The Loner (PC)

Manchmal sollte man sich selber nicht zu ernst nehmen. So ist es auch mit The Loner, einem neuen düsteren Indie-Adventure. Das 1-Mann-Projekt ist jetzt auf Steam erhältlich und verspricht eine Rachestory in handgezeichneten Umgebungen. Auf den ersten Blick sehen die Screenshots ein wenig merkwürdig aus, auch aus dem Gameplayvideo lässt sich nicht viel zum echten Spiel schließen. Darum haben wir uns das Adventure mal genauer angesehen.

Setting

Das Spiel beginnt mit einer Rückblende. In „The Loner“ übernehmt ihr die Rolle eines langhaarigen Einzelgängers, der zigaretterauchend über eine Kirmes in New York läuft. Ihr erkundet den Park, streunt herum… als ihr plötzlich eine wunderschöne Dame an einer Schießbude seht. Die will allerdings nichts von euch wissen. So leicht gebt ihr aber nicht auf und einen Schießbudengewinn und eine verschenkte rote Rose später ist die Dame eure feste Freundin. Zur Feier des Tages kauft ihr euch Tickets für die Geisterbahn, doch was der schönste Tag eures Lebens sein könnte wird zum Albtraum. Eure „Freundin“ wird entführt und ihr werdet schwer verletzt, Es stellt sich heraus, dass ihr Schulden habt und es ist Zeit, sie zu begleichen. Eine Verfolgungsjagd mit der Mafia beginnt. Die sind ja bekanntlich nicht ungefährlich.

Gameplay

Da The Loner ein storybasiertes Adventure ist, besteht eure Hauptaufgabe aus Laufen. Ihr lauft von einer Szene in die Andere und hört der Geschichte zu, die entweder in Zwischensequenzen oder in kurzen Dialogen erzählt wird. Um das Ganze aber ein bisschen aufzufrischen, gibt es noch ein paar interaktive Sequenzen. So könnt ihr zwischendurch kämpfen, müsst Dingen ausweichen, auf Ziele schießen und so weiter. Wenn ihr euch mit all dem Zeit lasst, dann habt ihr die erste Episode nach einer halben Stunde abgeschlossen, die zweite Episode wird bald als kostenloses DLC zur Verfügung gestellt. Für die Zeit, die „The Loner“ dauert, wird man auf jeden Fall gut unterhalten, auch wenn das Spielerlebniss weniger in die Richtung eines emotionalen Dramas geht sondern eher schreiend und Arme wedelnd auf Low-Budget-Kultstatus zurast. So ziemlich jeder Aspekt des Spiels ist absolut schräg, aber irgendwo charmant.

Im Verlauf des Spiels trifft man auf eine Mischung aus Spielgeschwindigkeiten. Zum Einen sind da die Lauf-Segmente, in denen euer Protagonist sich steuern lässt wie ein Panzer auf frischem Teer. Von da aus geht es dann an die Schießbude, in dessen Minispiel dann plötzlich blitzschnelle Reflexe gebraucht werden, ohne die man in der Story nicht weiter kommt. Und so geht es immer weiter: Träge Laufparts, bis man plötzlich hektisch reagieren muss. Einige der Actionsequenzen sind zu Beginn durch die ziemlich steifen Kampfmechaniken etwas unintuitiv, aber meisterbar. Das Ganze endet dann mit einem Cliffhanger, der bereits Lust auf die nächste Episode macht.

Grafik und Sound

Bemerkenswert ist, dass alle Grafiken im Spiel vom Entwickler selbst gezeichnet wurden. Das Spiel trifft dadurch in der Optik etwa den selben Sweet-Spot wie durch das Gameplay, denn auch die Animationen wirken gebrochen und irgendwie etwas billig, die Charaktere sehen aus wie Karikaturen. Ausserdem hat unser Protagonist, dafür dass seine Freundin entführt wurde und er von der Mafia verfolgt wird, ein ewiges Dauergrinsen im Gesicht.

Ebenfalls bemerkenswert: Das Spiel ist voll synchronisiert, auch wenn die Stimmen qualitativ absolut im Keller und von Voice-Acting meilenweit entfernt sind. Aber immerhin untermalt es den Stil des Spiels sehr passend.

Fazit

The Loner genießt man so, wie man einen Trash-Horrorfilm genießt: Mit einer Menge Akzeptanz.

The Loner

The Loner
5.2

Setting

6.0/10

Gameplay

5.2/10

Grafik und Sound

4.4/10

Pros

  • Eine interessante Geschichte
  • Witzige Minispiele

Cons

  • Steifes Gameplay
  • Viele Bugs
  • Miese Synchronisation

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