The Sojourn (PC)

Puzzlespiele gibt es gefühlt wie Sand am Meer. Die meisten bietet Unterhaltung für ein paar wenige Stunden und verschwinden dann schnell wieder aus dem Gedächtnis. Anderer bleiben uns für immer erhalten und wir denken gerne an sie zurück. Doch das schaffen nur wenige. Um ein richtig gutes, einzigartiges Puzzlespiel zu sein, benötigt es schon etwas mehr als eine nette Story und 0815-Rätsel. „The Sojourn“ möchte ein solches Spiel sein – und das Potential ist da!

Eine Story, die keine richtige Story ist

Normalerweise beginnen wir eine Review gerne damit euch zu berichten, worum es in dem Spiel geht, wie das Intro die Geschichte vermittelt und ob die Story das ganze Spiel über spannend bleibt. Dies ist hier aber gar nicht so einfach. Denn zunächst wird auf ein Intro gänzlich verzichtet, wir befinden uns gleich in der First Person Perspektive und folgen einem leuchtenden Licht.

Auch wird bei „The Sojourn“ vollkommen auf einen Erzähler oder Dialoge verzichtet, nur hin und wieder bekommen wir kurze, philosophische Sätze zu lesen. Was genau die Geschichte des Spiels ist, wird somit nie wirklich aufgeklärt – und dennoch bringt eben genau das den Spieler zum Nachdenken. Zum Beispiel starten wir bei der Geburt und bekommen ein Elternpaar mit Baby zu sehen.

Kurze Zeit später sehen wir wieder diese Familie, hinter einer Säule hält sich jedoch ein etwas pummeliger, möglicherweise Wachmann versteckt. Und so geht es weiter von Szene zu Szene – wir bekommen diese Bilder sozusagen als Belohnung für gelöste Rätsel zu sehen.

Von leicht bis herausfordernd

Diese Rätsel sind ebenfalls etwas anders als wir es aus Puzzlespielen gewohnt sind. Wir bewegen uns zwischen zwei Welten, wobei wir in der dunklen Welt meist nur kurzweilig verweilen und unsere Aufgabe lösen können. Mithilfe von Statuen gilt es Aufgaben zu lösen, zum Beispiel eine versteckte Treppe zu überwinden oder Brücken zusammenzufügen. Hie und da wiederholen sich einige Rätsel in leicht veränderter Form, aber das ist eher positiv. Denn tatsächlich treffen wir auf einige Rätsel, die es wirklich in sich haben und an denen wir uns ordentlich die Zähne ausgebissen haben. Da ist ein leichtes „Wiederholungsrätsel“ richtig willkommen und pusht das Ego wieder!

„The Sojourn“ spielt sich also nicht wie manch andere Spiele schnell an einem Abend durch, man tüffelt hier schon etwas länger. Schon allein deswegen bleibt das Spiel natürlich in positiver Erinnerung.

Starke Atmosphäre

Abgesehen von den Rätseln und der undurchsichtigen Story ist es auch die Umgebung, die das Spiel von anderen seiner Art abhebt. Die Welt baut sich mithilfe der Lichter, denen wir folgen, erst mit der Zeit auf. Das Ganze geschieht auf eine sehr atmosphärische Art und Weise. Die musikalische Untermalung zu den teilweise in Trümmern liegenden Stadtbildern macht „The Sojourn“ dann sogar etwas melancholisch und als Spieler taucht man völlig in diese besondere Welt ein.

Wer sich also mal an einer anderen Art des Puzzlegames versuchen möchte und in ein Spiel abtauchen will, dass ihm einiges abfordern könnte und dank seiner besonderen Atmosphäre noch lange im Gedächtnis bleiben wird, der macht hier wirklich alles richtig!

 

The Sojourn

8.7

Gameplay

7.6/10

Steuerung

8.7/10

Spielspaß

9.0/10

Atmosphäre

9.5/10

Grafik

8.7/10

Pros

  • Sehr gut gelungene Atmosphäre
  • Fordernde Rätsel
  • Abwechslungsreich und einzigartig

Cons

  • "fehlende" Story ist nicht jedermanns Sache

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