The BossHoss – Dos Bros Platinum Edition

Country-Musik – das ist typisch Amerikanisch! Doch das bedeutet längst nicht, dass nur die Amerikaner gute Country-Songs veröffentlichen können. The BossHoss haben in den vergangenen Jahren deutlich bewiesen, dass richtig guter Genresound auch aus Deutschland stammen kann! Immer wieder erobern sie mit ihren ins Ohr gehenden Titeln die Charts und begeistern nicht nur Country-Fans.

Dos Bros geben Gas!

Das neueste Album „Dos Bros“ konnte viel positive Kritik verbuchen und nun liegt auch die Platinum-Version vor, die gleich mit sieben weiteren Songs daher kommt. Aber betrachten wir doch zuvor Disk 1 etwas genauer. Hier geht es gleich mit dem typischen – und beliebten – BossHoss Sound los. „Wait for me“ ist ein gelungener Opener, wenngleich er nicht gleich so ins Ohr geht wie der folgende Titel „Dos Bros“. Hier legen die Jungs in gewohntem Stiel los und liefern damit eine Ohrwurmgarantie ab.

„Joyride“ regt die Fantasie an. Man sieht sich selbst am Lagerfeuer im Wilden Westen sitzen, gemeinsam mit den Cowboys, einer mit Gitarre, der andere mit Mundharmonika. Da packt einen doch glatt das Fernweh! „Today, Tomorrow, Too Long, Too Late“ schwächelt dagegen leider ein wenig. Aber es gibt sie ja eigentlich immer – diese Titel, die nicht ganz so gefallen möchten. Umso besser wird es dann wieder mit „I Like It Like That“, einer der besten Songs des gesamten Albums!

I really like it like that!

„Star Of The Roadcrew“ hat zwar eine gelungene Melodie, geht aber nach „I Like It Like That“ und „She Is A Little B“ etwas unter. Letzteres hingegen kann ordentlich was – hier wurden nicht nur die Stimmen, sondern auch die Musiker richtig gut in Szene gesetzt. „Tennessee Woman“ ist eine eher ruhigere Nummer, die aber dennoch keinesfalls langweilig ist und vor allem in der Mitte etwas mehr in Schwung kommt.

„I’m Coming Home“ ist eine gute Wahl als folgender Titel, bleibt es hier doch ebenfalls etwas ruhiger, ohne Poptöne, viel mehr Country. Richtig in Schwung kommt das Album aber auch mit „Lady JD“ nicht wieder. Dieser Song ist schon ein bisschen Hymnen-artig und lässt auf Konzerten die Fans sicherlich ihre Feuerzeuge zucken. Last but not least folgt „A Cowboys Work Is Never Done“. Und da bekommen wir dann doch nochmal eine etwas schwungvollere, aber auch ungewohntere Nummer zu hören. Warum? Da sind sogar Elektrosounds herauszuhören!

Man hat sich Prominenz an Bord geholt

Kommen wir zu CD 2. Dieses bietet einige besondere Schmakerl. Den Start macht die ganz andere Version des Blackstreet Klassikers „No Diggity“, die gemeinsam mit Xavier Naidoo aufgenommen wurde und zwar noch ans Original erinnert, aber ihren ganz eigenen Charme hat. Ähnliches gilt für den Charthit „Jolene“. Das Dolly Parton Cover haben The BossHoss mit The Common Linnets aufgenommen und können damit mehr als begeistern.

Die nächste Collaboration haben die Jungs mit Aura Dione aufgenommen: Lady Gagas „Geronimo“. Leider muss man hier aber sagen, dass Aura Dione so gar nicht in diesen Song passt, die Cowboys machen ihre Sache hingegen richtig gut. Eine gelungene Überraschung bietet „The Beautiful People“. Beim ersten Hören noch etwas gewöhnungsbedürftig, wird die Nummer doch immer besser umso öfter man sie hört. „Walking Away“ – gemeinsam mit Rea Garvey“ ist eine ruhigere Nummer, die zu den eher schwächeren Titeln dieses Albums zählt. Die jedoch wirklich schlechteste Nummer haben wir Nena zu verdanken, die an „What I Did For Love“ mitgewirkt hat. Ihre Stimme passt so gar nicht und wie so oft neigt sie zum Übertreiben.

Schnell weiter also zu „Candy Shop“, gefolgt von „Thrift Shop“ – beides Nummern, die mit Country im Original so gar nichts zu tun haben, als Coverversionen aber dennoch richtig überzeugen können. „Easy“ lässt dann nochmal richtig gutes Lagerfeuer-Feeling aufkommen, ehe „Boom Boom“ mit The Graveltones dann rockig wird.

Sing meinen Song – Bonus der Platinum Edition

Und dann kommen die sieben Bonussongs aus der Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. The BossHoss haben zum ersten Mal teilgenommen und haben sich – dem Format der Sendung entsprechend – Songs ihrer Kollegen angenommen. Nenas „Leuchtturm“ wurde zu einer weiteren Lagerfeuer-Nummer, „Superheld“ von Samy Deluxe wird von der Rapnummer zum Old School Countrysong.

„Wake up“ stammt im Original von Seven und bekommt durch The BossHoss einen Touch von Tarantinos Django Unchained. Die sehr ruhige und sanfte Nummer „Das Spiel“ von Annett Louisan bekommt durch The BossHoss eine ganz neue erotische Note. „Alles em Lot“ von Wolfgang Niedecken ist da schon eine echt große Herausforderung gewesen, die The BossHoss recht gut gemeistert haben – wenngleich der Song im Gegensatz zu den anderen doch eher untergeht. Was aber ehrlicherweise dem Original zuzuschreiben ist.

„Close“ ist ein Duett mit Annett Louisan und leider eine viel zu ruhige, fast schon langweilige Nummer, die man sich ruhig hätte sparen können. Zum Schluss gibt es dann noch „Schau nicht mehr zurück“, eine Coverversion des Xavier Naidoo Titels. Vom Hocker reißt die Nummer aber ebenfalls nicht. Die sieben neuen Titel der Platinum Version sind also eher die schwächeren Songs – jedoch für Fans der Sendung und der Band ein schönes Plus auf einem durch und durch gelungenen Album!

The BossHoss - Dos Bros Platinum Edition

The BossHoss - Dos Bros Platinum Edition
9.2333333333333

Sound

9/10

    Songauswahl

    9/10

      Umfang

      10/10

        Pros

        • Großartiges neues Album auf CD1
        • Tolle Cover auf CD2
        • Plus die Songs aus der Sendung für echte Fans

        Cons

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