Schrei der Verdammten (DVD)

Kaum ein Name steht so sehr für das Überleben eines KZs und das Verfolgen von Nazi-Straftätern in der Nachkriegszeit wie Simon Wiesenthal. Zahlreiche Arbeits- und Konzentrationslager hat er durchwandern müssen, ständig in der Angst um sein Leben und das Leben seiner Frau. 1945 wurde er dann von der US-Armee aus dem KZ Mauthausen befreit. Doch anstatt sich zurückzuziehen und zu versuchen ein neues Leben zu beginnen, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Verbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Er hat maßgeblich dabei geholfen flüchtige Nazis ausfindig zu machen und sie der Justiz zu übergeben – nicht aus Rache, nicht als Nazijäger, sondern als Helfer seiner Retter.

Die Erinnerungen bleiben ewig

Das Leben von Simon Wiesenthal ist in mehreren Büchern nachzulesen und auch verschiedene Filme behandeln seine Geschichte. Der Film „Schrei der Verdammten“ handelt allerdings nicht nur von ihm:

„Polen 1939: Hitlers Truppen besetzen Warschau. Für das junge Liebespaar Max und Helen beginnen Jahre des Terrors in einem Arbeitslager der Nazis. Geknechtet und gefoltert durch die unmenschlichen Triebe des Lagerkommandanten gelingt Max die Flucht nach Russland. Für die Russen ist er nichts weiter als ein „Anit-kommunistisches Schwein“, das nichts anderes verdient hat als nach Sibirien verfrachtet zu werden. Erst 20 Jahre später gelingt Max erneut die Flucht, doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Ein fanatischer Nazijäger namens Simon Wiesenthal reißt alte Wunden auf. Die Zeit der Rache ist gekommen und die Antworten, die er findet sind schrecklicher als der schlimmste Alptraum je sein könnte.“

Schade, dass die zweite Hälfte der Zusammenfassung auf der Rückseite des Covers so reißerisch geworden sind. Das wird dem Film überhaupt nicht gerecht, denn es hört sich eher an, als würde man es mit einem knallharten Thriller zu tun bekommen. Und auch Simon Wiesenthal wird in dieser Beschreibung falsch dargestellt. Aber das Wichtigste ist, dass der Film Qualität hat. Und das hat er!

Hervorragende Umsetzung

Der Film beruht übrigens auf einem Tatsachenroman, den Wiesenthal selbst geschrieben hat: „Max und Helen“. Die Umsetzung in bewegte Bilder ist sehr gut gelungen, die Darsteller agieren allesamt glaubwürdig und die Storyumsetzung weist keine Längen oder Schwächen auf. Allerdings ist „Schrei der Verdammten“ kein Film, den man sich zu Unterhaltungszwecken anschaut. Vielmehr ist die Stimmung sehr drückend – ist es ohnehin schon schrecklich, was damals passiert ist, wird es umso beklemmender, wenn die Menschen Namen und Gesichter bekommen.

Während also die Verfilmung durchaus gut gelungen ist, gibt es nur Abstriche bei der Bildbewertung zu machen. Sicher, der Film ist nun auch schon über 20 Jahre alt, ein bisschen bessere Qualität hätte man aber sicherlich noch herausholen können. Wer sich daran jedoch nicht stört und sich für die deutsche Geschichte – auch die Nachkriegszeit – interessiert, der sollte diesen Film (erschienen in einer auf 2000 Stück limitierten Edition) nicht verpassen.

Schrei der Verdammten

Schrei der Verdammten
8.8

Storyumsetzung

9.4/10

Atmosphäre

9.0/10

Bild- und Tonqualität

8.0/10

Pros

  • Atmosphärisch sehr gut gelungen
  • Sehr gute Darsteller

Cons

  • Bildqualität nicht allzu gut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.