bricht dieser Streifen etwas aus dem sonstigen Trott aus. Musik wird zu einem Schwerpunkt, wenngleich diese nicht so oft zu hören ist, wie es in typischen Musik- und Tanzfilmen der Fall wäre.

Klar: Auch hier gibt es einen kleinen Abstecher in Richtung Romantik und Drama, auch hier spielen Freundschaften, Pubertät und Eltern eine große Rolle. Doch besticht „Raise your voice“ mit im Vergleich zu anderen Filmen dieser Art mit ungewohntem Tiefgang. Der tragische Tod des Bruders zieht sich durch den gesamten Film und der sensible Zuschauer kann sich dabei die eine oder andere Träne vielleicht nicht mehr verkneifen. Auch wenn Jason Ritter in der Rolle des Pauls nur eine kurze Rolle spielt, so ist es doch eine tragende, in der er viele Sympathien der Zuschauer bekommt.

Taschentücher bereit halten!

Nun kann man den Film von zwei Standpunkten aus betrachten: Von der Seite eines im Leben stehenden Erwachsenen, der genervt ist von all den Klischees, die so manch eine Hollywood-Produktion mit sich bringt. Dann sollte man diesem Film bitte erst gar nicht anfassen, denn dann ist das Genre schlicht und einfach nicht für einen geeignet.

Von der anderen Seite eines Chick Flick Fans, eines Freundes von Liebesdramen, Liebeskomödien und / oder Teenie-Filmen. Für diese wird „Raise your voice – Lebe deinen Traum“ ein schönes Filmvergnügen sein.

Hillary Duff zeigt sich von ihrer besten Seite, wenngleich man manchmal glauben könnte, dass ihre Stimme sehr dünn klingt. Aber hey: das gehört nun mal zur Handlung! Oliver James in der Rolle von Jay Corgan mag eventuell nicht die Bestbesetzung sein, um Teenieherzen höher schlagen zu lassen, da er doch ein ganz besonderer Typ ist, jedoch spielt er so gut, dass man ihn einfach im Laufe des Films ins Herz schließen muss.

Alles in allem stimmt bei „Raise your voice“ das Gesamtpaket. Glücksgefühle, Tränen der Trauer, kleine Gags und gute musikalische Leistungen treffen so passend aufeinander, dass der Film sich zwar nicht bei jedem einen Platz unter den Lieblingsfilmen verdient, aber durchaus einen Blick wert ist.

Raise your voice

Raise your voice
8.2

Gefühl

9.0 /10

Atmosphäre

8.6 /10

Musik

7.2 /10

Darsteller

8.0 /10

Qualität

8.2 /10

Pros

  • Viel Tiefgang
  • Gute schauspielerische Leistungen

Cons

  • Wenig Musik

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