Sing Meinen Song – Das Tauschkonzert Vol. 5 Deluxe Version

Es ist zwar erst die fünfte Staffel, aber irgendwie ist „Sing meinen Song“ aus dem jährlichen Vox-Programm gar nicht mehr wegzudenken. Was als Experiment mit Xavier Naidoo als Gastgeber begonnen hat, ist mittlerweile ein fester Bestandteil, der ehemalige Charterfolge mit „neuen“ Interpreten wieder in Erinnerung gerufen hat.

Nachdem The BossHoss nach dem letzten Jahr wieder ihren Cowboyhut genommen haben, ist es nun der beliebte Mark Forster, der mit Charme und Witz durch die Sendung führt. Wie immer gibt es natürlich auch in diesem Jahr begleitend zu TV-Produktion und als Erinnerung für Zuhause die Doppel-CD mit den 42 Songs.

Wenn die Sendung schwächelt…

Und nun stehen wir vor einem kleinen Problem: Wie soll man die CD bewerten, ohne dabei auch auf die Sendung einzugehen? Was, wenn die Sendung nicht gefällt, die CD aber dennoch natürlich gut produziert ist? Aber fangen wir von vorne an. Die Gästeliste dieses Jahr liest sich nicht mehr ganz so schon wie in den letzten vier Jahren. Da wären als Highlights natürlich Mark Forster selbst zu erwähnen, sowie Judith Holofernes, ehemalige Sängerin der Band Wir sind Helden. Und natürlich Rea Garvey, der sowohl mit seinen Singles als auch als Kopf von Reamonn begeistert hat. Und für die Fans deutschsprachiger Musik ist auch Johannes Strate von Revolverheld dabei. Bis dahin gar nicht so übel.

Allerdings scheinen die anderen drei Teilnehmer eher Lückenfüller zu sein. Leslie Clio ist nahezu unbekannt, Mary Roos hat ihre Glanzzeit längst hinter sich (auch wenn sie das selbst wohl nicht wahrhaben möchte) und Marian Gold mag damals mit Alphaville für Tophits gesorgt haben, kennt aber als Einzelperson kaum jemand – und ist auch stimmlich nicht gerade jemand, den man abseits seines alten Genres gehört haben muss.

… dann kann auch der Sampler nicht mehr begeistern

Es steht also 4:3, in etwa so kann man auch die Begeisterung für den Doppelsampler beschreiben. Songs, die von Marian Gold, Mary Ross und Leslie Clio interpretiert werden, möchte man getrost skippen. Vor allem Marian Gold verunstaltet „Bring mich nach Hause“ von Wir sind Helden auf das Unerträglichste, genauso wie „Wir sind groß“ von Mark Foster – und eigentlich so ziemlich jedem anderen Song.

Leslie Clio steckt in jeden Titel eine große – nervtötende – Portion Theatralik. Kann man einmal hören, will man danach nicht nochmal. Und Mary Ross ist da noch das kleinste Übel der Drei, aber eben nicht mehr in der Blüte ihrer Zeit, auch stimmlich.

Ein ganz großes Lob hingegen gibt es für Johannes Strate und Judith Holofernes, die ganz leicht mit den Songs des jeweils anderen die Charts erneut erklimmen könnten. Und auch ihre Darbietungen jeder anderen Titel sind überzeugend. Sie verunstalten keine Songs, geben ihnen aber ihre persönliche Note. Ganz besonders zu glänzen weiß Mark Forster, der beweist, dass in ihm so viel mehr steckt als so manch einer ihm vielleicht zutrauen möchte. Und zu guter Letzt ist da noch Rea Garvey, der sich auch nicht scheut auf Deutsch zu singen. Gut, klingt ein wenig gewöhnungsbedürftig, ist aber durchaus sympathisch.

So bleibt am Ende also zu sagen, dass die Aufnahmequalität des Samplers sehr gut ist und man sich hier höchstens über den nicht immer gut gelungenen Schnitt am Ende beschweren kann. Über einige der Titel hingegen schon. Auf 18 Songs hätte man gerne verzichten können, der Rest bietet das, was diese Sendung so besonders und erfolgreich macht. Eine Gruppe wie damals mit Sarah Connor und Andreas Gabalier oder auch im letzten Jahr noch mit Lena und Gentleman ist dies leider nicht, wenngleich Judith Holofernes, Johannes Strate, Rea Garvey und Mark Forster ihr bestes geben und damit voll überzeugen können.

Sing Meinen Song - Das Tauschkonzert Vol. 5 Deluxe Version

Sing Meinen Song - Das Tauschkonzert Vol. 5 Deluxe Version
7.2

Interpreten

6.4 /10

Songauswahl

7.2 /10

Soundqualität

8.0 /10

Pros

  • 4 Künstler, die großartige Leistungen bringen
  • Einige sehr gute Interpretationen
  • Alle Songs der Sendung
  • Gute Aufnahmequalität

Cons

  • 3 Künstler, auf die man getrost verzichten könnte
  • Einige Songs werden verunstaltet
  • Enden teilweise nicht gut geschnitten

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