Shore, Stein, Papier

Wer sich nicht auskennt, der vermutet hinter dem Titel „Shore, Stein, Papier“ nichts schlimmes. Wer aber zwischen den Zeilen liest, der weiß, dass die Übersetzung für diese drei Wörter Heroin, Koks und Geld lautet. Ein hartes Thema, durch das der Autor $ick selbst gegangen ist und nun in diesem Buch, welches im Piper Verlag erschienen ist, über sein Leben berichtet.

Vom Absturz in den Drogensumpf…

$ick ist bereits seit 2012 auf Youtube mit einer gleichnamigen Serie zu sehen, in der er ebenfalls von seinem Leben berichtet. All dies hat er nun auch zu Papier gebracht, um manche Passagen gekürzt, manche Berichte sind neu hinzugekommen. Wer die Serie also kennt, kann dennoch getrost zum Buch greifen, denn dies ist sowohl eine gute Ergänzung als auch ein kompaktes Werk über das bisher von $ick gehörte.

$ick erzählt gnadenlos ehrlich von Anfang bis heute, was ihm bisher alles widerfahren ist. Das beginnt mit seiner Kindheit, die zwar nicht bilderbuchhaft, aber in Ordnung war. Bis es zum Umzug nach Hannover kam, wo sein Leben schließlich aus den Fugen geraten ist. Bereits mit 13 hat er begonnen zu kiffen und mit 15 war er abhängig von Heroin – ohne dies selbst zu wissen, denn er rauchte ja nur Shore und Shore ist kein Heroin, oder doch? Eine Erkenntnis, die er erst Monate später gemacht hat als es schon zu spät war.

… und der mühsamen Befreiungsaktion

Er geriet immer tiefer in den Kreis der Abhängigkeit, fing an, selbst Drogen zu verkaufen um sich seine eigenen finanzieren zu können und landete schließlich auch im Knast. Eine tragische Geschichte, wie sie leider zuhauf auf den Straße passiert, jedoch schlägt die von $ick glücklicherweise eine bessere Richtung ein. Er wird Vater! Er will weg von den Drogen, begibt sich in Therapie und kann somit nun ganz direkt über seine Vergangenheit sprechen und schreiben.

Das macht er sogar erstaunlich gut. Man muss natürlich bedenken, dass $ick kein geübter Autor ist, was man dem Buch „Shore, Stein, Papier“ hie und da auch anmerkt, aber das ist überhaupt nicht schlimm! Wäre man da zu sehr mit dem Rotstift durchgegangen, wäre viel zu viel der authentischen Erzählweise verloren gegangen. Und nach wenigen Seiten hat man sich ohnehin an den Schreibstil gewöhnt.

Hoher Aufklärungswert

Ein Buch wie dieses nun als „gut“ zu beurteilen, klingt etwas falsch. Denn die Geschichte hat das Leben geschrieben, sodass man sich über den Inhalt gar kein eigenes Urteil bilden mag. Man kann aber sagen, dass diese Biografie sehr gut auf den Punkt gebracht wurde und so beschrieben wird, dass man sie am liebsten in einem Rutsch lesen möchte. Übrigens hat das Buch auch einen hohen Aufklärungsfaktor. Während man früher in der Schule auch mal den Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu sehen bekommen hat, bietet sich die Lektüre dieses Buches oder Teile der Youtube-Serie noch viel besser an, um vor Drogen abzuschrecken!

Shore, Stein, Papier

Shore, Stein, Papier
9.2

Erzählweise

9.6 /10

Schreibstil

8.7 /10

Pros

  • Gelungene Zusammenfassung der YouTube Serie
  • Ohne Beschönigungen, knallhart und ehrlich
  • Mutig!

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