The Last Train (PC)

Wo fangen wir bloß an? „The Last Train“ schien auf den ersten Blick ein sehr interessantes Indie-Game zu sein, bei dem sowohl die düstere Grafik als auch das Spielprinzip vielversprechend aussah bzw. klang. Und tatsächlich sind die ersten zehn Minuten auch wirklich faszinierend. Aber dann…

Spannendes Setting und interessante Spielidee

Aber von vorne. Das Spiel spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Amerikaner feiern den Sieg, doch die Japaner haben sich eine ganz besondere „Überraschung“ für die Amis ausgedacht. Mehr erfahren wir nicht – doch plötzlich wechselt die Welt von fröhlich bunt in unheimlich düster und dunkel.

Wir schlüpfen in die Rolle einer der letzten Zugführer des Landes und es ist an uns, Passagiere aufzunehmen und sie quer durch das Land zu fahren. Als Belohnung gibt es mal Nahrungsmittel, mal Rohstoffe. An jedem Bahnsteig stehen einige Passagiere, die wir aber nicht alle mitnehmen können, deshalb müssen wir uns ansehen, wer wohin will und welche Belohnungen dabei für uns rausspringen.

Ein paar Minuten voller Begeisterung….

Des Weiteren gibt es ein Crafting-System, mit dem wir uns Nahrung oder Werkzeuge herstellen können. Werkzeuge braucht man zum Beispiel, wenn man eine ausgestorbene Stadt erkundet und Häuser plündert, wodurch man wiederum neue Nahrungsmittel und Rohstoffe erhält. Auch kann man mit der Zeit seine Lok aufrüsten und zum Beispiel Platz für mehr Passagiere schaffen.

Klingt doch alles toll, oder? Ja, und deshalb macht das Spiel am Anfang auch echt Spaß. Bis man feststellt, dass sonst nichts weiter passiert. Nichts. Man fährt von Tag zu Tag, aber es gibt keine Fortschritte. Keine Ereignisse. Nichts. Und so dauert es nicht lange bis man sich fragt, warum mache ich das hier eigentlich?

Und dann kommt das böse Erwachen

Und dann fragt man sich, was eigentlich der Unterschied zwischen Storymodus und Sandbox-Modus ist. Einfach Antwort: Eine kleine Einleitung zu Beginn des Spiels. Und dann folgt die nächste Frage: Ist das Spiel eventuell im Early Access? Nein? Komisch… Denn Steam zeigt an, dass man Erfolge für das Abschließen eines Kapitels bekommt. Spielerfortschritt: 0%. Also niemand hat das erste Kapitel bisher abgeschlossen? Kein Wunder, es gibt nämlich keins! Es gibt einfach keine Story. „Eine spannende Handlung, die auf deine Entscheidungen zugeschnitten ist“ und „Über 15 Cutscenes, um dich in die von uns geschaffene Spielwelt einzutauchen“ heißt es doch in der Steam-Beschreibung. Sind die Cutscenes etwa die nervigen Ladebildschirm-artigen Zugfahrten zwischen zwei Bahnhöfen? Und soll die „spannende Handlung“ etwa sein, dass bei den Passagieren eine kurze Infobox verrät, warum sie wohin wollen? Diese sind übrigens häufig falsch, da wird gesagt, eine Dame möchte nach LA und lässt sich dann aber nach Kentucky bringen. Oder statt New York ist es New Mexico. Das fällt vielleicht nicht so sehr ins Gewicht, nimmt aber von der Atmosphäre und wenn es tatsächlich die einzige Story ist, dann ist diese damit ganz zerstört.

Bugs, miese Übersetzung, fehlende Story

Von den wirklich schrecklichen Übersetzungsfehlern einmal abgesehen… Die Steam-Beschreibung lässt bereits erahnen, dass man einfach kurz den Google-Translator drüberlaufen lassen hat – und im Spiel ist es nicht anders. Die kurze „Story“-Einleitung zu Beginn lauscht man lieber auf Englisch, weil die deutsche Übersetzung ohnehin keinen Sinn ergibt. Und der ständige Wechsel der Ansprache von du und Sie im selben Satz stört einfach.

Und wenn einem all das egal ist, dann wird man sich spätestens über das verbuggte Inventar ärgern, bei dem die Nahrungsmittel ins Minus gehen können und bei dem aus Nahrungsmitteln, die man vorher problemlos zu einer leckeren Speise verarbeiten konnte, plötzlich nur noch Mist herauskommt.

Also: Die Idee ist toll, das Spiel könnte so viel Spaß machen. Doch die versprochene Story fehlt völlig, die Übersetzung ist eine Katastrophe und die Bugs beeinflussen das Spiel teilweise extrem. Im Moment also leider absolut keinen Spaß bei der Sache. Und für andere Züge soll man auch noch extra in die Tasche greifen…

The Last Train

The Last Train
4.6

Spielidee

9.0 /10

Storymodus

1.0 /10

Grafik

7.0 /10

Übersetzung

1.0 /10

Sound

5.0 /10

Pros

  • Tolle Spielidee
  • Mit Craftingsystem und Erkundungsoption
  • Düstere, passende Grafik

Cons

  • Story fehlt völlig
  • Viele Bug
  • Grottenschlechte deutsche Übersetzung
  • Ohne Ziel kommt schnell Langeweile auf

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