Sabba, die Hexe (DVD)

Filmfans, die sich auch für Hintergrundinfos, Regisseure und Drehbuchautoren interessieren und den Filmen der 80er Jahre zugetan sind, kennen sicher diesen Namen: Marco Bellocchio. Regisseur und Drehbuchautor des 1986 erschienenen Klassikers „Teufel im Leib“.

Wer einmal einen Hit wie „Teufel im Leib“ geschafft hat, hat es schwer, daran anzuschließen. Wenngleich Marco Bellocchio danach keinen weiteren Film mit einem so hohen Zuspruch erschaffen konnte, hat er es dennoch geschafft mit „Sabba, die Hexe“ einen weiteren Streifen zu kreieren, der seine Daseinsberechtigung hat.

Die Hex‘ ist tot, die Hex‘ ist tot! Oder auch nicht…

Sabba ist eine Hexe. So muss es ihrer Meinung nach jedenfalls sein, denn sie meint bereits im 17. Jahrhundert gelebt zu haben und damals auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden zu sein. Sie sei seit 300 Jahren auf der Suche nach dem Mann, für den sie bestimmt sei und dem sie ihre Jungfräulichkeit schenken würde. Natürlich ist dies schwer zu glauben, auch für ihren Psychiater David. Allerdings ist David schnell von Maddalena (oder eben Sabba) fasziniert – so sehr, dass seine eigene Ehe darunter leidet. Aber da er sich selbst in Visionen verliert, fängt er langsam an, der vermeidlichen Hexe Glauben zu schenken…

Wenngleich die Story in der Kurzzusammenfassung recht interessant klingt, so ist sie damit tatsächlich genau auf den Punkt gebracht und beinhaltet kaum mehr. Ein einfach gestrickter Film kann man also sagen. Und dennoch ist „Sabba, die Hexe“ nicht enttäuschend. Das liegt vor allem an den Zeitsprüngen, die sehr gut in umgesetzt worden sind. Überhaupt ist der Film – bedenkt man sein Alter – sehr gut gemacht, auch die unrealistischen Szenen. Obendrein muss den Hauptdarstellern ein großes Lob ausgesprochen werden. Béatrice Dalle – die wenige Jahre zuvor einen großen Erfolg mit dem Film „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“ feiern konnte – spielt die Rolle von Maddalena/Sabba sehr überzeugend. Auch wenn sie nichts dazu kann, aber ihre kleine Zahnlücke macht sie noch viel authentischer. Auch ihr Kollege Daniel Ezralow, der den David spielt, beweist Talent.

Keine bahnbrechende Story, dafür eine gelungene Umsetzung

Qaulitativ geht die Veröffentlichung auf DVD in Ordnung. Bildstörungen sind nicht zu finden, dennoch sieht man dem Film natürlich sein Alter an, aber das darf nicht als Kritikpunkt gesehen werden. Der Ton ist gut verständlich und muss nicht während des Zuschauens reguliert werden. Wer also einen Film nicht unbedingt nur wegen der Story, sondern auch aufgrund der Umsetzung anschauen möchte, der ist mit diesem Film gut beraten. Stellenweise präsentiert sich „Sabba, die Hexe“ gar als kleine Kunstperle, wenn Bilder und Musik hervorragend gemeinsam zum Einsatz gebracht werden, wo es keiner großen Worte in Form von Dialogen bedarf. Interessierte dürfen und sollten einen Blick riskieren!

 

Sabba, die Hexe

Sabba, die Hexe
7.7

Story

6.1/10

Umsetzung

8.7/10

Schauspieler

8.3/10

Pros

  • Künstlerisch gut umgesetzt
  • Tolles Zusammenspiel von Bild und Musik
  • Gute Darsteller

Cons

  • Der Story fehlt es an Tiefgang

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