Slime-San (PC)

Anfang April werden dieses Jahr nicht nur die Bäume grün: Slime-San kommt nämlich raus und verspricht schleimig-schöne Plattformeraction! Auf den ersten Blick sieht das neuste Machwerk von Entwickler Fabraz ein bisschen nach einem Super Meat Boy-Klon aus… Aber wieviel steckt dahinter? Das haben wir für euch getestet.

Setting

Ein tragisches Ünglück entreisst Slime-San seiner Schleimfamilie. Der flinke Vater wird zu Beginn des Spiels von einem riesigen Wurm gefressen, in dessen Eingeweiden er nun fest sitzt. Man könnte das jetzt natürlich akzeptieren und sein eigenes Schicksal akzeptieren: Aber nicht Slime-San. Dieser setzt zum Gegenangriff an und springt, sprintet und flutscht durch die Innereien des Monsters, um endlich wieder Heim kehren zu können. Auf dem Weg muss er sich aber nicht nur endlosen Abgründen, Stacheln und sonstigen Hindernissen stellen, auch fiese Monster und riesige Bosse wollen Slime-San an… den Schleim. Ein halsbrecherisches Abenteuer entsteht und die über 100 Level von Slime-San werden euch einiges abverlangen. Und mit oben drauf gibt es eine ganze Tonne Extras, Achievements und Mini-Spiele…

Gameplay

Im Kern kommt Slime-San wirklich stark an andere, super-schnelle Plattformer ran. Ihr könnt laufen, springen, von Wänden abhüpfen und versucht so, innerhalb eines bestimmten Zeitlimits an das Ende des Levels zu gelangen. Auf dem Weg könnt ihr noch die (schwer erreichbaren) Bonusäpfel einsammeln, mit denen ihr euch später Zusatzinhalte und andere Extras kaufen könnt. Aber Slime-San bringt ein paar recht einzigartige Fähigkeiten mit. Denn zum einen kann er am Boden und in der Luft mit dem Druck einer Taste kurz nach vorne sprinten, um noch einen Sprung zu retten oder ein schnelles Hindernis zu überwinden. Aber Slime-San kann sich auch in einen weißen Schleim verwandeln, mit dem er einfach durch solide, grüne Wände hindurchflutschen kann und im Flug sogar die Zeit verlangsamt. Das Endergebnis ist ein akrobatischer und blitzschneller Plattformer, der durch eine angenehme, aber steile Lernkurve schnell auch Könnern einiges abverlangt. Ohne Timing, blitzschnelle Reflexe und Präzision geht da schnell nichts mehr. Lasst ihr euch in einem Level zu viel Zeit, so kriecht eine tödliche, rote Wand auf euch zu und sorgt dafür, dass ihr euch beeilt. Um die verschiedenen Welten und über 100 Level, die alle innerhalb des großen Wurms liegen, zu schaffen, werdet ihr die Techniken wohl oder übel meistern müssen. Zwischendurch frischen lustige Zwischensequenzen, Bosse und Wasserlevel das Spiel etwas auf und sorgen dafür, dass Slime-San immer fordert, aber nie langweilig wird.

„So“, denkt ihr euch nach ein paar geschafften Leveln, „Ich habe jetzt ein paar von diesen grünen Äpfel gesammelt, die überall rumliegen. Was mach ich damit?“. Auch Abseits der Pfade hat Slime-San einiges zu bieten, und hier braucht ihr die Bonus-Äpfel. Die gelten in den Läden von „Slump-Town“ nämlich als Währung für verschiedenste Dinge. So könnt ihr euch zum Beispiel Artworks kaufen, die dann die Seiten eures Bildschirms beim Spielen zieren, Kleidungsgegenstände für Slime-San oder auch eine ganze Reihe neuer Charaktere, die alle Sonderfähigkeiten besitzen und damit ganz neue Spielstile eröffnen. Wer also eine neue Herausforderung will, der kann ja mal mit einem Charakterspielen, der höher springt, weiter Dasht, aber nicht laufen kann! Apropos Herausforderung: Auch an Rekordbrecher ist in Slime-San gedacht. Im Dojo warten eine ganze Reihe kniffeliger Zeitlevel darauf, von euch in Angriff genommen zu werden. Und wer etwas gänzlich anderes will, der kann seine Zeit in der spielinternen Arcade vertreiben. Da findet ihr Adaptionen von Klassikern wie Pong, Doom oder Legend of Zelda. Genug also, womit sich Spieler beschäftigen können… manchmal sogar zu zweit!

Gut, komplett makellos ist Slime-San nun auch nicht. Zum Einen lassen sich im Spiel zwar Shader kaufen, die verändern aber bis jetzt nur den Spielsound und nicht, wie in Bildern dargestellt, die Farben. Ebenfalls etwas nervig ist die träge und manchmal etwas wackelige Steuerung innerhalb der Arcade-Spiele, die Steuerung im Spiel selber ist aber meistens einwandfrei. Nur in den Wasserleveln ist die Bewegung nach oben und unten recht mühsam. Auch nicht zu unterschätzen ist der Schwierigkeitsgrad von Slime-San, besonders weil dieser recht schnell sehr merksam angezogen wird. Am verwirrendsten ist allerdings die recht verschachtelte Menüstruktur, was aber unter anderem durch die vielen begehbaren Orte einigermaßen verständlich ist. So befinden sich die Shops des Spiels in Slumptown, welche aus speziellen Einkaufsstraßenlevels besteht. In diesem könnt ihr mit schrägen Charakteren reden und Sachen kaufen. Es gibt auch eine Möglichkeit mit einem Bus zu einem bestimmten Teil der Straße zu fahren oder auch einfach über eine Schnellauswahl seinen Shop zu wählen, ausserdem kann man in einem weiteren Menü zur Oberfläche zurückkehren, wo man die Mitglieder von Slime-San’s Familie spielt und rumläuft oder sich mit anderen unterhält. Es gibt viel zu entdecken, fast schon, als würde der Plattformer-Hauptteil nicht klar im Mittelpunkt stehen. Gut, dass er sich dennoch wacker schlagen kann.

Grafik und Sound

Wie so viele Spiele heutzutage reitet auch Slime-San auf den Wellen der Vergangenheit. Auch wenn die Welt weder einem klaren 8- oder 16-Bit-Stil angehört, so ist das ganze Bild doch charmant pixelig. Besonders die Farben sind interessant, denn Slime San ist an sich recht blass, als Farben kommen nur rot und grün zum Einsatz. Schön bunt wirkt das Ganze trotzdem. Auf die Ohren gibt’s auch was: Beim Spielen dudelt ein toll gemachter und vielseitiger Chiptune-Soundtrack im Hintergrund, damit auch richtiges Retro-Feel aufkommt.

Fazit

Slime-San sieht toll aus, macht Spaß und platzt beinahe vor Inhalt.

Slime-San (PC)

Slime-San (PC)
9.3

Setting

9.5/10

Gameplay

9.0/10

Grafik und Sound

9.5/10

Pros

  • Über 100 fordernde Level
  • Viele Extras und Minispiele
  • Tolle Optik und Soundtrack

Cons

  • Sehr schnell sehr schwer
  • Unübersichtliches Interface

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