Schwein ohne Schwein – Das tierliebe Kochbuch

Deftige Hausmannskost! Seien wir ehrlich, gerade wir Österreicher lieben es doch. Schnitzel, Cordon Bleu, Fleischstrudelsuppe und vieles mehr. Zum Nachtisch oder zum Kaffee eine leckere Sachertorte. Da freut sich das Herz, die Figur allerdings weniger. Was solls, manchmal muss man sich das einfach gönnen. Fleischesser können sich da vielleicht gar nicht vorstellen, wie man seine Ernährung auf Sprossen und Co. umstellen und auf so schmackhafte Leckereien verzichten kann. Aber wer sagt denn, dass Vegetarier und Veganer komplett auf Hausmannskost verzichten müssen?

Hausmannskost ohne Fleisch – geht das?

Karl Schillinger, Inhaber des Gasthauses Schillinger, das bereits seit 1793 existiert und in Großmugl in Niederösterreich zu finden ist, hat sich wohl so etwas ähnliches gedacht. Auf der Speisekarte fand und findet man seit Jahrzehnten typische österreichische Leckereien wie das Schnitzel und das Backhendl. Früher hat man dabei auch genau das bekommen, was man sich darunter vorstellt. Heute allerdings ohne das Schwein im Schnitzen und ohne das Hendl im Backhendl. Das Gasthaus verzichtet dabei nicht nur auf Fleisch, sondern bietet seine Speisen komplett vegan an. Das klingt für manch einen zunächst etwas seltsam, doch der Erfolg des oftmals komplett ausgebuchten Gasthauses spricht für sich.

Da Veganer aber sicherlich nicht immer auswärts essen gehen können und wollen und vor allem nicht alle eine kurze Anreise nach Großmugl haben, hat Karl Schillinger nun das Kochbuch „Schwein ohne Schwein“ auf den Markt gebracht. Enthalten sind über 30 deftige Rezepte, die Abstand von den üblichen veganen Gerichten nehmen und stattdessen eben richtig herzhaft sind. Unter diesen Rezepten findet sich beispielsweise die Fleischstrudelsuppe. Nur eben ohne Fleisch, stattdessen mit Faschiertem aus Sojagranulat und Dinkelmehl.

Ja, das geht!

Die Rezepte, die sich in diesem Kochbuch befinden, haben es wirklich allesamt in sich und kommen den fleischhaltigen Originalen verdächtig nah. So erfreuen sich auch Veganer über Deftiges, die Vielfalt der Gerichte spricht dabei für sich. Als Veganer kann man hier nur den Daumen hochhalten und sich an Alternativen zur sonst gängigen veganen Küche erfreuen. Und wer selbst Fleisch ist, aber gerne mal Freunde zum Essen einladen möchte, die sich vegan ernähren, der kann mit diesen Gerichten einen echten Hit landen.

Als Fleischesser kann man vielleicht nicht immer nachvollziehen, warum ein Hendl nun Hendl heißen muss, wenn es denn gar kein Hendl ist und warum das Rindsgulasch ohne Rind doch ein Rind in dem Namen hat, aber das ist wohl eine nicht enden wollende Diskussion … Wir hätten es zwar schöner gefunden, wenn man bei den Namen etwas differenzierter gewesen wäre, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt an einem sonst wirklich großartigen veganen Kochbuch für die deftige Küche! Wobei ein paar mehr Rezepte schon schön gewesen wären …

Schwein ohne Schwein

Schwein ohne Schwein
9

Abwechslung

9.4/10

Individualität

9.5/10

Umfang

8.0/10

Pros

  • Deftige Kost ganz ohne tierische Produkte
  • Relativ gut nachzukochen mit leicht zugänglichen Zutaten

Cons

  • Ein paar mehr Rezepte hätten es sein dürfen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.