Spuk am Lagerfeuer (DVD)

Was macht man, wenn man abends in der freien Natur am Lagerfeuer sitzt? Manche singen Lieder, andere erzählen sich Gruselgeschichten. Beliebt bei jung und alt. Der Film „Spuk am Lagerfeuer – Grim Prairie Tales“ ist ab 16 Jahren freigegeben, also nichts für angehende Pfadfinder.

Wer kennt die bessere Geschichte?

Im Grunde jedoch wird eben genau das Prinzip des Lagerfeuer-Geschichten-Erzählens in Filmform dargestellt. Der Lehrer Deeds ist auf dem Weg zu seiner Frau und schlägt in der Prärie sein Lager auf. Der Kopfgeldjäger Morrison leistet ihm überraschenderweise Gesellschaft und so beginnen die beiden, sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, vier an der Zahl.

Die erste Geschichte handelt von einem alten Trapper, der wider besseren Wissens eine Abkürzung über einen Indianerfriedhof einschlägt, was er lieber hätte lassen sollen…
Die zweite Geschichte erzählt von Tom, der auf seiner Reise durch die Prärie eine allein umherziehende schwangere Frau trifft. Er bietet ihr an, als ihr Beschützer zu agieren. Widerwillig akzeptiert die Unbekannte das Angebot. Doch es dauert nicht lange, bis Tom hinter das schreckliche Geheimnis der Schönen kommt…
In der dritten Geschichte geht es um eine Siedlerfamilie, die fast mittellos ihr frisch erworbenes Stück Land urbar machen will. Doch um die schwierige Anfangszeit überstehen und der Hilfe der Nachbarn sicher sein zu können, ist Arthur den übrigen Männern bei gewissen grausamen Gefälligkeiten behilflich…
Die letzte Geschichte handelt von einem Revolverhelden, der bei einem Schießwettbewerb einer kleinen Wüstenstadt mitmacht, was er jedoch schon bald bereuen soll…

Ein guter Ansatz, der in den Kurzgeschichten schwächelt

Irgendwie fühlt man sich bei diesem Film an alte Zeiten erinnert – gut, mag daran liegen, dass „Spuk am Lagerfeuer“ aus dem Jahr 1990 stammt – als man im Fernsehen in der Nacht Episoden-Horrorgeschichten verfolgt hat. Doch ehrlicherweise waren diese deutlich gruseliger als das, was wir hier geboten bekommen. Wer sich also ordentlich erschrecken möchte, ist hier definitiv falsch. Wer Tiefgang erwartet, ebenso.

Damit könnte man also sagen, dass sie „Spuk am Lagerfeuer“ nicht lohnt. Das ist aber nicht ganz so. Denn die Atmosphäre, die für die Lagerfeuerszenen geschaffen wurde, ist äußerst gut gelungen, sodass man sich gerne auf die Geschichten einlassen möchte. Vor allem die beiden Darsteller Brad Dourif und James Earl Jones leisten einen Großteil dazu bei und ziehen den Zuschauer in ihren Bann. Leider wird dies dann immer wieder von den Kurzgeschichten unterbrochen. Dabei sollte es doch eben gerade diese sein, die zu begeistern wissen!

Hätte man sich bei den Zwischensequenzen genauso viel Mühe gegeben wie bei den Lagerfeuerszenen, dann hätte eine echte Underground-Perle entstehen können. Leider ist der Film jedoch viel zu weit von seinem Ziel entfernt und wird dem Genre überhaupt nicht gerecht.

Spuk am Lagerfeuer

Spuk am Lagerfeuer
5.9

Story

6.8 /10

Storyumsetzung

5.0 /10

Spannung

5.4 /10

Bild- und Tonqualität

6.4 /10

Pros

  • Gelungene Lagerfeuer-Atmosphäre
  • Sehr gute Hauptdarsteller

Cons

  • Langweilige Kurzgeschichten
  • Keine Spur von Grusel oder gar Horror

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