Syberia 3 (PC)

13 Jahre ist es her, dass der zweite Teil der Syberia-Serie auf den Markt kam. Seitdem warten Fans sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die nach langer Wartezeit 2017 endlich erschienen ist. Mit den guten Wertungen beider Vorgängerteile und einer eingeschworenen Fanbase hat Syberia 3 also auf jeden Fall eine Menge an Erwartungen angestaut. Ob das Adventure überzeugen kann, erfahrt ihr hier.

Setting

Syberia 3 verstzt euch zum dritten Mal in die Schuhe von Kate Walker, einer amerikanischen Rechtsanwältin, die sich nach Europa aufgemacht hat, um dort mit ihren Gefährten die Insel Syberia zu suchen. Nach der abgeschlossenen Handlung des zweiten Teils wacht ihr nun steifgefroren an dem Ufer eines Sees auf, wo euch der Stamm der Youkole aufliest. Kurz darauf wacht ihr in einem runtergekommenem Asylum auf und müsst versuchen, zu entkommen. Mit eurer Flucht betretet ihr den Pfad eines neuen Abenteuers in der Welt von Syberia, dass sich seit jeher durch Atmosphäre, fantasievolle Settings und emotionale Geschichten auszeichnet.

Gameplay

Für Adventure-Fans ist das neue Syberia sicher ein langeerwarteter Titel, grade weil er zu den „wenigen“ Vollpreistiteln des Genres gehört und ausserdem ein enormes Erbe im Rücken hat. Also geht es los und nach einem ziemlich langen Ladebildschirm geht es direkt in die erste Zwischensequenz. Grafisch hat sich merklich was getan, die Umgebungen wirken wunderschön wie nie und die Charakterdesigns so einzigartig, wie man es von der Serie gewohnt ist. Auf dem Rücken einer Karawane von Schneestraußen schaukelt ihr in das Schneegestöber davon und könnt auch alsbald die ersten Schritte tun.
Erschienen ist Syberia 3 übrigens nicht nur auf dem PC, sondern auch auf der aktuellen Konsolengeneration. Und das zieht leider ein altbekanntes Problem nach sich: Die Steuerung wurde deutlich auf den größeren Konsolenmarkt ausgerichtet, während die (für ein Adventure eigentlich klassische) Maus-Steuerung als Nachgedanke hinzugefügt wurde. Der Mauscursor rastet bei interessanten Objekten ein, bleibt hängen, die Steuerung von Kate per Mausklick funktioniert nur dürftig. Das Inventar des Spiels ist Mausradförmig aufgebaut und eher unpraktisch, da zwischen jedem einzelnen Item herum geschaltet werden muss. Etwas schade, sowas grade auf der Königsplattform für Adventures zu erleben, aber nun gut. Dann halt mit dem Gamepad. Damit geht das arktische Adventure zwar schon deutlich leichter von der Hand, reibungslos funktioniert das aber immernoch nicht. Ein großer Nachteil des Spiels ist die Entscheidung, spielbare Räume durch wechselnde, stative Kameraperspektiven zu zeigen. gerät man quasi an den Rand eines Kameraraums, schnellt die Kamera zum nächsten Punkt und sorgt bei fortlaufender Bewegung gerne mal für Verwirrung, wodurch Kate auch hier öfter mal ins Stocken kommt.
Auch bei den bewegungsorientierten Rätseln und vielen zu greifenden Objekten tut die schwammige Steuerung einem keinen Gefallen. Oft ist der Kampf mit der eigenen Kamera und feineren Bewegungen frustrierender als die relativ leichten Rätsel. Zugute halten muss man dafür aber die spannende Geschichte, die in einem guten Tempo erzählt wird und uns ein weiteres Mal in die Welt von Syberia eintauchen lässt.

Grafik und Sound

Optisch hat Syberia 3 seine Momente. Einige Orte und Setpieces schaffen einen gewissen Wow-Faktor ins Spiel und sehen einfach atemberaubend aus. Auch der allgemeine Artstyle ist sehr gelungen und bindet sich nahtlos an die ebenso charakteristischen Vorgänger an. Die Optik trüben auch einige matschigere Texturen kaum und so wird das Erscheinungsbild, als auch die Atmosphäre wieder zu einem der Stärkepunkte in Syberia. Ebenfalls genial ist der komponierte Soundtrack, der zum Gesamtbild von Syberia nur beiträgt.
Aber auch fast zwei Monate nach Release ist das kräftigste Salz in der Suppe der technische Zustand von Syberia 3. Der reicht von einer Vielzahl von grafischen Bugs und Fehlern über konstante Bildratenprobleme, steife Animationen und entgleiste Mimik bei den Charakteren. Hier fällt ein weiterer Stimmungskiller auf: Die Synchronstimmen, die eigentlich einen wichtigen Teil zu den Emotionen der Charaktere beitragen. Statt glaubwürdiger Vertonung gibt es hier leider (auf Deutsch und Englisch!) eher emotionsloses Ablesen, Overacting, ignorierte Akzente. Auch die Lippenbewegungen weichen oft für mehrere Sekunden von der Tonspur ab, manche Dialoge setzen aus, werden schneller. Und so schön Syberia auch aussehen mag: Für einen (fast) Vollpreistitel ist das ein wirklicher Schlag ins Gesicht.

Fazit

Auch wenn Syberia 3 wunderschön und für Fans der Serie ein Muss ist, durch die Vielzahl an Fehlern und Qualitätsmangeln lässt uns das arktische Abenteuer kalt.

 

Syberia 3 (PC)

Syberia 3 (PC)
6.7

Setting

8.5 /10

Gameplay

5.5 /10

Grafik und Sound

6.2 /10

Pros

  • Tolle Optik
  • Die Syberia Geschichte geht weiter!
  • Schöner Soundtrack

Cons

  • Viele Fehler und Bugs
  • Schwammige Steuerung
  • Leichte Puzzles
  • Schlechte Synchronisation

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