Schatten über den Weiden

Der Name Nora Roberts ist wohl jedem bekannt, der romantische und zugleich spannende Bücher mag. Neben einigen Trilogien, Sagen und auch Kriminalromanen unter einem anderen Namen hat Nora Roberts zahlreiche Einzelromane veröffentlicht. Auch „Schatten über den Weiden“ ist einer dieser in sich abgeschlossenen Romane ohne Fortsetzung.

Ende 2016 im Diana Verlag erschienen ist dieser Roman nun in einer Neuauflage – das Original stammt bereits aus dem Jahr 1995. Das heißt aber nichts schlechtes, denn so manch ein Fan der Autorin sagt, dass ihre Bücher aus den 90er Jahren die besten waren. Ob man „Schatten über den Weiden“ getrost dazu zählen kann?

Und da war sie plötzlich wieder da….

Kelsey lebt in dem Glauben, dass ihre Mutter tot sei. Doch dem ist nicht so! Dies muss sie feststellen, als sie einen Brief ihrer Mutter Naomi erhält. Warum sich diese jahrelang nicht bei ihrer Tochter gemeldet und geduldet hat, dass diese glaubte, sie sei verstorben? Weil Naomi wegen Mordes im Gefängnis saß! Kelsey möchte sich nun ihrer Mutter wieder annähern – schließlich ist sie ja ihre Mutter – und beschließt diese zu besuchen. Ihre Reise führt sie auf eine Pferdefarm, auf der eine trügerische Idylle herrscht.

Trügerisch ist auch das Verhalten der Mutter – Kelsey ist sicher, dass hinter der Mordgeschichte mehr steckt und Naomi nicht die Wahrheit sagt. Somit beginnt sie zu schnüffeln und begibt sich selbst in Gefahr. Und wie es zu einem Nora Roberts Roman gehört, spielt natürlich die Liebe eine große Rolle. Diese tritt in Form des Nachbarn Gabe auf, auf den Kelsey schnell ein Auge geworfen hat. Doch hat er mit den Heimlichkeiten etwas zu tun?

Ein Genuss für Pferdeliebhaber

„Schatten über den Weiden“ ist ein typischer Nora Roberts Roman. Und das bedeutet natürlich für Fans: es handelt sich um einen wirklich guten Roman! Allerdings gibt es ein paar wenige kleine Kritikpunkte. Diese betreffen vor allem die ersten 80 bis 100 Seiten des Buches. Denn da kommt der Erzählstil nur langsam in Gange und manch einer mag das Bedürfnis verspüren, das Buch wieder zur Seite legen zu wollen – wenngleich das definitiv ein Fehler wäre!

Ein weiterer Kritikpunkt ist der „Ort des Geschehens“. Wie bereits erwähnt, spielt die Handlung auf einer Pferdefarm. Schön und gut, doch Nora Roberts geht etwas zu sehr ins Detail – großartig für Pferdefreunde, langweilig für diejenigen, die sich nur oberflächlich für diese Vierbeiner interessieren. Last but not least: während der Beginn langatmig, ja teilweise sogar etwas langweilig ist, kommt das Ende plötzlich und abrupt. Man hat das Gefühl, dass man sich nicht wie gewohnt von den Hauptcharakteren „verabschieden“ konnte – es ist eben einfach vorbei. Da ist man normalerweise besseres von Nora Roberts gewohnt.

Starkes Buch mit wenigen kleinen Schwächen

Aber kommen wir nun endlich zu den Stärken und dabei steht die Story an allererster Stelle. Der Inhalt mit dem Familiendrama, der Liebe und auch ein wenig Kriminalgeschichte ist eine hervorragende Mischung, die den Leser fesselt und mitfiebern lässt. Einige überraschende Wendungen sind ebenfalls vorhanden. Die Aktionen der Figuren sind gut durchdacht und die Charaktere von der Autorin großartig gezeichnet, inklusive Stärken und Schwächen, sodass man Sympathien und Antisympathien entwickeln kann. Selbst die Nebencharaktere bleiben im Gedächtnis.

„Schatten über den Weiden“ ist ein sehr gelungenes Werk der Bestseller-Autorin! Zwar handelt es sich hierbei nicht um ihr allerbestes Werk – dafür hat es dann doch zu viele, wenn auch kleine Schwächen. Betrachtet man das Buch jedoch im Ganzen, so bietet es einige Stunden Lesespaß, den man so schnell nicht vergisst.

Schatten über den Weiden

Schatten über den Weiden
8.6

Story

8.9/10

Schreibstil

8.7/10

Spannung

8.4/10

Romantik

8.5/10

Pros

  • Gewohnt sehr guter Schreibstil
  • Story mit überraschenden Wendungen
  • Gut gezeichnete Charaktere

Cons

  • Ein bisschen viel Pferd...
  • Langatmiger Beginn
  • Abruptes Ende

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