Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues (PC)

Eine Weile lang konnten sich Spieler kaum vor neuen MMOs retten. Alle Nase lang ist ein neues erschienen, ob free to play oder als Full-Price Titel. Doch dann plötzlich kam es zu einer Flaute. Es schien fast, als sei dieses Genre ausgestorben. Hie und da mal ein neuer f2p-Titel, doch so richtig vom Hocker hauen konnte da nichts. Umso größer die Freude, dass es mal wieder ein Vollpreis-Titel in den Handel geschafft hat – und dazu noch der Nachfolger des berüchtigten „Ultima“. Ob uns „Shroud of the Avatar: Forsake Virtues“ wohl stundenlang, tagelang, wochenlang an den Bildschirm fesseln kann?

Guter Grundansatz

Kommen wir zunächst zu den generell positiven Aspekten. Die Story ist episch und fängt schon gut an. Wir werden nicht einfach als Held inmitten einer Stadt oder einem Wald oder sonst wo ausgesetzt. Wir bekommen einen Grund geliefert, warum wir dort gelandet sind, wo wir nun sind. Und warum wir zu Beginn aussehen wie ein Geist. Denn die Charaktererstellung ist im Gameplay implementiert. Das schafft schonmal schön Atmosphäre!

Doch dann kommt schon die erste kleine Enttäuschung: Die Möglichkeiten der Charaktererstellung sind verschwindend gering. Gerade bei einem Vollpreis-Titel ist man hier schon fast schockiert, dass alle Charaktere nahezu gleich aussehen werden. Dann kommt die Klassenwahl, die ein Orakel für uns trifft (keine Sorge, die Wahl kann rückgängig gemacht werden). Und so starten wir als Krieger, Waldläufer oder Magier ins Spiel.

Leider noch völlig unfertig

Bis dahin sind die Hoffnungen noch groß, doch schnell stellen wir fest: Dieses Spiel hätte den Early Access noch nicht verlassen dürfen! Die Übersetzung uns Deutsche ist grauenhaft. Gut, die Übersetzung selbst nicht unbedingt, aber selten haben wir so viele Lücken bereits in den ersten Minuten eines Spiels gesehen. So springt das Ganze zwischen Deutsch und Englisch wild hin und her und raubt dem Rollenspiel begeisterten Gamer jegliche Vorstellungskraft.

Doch leider ist das nicht das Schlimmste. Die Umgebungen sind zwar atmosphärisch gestaltet, doch die Grafikqualität entspricht eher der eines Free to Play Spiels von vor 5 Jahren. Wenn man andere MMOs der vergangenen Zeit damit vergleicht, so ist „Shroud oft he Avatar“ ein deutlicher Rückschritt.

Bitte nochmal zurück an die Arbeit

Um die Enttäuschung perfekt zu machen, ist das Interface das reinste Chaos. Natürlich findet man sich früher oder später zurecht, doch zu Beginn fehlt es völlig an Hilfestellungen. Diese fehlen auch bei der Suche nach wichtigen NPCs. Zwar wird auf dem Kompass die Richtung eines solchen angezeigt, wenn man dann aber mal vor ihm steht, kann man nur schwer erkennen, ob dieser etwas für einen zu tun hat oder nicht. Um das herauszufinden, muss man sich erstmal durch umständliche Gesprächsoptionen quälen.

Auch im späteren Verlauf des Spiels wird dies nicht besser. Vieles muss der Spieler ganz für sich herausfinden, was genau zu tun ist und welche Möglichkeiten es gibt, erschließen sich ihm nicht direkt. Dafür muss man vielleicht sogar ein bisschen Online-Recherche betreiben.  Das Skillsystem ist ziemlich unausgereift, sodass der Funfaktor schon nach kurzer Zeit deutlich nach unten steigt. Hier ist wirklich noch sehr viel Arbeit nötig, um dieses Spiel zu einem guten Titel zu machen. Zu Zeit ist es jedoch – trotz Release – ein unfertiger Versuch die MMO-Spieler wieder mit einem neuen Spiel anzufixen. Immerhin muss man den Machern aber zugestehen, dass sie sich die Story gut ausgedacht und einen stimmigen Soundtrack ausgewählt haben. Aber das macht ein Spiel nunmal lange noch nicht zu einem guten Spiel.

Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues

Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues
6.2

Story

8.4 /10

Grafik

5.4 /10

Steuerung und Interface

4.8 /10

Sound

8.0 /10

Spielspaß

4.2 /10

Pros

  • Story, die Lust auf mehr macht
  • Gelungener Spieleinstieg
  • Guter Soundtrack

Cons

  • Viele Lücken in der Übersetzung
  • Unübersichtliches Interface
  • Unausgereiftes Skillsystem
  • Veraltete Grafik

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