Tom Chaplin – Twelve Tales of Christmas

Den Namen Tom Chaplin mag noch nicht jeder kennen, die Band in der der Sänger tätig ist, jedoch umso mehr: Keane. Ein britische Indie-Rockband, die mit Titeln wie „Somewhere only we know“ schon einige Hits gelandet hat. Während es mittlerweile aber sehr ruhig um die Band geworden ist, hat sich Tom Chaplin allein ans Werk gemacht. Auf seinem Debütalbum „The Wave“ hat er sich von einer sehr melancholischen Seite gezeigt, aber auch bewiesen, dass ihm das Popgenre ebenfalls liegt.

Keine Klassiker – dafür viel Neues und Eigenes

Nun hat er sein zweites Soloalbum veröffentlicht und sich dabei – passend zur Jahreszeit – gleich mal an ein ein Weihnachtsalbum getraut. Das kann gut gehen, wie schon so einige Künstler bewiesen haben, kann aber auch sehr belächelt werden, wenn Sänger XY zum 546. Mal „Let it snow“ aufnimmt. Aber keine Sorge, „Twelve Tales of Christmas“ ist anders. Keine typischen Weihnachtsklassiker sind hier zu finden, vielmehr solche Songs, die in Zukunft vielleicht mal zu Weihnachtsklassikern werden könnten.

Es sind auch nur vier Coversongs zu finden, die restlichen Songs sind brandneu. Widmen wir uns zunächst den Coverversionen: da wäre zum einen „Walking In The Air“, der Songs zum Zeichentrickfilm „The Snowman“. Hier gefällt tatsächlich das Cover irgendwie besser, klingt sanfter und wohltuender. Bei „River“, dem Klassiker von Joni Mitchell fällt die Entscheidung dann schon etwas schwerer. Tom Chaplin liefert jedenfalls eine sehr solide Leistung und überzeugende Version ab.

Coverversionen, die nicht hätten sein müssen

Und dann wäre da ein weiterer Titel, der eigentlich von einer Frau gesungen wird: „2000 Miles“ von The Pretenders. Hier klingt es tatsächlich sehr nachgesungen, wie es auf zahlreichen anderen Weihnachtsalben mit Klassikern halt eben so geschieht. Den Vogel schießt Tom Chaplin aber dann mit „Stay Another Day“ von East 17 ab. Das hört man einmal und nie wieder… Nein, das ist wirklich ordentlich nach hinten los gegangen und hat aus einem sehr schönen Lied mit Glockenklang ein verzerrt und etwas bizarr klingendes Etwas gemacht.

Schwamm drüber und schnell zu den neuen Songs! Hier beweist Tom Chaplin nämlich wirklich Klasse und liefert einen schönen, melancholischen, feierlichen, sanften und gefühlvollen Titel nach dem anderen ab. Gut, manchmal geht es tatsächlich etwas zu düster – zumindest melodisch – zu, wenn man bedenkt, dass Weihnachten natürlich ein besinnliches, aber doch auch ein fröhliches Fest ist.

„Twelve Tales of Christmas“ ist im Grunde ein gelungenes Album, vor allem mit dem Hintergedanken, dass nun wohl wieder zahlreiche Weihnachtsalben auf uns zukommen werden. Allerdings drückt das ganze Album doch ordentlich die Stimmung. Wer genau das mag, kommt voll auf seine Kosten, wer aber Weihnachten auch mit Lachen und Freude verbindet, der findet höchsten mit „Stay Another Day“ einen verzweifelten Lacher.

Tom Chaplin - Twelve Tales of Christmas

Tom Chaplin - Twelve Tales of Christmas
8

Texte

7.8 /10

Stimmung

7.2 /10

Stimme

8.9 /10

Pros

  • Songs sind gut aufeinander abgestimmt
  • Wunderbare Stimme
  • Eigene Songs überwiegen

Cons

  • Etwas zu düster
  • Coversongs, die nicht hätten sein müssen

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