Sondaschule – Schere, Stein, Papier

Als Musiker oder Band hat man es nicht leicht. Bleibt man immer seiner Linie treu, fangen die Kritiker bald an zu meckern, dass alles gleich klingt, dass es an Abwechslung fehlt. Entwickelt man sich aber weiter, wird gemeckert, dass früher doch alles besser war. Eins steht fest: allen kann man es eben nicht recht machen.

Die deutsche Punkrock-Band Sondaschule war sich dessen sicherlich bewusst, als es zur Aufnahme des neuesten Albums „Schere, Stein, Papier“ ins Studio ging. Und die Punkte, die bemängelt werden könnten, liegen klar auf der Hand: zum einen sind die Texte deutlich ernster und politisch kritischer geworden – die Spaßtruppe von damals ist erwachsen geworden. Und zum anderen ist der Sound ruhiger geworden. Passend zu den Texten eben. Aber keine Sorge, punk-rockig bleibt es dennoch, von typischer Popmusik sind die Jungs weiterhin weit entfernt.

Ruhiger ist nicht gleich schlechter!

„Schere, Stein, Papier“ ist kein Album, das man nebenher laufen lässt. Dafür haben die Texte viel zu viel Tiefgang. Die Band hat sich auf den Ursprung der Punkmusik besonnen – dem politischen Teil. Gerade in der heutigen Zeit scheint es genau das wieder zu brauchen. Während manche Künstler auf der Welle reiten und von ihrer sonstigen Spaßmusik oder Liebeskummerschnulzerei auf den Polit-Zug aufspringen und sich damit eher lächerlich machen, passt dieser Wechsel zur Ernsthaftigkeit sehr gut zu Sondaschule.

Das liegt vor allem auch daran, dass die Jungs wirklich was zu sagen haben. Ihre Texte sind keine Parolen, sondern haben Tiefgang. Aber bitte keine Sorge: dies ist nun kein durch und durch politisches Album! Wir erkennen Sondaschule durchaus wieder! Der Opener „Amsterdam“ zum Beispiel ist ein gutes Beispiel. Oder „Gold Digger“. Und hey: Balladen gibt es auch! „Mein Herz“ geht tatsächlich an selbiges!

Anders – aber gut!

An Abwechslung wurde hier also nicht gespart, wenngleich das gesamte Album im Schnitt deutlich ruhiger ist als die Vorgänger. Das bedeutet allerdings auch, dass die so geliebten Ska-Einflüsse auf der Strecke bleiben. Das ist wirklich ein negativer Kritikpunkt, denn es gibt doch so wenig deutsche Bands, die richtig guten Ska Punk machen können – Sondaschule ist eine davon, die das gut hinbekommt! Da hätten wir uns schon ein bisschen mehr gewünscht. Aber andererseits… Werden dafür eben die alten Alben rausgeholt und mit dem neuen gemixt. Dann passt das schon.

Bleibt zum Abschluss zu sagen: „Schere, Stein, Papier“ ist anders als man es von Sondaschule gewohnt ist. Anders bedeutet aber nicht schlechter! Wer Sondaschule vorher noch gar nicht kannte, hat wirklich nichts auszusetzen – und wird vielleicht auch auf die alten Alben aufmerksam und erkennt die Vielfalt dieser coolen Band!

 

Sondaschule - Schere, Stein, Papier

Sondaschule - Schere, Stein, Papier
9

Songauswahl

8.9/10

Texte

9.5/10

Abwechslung

8.7/10

Pros

  • Tiefgängige Texte
  • Ordentliche, handgemachte Musik
  • Sehr gute Soundqualität

Cons

  • Ein bisschen mehr Ska wäre schon schön gewesen

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