Steel Force (DVD)

Manchmal verrät ein Cover ja schon so einiges über den Film. Da ahnt mal als Zuschauer schon, was einem blüht. Manchmal aber, kommt es doch völlig anders, als man denkt…

Bei „Steel Force“ zum Beispiel. Da sehen wir einen gut gebauten, schnittigen Herren mit scharfem Schwert in der Hand. Ein Gesichtsausdruck der verspricht, dass er zu allem bereit ist. Hinter ihm ein schwarzer Hubschrauber, der wohl bedrohlich wirken soll. Zu lesen auf dem Cover: „Gladiatoren der Zukunft“. Aha! Bekommen wir es hier tatsächlich mit einem Gladiatoren-Science-Fiction-Film zu tun? Eine Mischung aus längst vergangener Zeit und fiktive Zukunft? Ähm… Nein.

Was drauf ist, ist nicht immer drin

Tatsächlich sieht der Held des Filmes völlig anders aus (wartet mal ab bis ihr ihn das erste Mal in seinem Kampfanzug zu sehen bekommt. Da hält euch vor Lachen nichts mehr auf dem Hocker!) und der Hubschrauber? Nun, den hatte man in der Abteilung für Coverdesign wohl noch übrig, im Film flattert er jedenfalls nicht vorbei. Und futuristisch ist hier auch nix… Aber wer wird denn schon so kleinlich sein.

Also, worum geht’s? Es geht um Bill, der in die Gefangenschaft der Steel Force gerät. Gemeinsam mit seiner Freundin, der er gerade einen Antrag gemacht hat. Drahtzieherin der Entführung ist Diana, eine brutale und sadistische Frau, die sich heimlich ein richtiges Sklavenlager aufgebaut hat, in dem sie ihre frisch „erworbenen“ Gladiatoren gegeneinander antreten lässt. Und die entführten Frauen sind die Trophäen. Wenn ein Gladiator zwanzig Kämpfe gewinnt, dann hat er sich sozusagen freigespielt. Aber schaff das erst mal…

Nun, so kurz wie die Handlung hier beschrieben ist, so wenig wird im gesamten Film auch wirklich Handlung betrieben. Eigentlich ist „Steel Force“ durchgehend ein Hau-drauf-Film. Blutig wird es dabei zwar eher selten, aber brutal geht es schon zur Sache. Klingt langweilig? Mag es für manche sicherlich sein, aber trotzdem ist der Trash-Unterhaltungsfaktor bei diesem Film echt hoch! Zum einen sind die Kampfszenen ziemlich unkoordiniert, was sie irgendwie etwas echt und zugleich lächerlich wirken lässt, zum anderen sind die Kostüme so albern gestaltet, dass man sich doch gut unterhalten fühlt.

Trash, der gefällt!

Ignoriert man mal die hölzerne deutsche Synchronisation, die klingt, als würde hier jemand bei einem Vorlesewettbewerb mitmachen und möchte keinen Fehler begehen, dann hat dieser B-Movie aus den 90ern doch etwas an sich. Die etwas ausgeprägte homoerotische Note ist nicht ganz abzustreiten, aber das kennt man von anderen Gladiatoren-Filmen ja irgendwie schon.

Ach, nicht zu vergessen: Am Ende wird es dann nochmal richtig unterhaltsam. Da lassen wir die Schwerter nämlich außer Acht und bewaffnen uns mit Pistolen und Gewehren! Dann wird geballert was das Zeug hält und Explosionen dürfen auch nicht fehlen. Wer Action sucht, der wird hier fündig! Und wer Action-Trash mag, der ist hier in einem kleinen Paradies gelandet.

Um es auf den Punkt zu bringen: der Film ist schlecht. Und das macht ihn gut. Schlechte Schauspieler, schlechte Kulissen, schlechte Kampfszenen, schlechte Synchronisation und schlechte Handlung. Aber nicht schlecht im Sinne von „kann man sich keinesfalls anschauen“, sondern schlecht im Sinne von „muss man gesehen haben!“. Trash-Fans werden verstehen, was gemeint ist…

Steel Force

Steel Force
4.275

Story

3/10

    Schauspieler

    4/10

      Bild- und Tonqualität

      4/10

        Unterhaltungsfaktor

        7/10

          Pros

          • Sehr actionreich
          • Ein Trashfilm, der Fans gefallen wird!

          Cons

          • Schlechte Darsteller
          • Kaum vorhandene und unlogische Handlung
          • Bildqualität wie auf einem VHS-Video
          • Miese deutsche Synchro

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