Tiger Girl (Blu-Ray)

Was erwartet man von einem Film, der den Titel „Tiger Girl“ trägt? Irgendwie denkt man dabei an eine US-amerikanische Produktion. Oder an einen asiatischen Martial Arts Film. Wenn man dann aber feststellt, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt, ist man doch erst einmal überrascht. Vor allem, wenn man auch noch das Cover der Blu-Ray betrachtet – erscheint es doch wirklich ganz typisch amerikanisch.

Vom lieben Mädchen zum Bad Girl

Ein wenig an amerikanische Filme, die das Leben in Großstadt-Ghettos übertrieben zeichnen, fühlt man sich auch bei dem Inhalt von „Tiger Girl“ erinnert. Vanilla ist ein liebes Mädchen, das gerne Polizistin werden möchte, jedoch nicht angenommen wird. Also macht sie eine Ausbildung im privaten Sicherheitsdienst. Dennoch fehlt ihr an Selbstbewusstsein, was vor allem deutlich wird, als sie spät abends von drei Männern in einer U-Bahn-Station belästigt wird. Zum Glück eilt ihr Tiger zur Hilfe. Eine junge Frau, die es faustdick hinter den Ohren hat und sich zu wehren weiß.

Zwischen Tiger und Vanilla entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die das Selbstbewusstsein von Vanilla nicht nur steigert, sondern ins Unermessliche hebt. Und da kommt es dann auch zum Problem. Während Tiger durchaus ihre Grenzen kennt, schießt Vanilla schon bald weit über das Ziel hinaus. Und so nimmt die Tragik ihren Lauf…

Die Grundstory von „Tiger Girl“ hat durchaus einiges an Potential. Während viele Filme sonst eher den Weg aus der Gewalt hinaus zeigen, so zeigt dieser Film vielmehr die Spirale nach unten. Nun kann man hier die Moralkeule schwingen – muss dies aber dann bei jedem anderen Actionmovie auch tun. Gegen die Story kann man im Grunde also nicht allzu viel sagen, wenn man Filme dieser Art mag.

Das Potential war da!

Wogegen man allerdings etwas sagen kann, ist die Umsetzung. Während der Film zu Beginn noch vielversprechend erscheint, wird er schnell langatmig. Da wird hier eskaliert und da gleich nochmal. Es fehlt an richtiger Handlung und auch das Ende – wenngleich es nicht unspannend ist – schwächelt. Somit bekommt man bei „Tiger Girl“ einen Film geliefert, der scheinbar sehr amerikanisch sein möchte, zwischendurch dann aber extrem deutsch wird und das Klischee der eher mittelklassigen deutschen Filme entspricht.

Einen großen Pluspunkt gibt es aber für die Hauptdarstellerin Ella Rumpf aus der Schweiz, die man gerne in Zukunft öfter in deutschen Produktionen sehen mag. Die andere Hauptrolle hingegen hat Maria Dragus übernommen und diese schafft es kaum, ihre Figur als Vanilla glaubhaft zu präsentieren – ebenfalls eine Sache, die dem Film ordentlich die Fahrt nimmt.

 

Tiger Girl

Tiger Girl
6.4

Storyidee

7.4/10

Storyumsetzung

5.8/10

Darsteller

6.8/10

Spannung

5.4/10

Pros

  • Gute Grundidee
  • Sehr gute Hauptdarstellerin
  • Spannend zu Beginn

Cons

  • Eskalationen häufen sich und werden langweilig
  • Zweite Hauptdarstellerin erscheint falsch in der Rolle
  • Unspektakuläre Kampfszenen

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